Darum geht es: Städte und Gemeinden in der Schweiz wollen weg von fossilen Energieträgern wie Öl, Diesel oder Gas, um den Ausstoss von klimaschädlichen Treibhausgasen zu reduzieren. In den nächsten Jahren werden deshalb Gasnetze stillgelegt. Grosse Energieversorger kündigen an, künftig kein Gas mehr zu verkaufen.
Ab wann gibt es kein Gas mehr? In Zürich wird das Gasnetz je nach Stadtteil zwischen 2030 und 2035 stillgelegt. In Basel ist der Ausstieg bis 2037 geplant. In den Städten Schaffhausen und Luzern, aber auch in Langenthal (BE) und Schlieren (ZH) gibt es ab 2040 kein Gas mehr. Die Stadt Bern will bis 2045 aussteigen.
Was bedeutet das für Hausbesitzende oder KMUs? Wenn in ihren Gebäuden mit Gas geheizt wird, müssen sie in den nächsten Jahren umrüsten. Eine Möglichkeit ist der Anschluss an ein Fernwärmenetz. Ebenfalls infrage kommen Wärmepumpen, die Hauseigentümerinnen und -eigentümer oder Unternehmen individuell installieren. Für Gaskochherde braucht es ebenfalls Alternativen.
Stehen Fernwärmenetze bereit? Heute decke die Fernwärme etwa 10 Prozent des schweizweiten Wärmebedarfs ab, sagt Andreas Hurni, Direktor des Verbands thermische Netze Schweiz. Er sieht grosses Potenzial: «Bis 2040 könnten es durchaus 20 bis 25 Prozent sein, vor allem, wenn die Wärme aus Gewässern genutzt wird.» In Zürich oder Luzern ist dies bereits der Fall, die Netze sind im Ausbau. In Bern gibt es ein Projekt, bei dem Wärme aus der Aare genutzt werden soll.
Wann lohnt sich eine Wärmepumpe? Fernwärme sei nicht in jedem Fall sinnvoller und günstiger, sagt Andreas Hurni vom Verband thermische Netze Schweiz: «Das hängt stark von der Wärmequelle ab. Abwärme von einer Kehrichtverbrennungsanlage beispielsweise ist preislich attraktiv.» Wärme aus Gewässern hingegen führe je nach Gegebenheiten vor Ort zu verhältnismässig hohen Tarifen. Dann seien individuelle Lösungen wie eine Wärmepumpe, die Wärme aus dem Grundwasser bezieht, effizienter und günstiger.