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Luzerner rechnen ab Januar mit Triage-Fällen
Aus Tagesschau vom 28.12.2021.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 41 Sekunden.
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Engpässe auf Intensivstationen Luzerner Spitäler rechnen schon im Januar mit Triage-Fällen

  • Die Spital-Verantwortlichen im Kanton Luzern rechnen schon bald mit Engpässen auf den Intensivstationen.
  • Wegen der Omikron-Variante könnte Personal ausfallen und gleichzeitig mehr Erkrankte eine Behandlung brauchen.
  • Die Luzerner Spitäler bereiten sich nun auf «schwierige Triage-Entscheide» vor, wie sie heute Morgen vor den Medien mitteilten.

Wer hat Vorrang, wenn es auf der Intensivstation keine Plätze mehr gibt? Der Kanton Luzern hat heute als erste Region der Schweiz präzisiert, wie Triage-Entscheide gefällt würden. Noch sei es zwar nicht so weit, aber die Lage auf den Intensivstationen spitze sich zu und Verlegungen seien kaum mehr möglich.

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So reagiert Luzern auf die angespannte Situation
aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 28.12.2021.
abspielen. Laufzeit 4 Minuten 32 Sekunden.

«Bereits im Januar» könne es deshalb zu einzelnen Triage-Fällen kommen, sagten die Verantwortlichen an einer Medienkonferenz. Der Grund für diese Annahme ist die aktuell rasante Ausbreitung der Omikron-Variante. Obwohl es Anzeichen dafür gebe, dass es bei Omikron seltener zu schweren Verläufen komme, «könnte die schiere Menge an gleichzeitig erkrankten Personen die Spitäler über die Belastungsgrenze hinaus bringen», betonte etwa Martin Nufer, Direktor der Luzerner Hirslanden Klinik St. Anna.

Ausfälle beim Personal würde Lage erschweren

Es geht aber nicht nur um die mögliche weitere Zunahme an Patientinnen und Patienten. Sorgen bereitet den Spitälern auch, dass wegen einer Omikron-Welle viele Mitarbeitende gleichzeitig ausfallen könnten.

Man müsse davon ausgehen, dass es «zu Engpässen in der dringlichen Behandlung von schwerkranken Nicht-Covid-Patientinnen und -Patienten» kommen werde, sagt Christoph Henzen. Der Leiter Pandemiestab des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) nennt als Beispiele Herz-, Tumor- oder neurochirurgische Eingriffe, die zwingend eine Behandlung auf der Intensivstation nach sich ziehen.

«Geimpft oder ungeimpft» ist kein Kriterium

Wie aber entscheiden die Verantwortlichen, wenn es tatsächlich zu Triagen kommen wird? Man richte sich nach den Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften, führt der Kanton Luzern in einer Medienmitteilung aus. Dabei dürfe es keine Rolle spielen, woran jemand leidet - also ob es sich um Patientinnen oder Patienten mit Covid oder anderer Erkrankung handelt. Auch dürfe nicht danach entschieden werden, ob jemand geimpft ist oder nicht.

«Entscheidend ist die kurzfristige medizinische Prognose sowie die zu erwartende Behandlungsdauer», präzisiert Andreas Fischer, Co-Leiter des Ethikforums des Luzerner Kantonsspitals. Aber auch wenn man diese Kriterien sorgsam abwäge: «Es handelt sich im Einzelfall immer um sehr schwierige Entscheidungen für die Patientinnen, Patienten, ihre Angehörigen und auch für das medizinische und pflegerische Personal.»

SRF4 News, 28.12.2021, 11:00 Uhr;

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139 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community
    Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare und fürs rege Diskutieren. Wir schliessen an dieser Stelle die Kommentarspalte und wünschen Ihnen einen schönen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    "Die Lage spitzt sich zu! Es drohen eine Überbelastung... es könnte schon bald... wir rechnen mit Engpässen...
    Seit Monaten tönt es von allen Medien auf uns ein. Ich frage mich je länger je mehr aber WAS ist denn eine "zugespitze Lage"? Wie spitz geht es denn? Ab wann ist reelle Überbelastung? Was heisst schon bald? Stunden, Tage? Monate?
    Coronaprognosen und dramatische Neumeldungen scheinen eine kürzere Halbwertszeit zu haben als Wetterberichte. NB: Die Psychiatrie läuft auch am Anschlag
    1. Antwort von Martin Vischer  (Martin Vischer)
      @Müller
      Zur „Zugspitzen Lage“ kann ich helfen.
      47° 25′ 16″ N , 10° 59′ 11″ O
      Sie liegt genau dort.
    2. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      @Vischer: Spitzer als das Nadelhorn (4327m)? Dann würde es zumindest die Schweiz betreffen...
  • Kommentar von Jörg Wombacher  (Dr. Fritz)
    Dass es so kommt, wenn so viele nach wie vor nicht geimpft sind, war klar. Wir müssen damit jetzt leben. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.