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Legende: Audio Tessinerin wird Präsidentin der neuen Ruag abspielen. Laufzeit 03:25 Minuten.
Aus Rendez-vous vom 17.06.2019.
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Entflechtung der Ruag Tessinerin soll für Transparenz sorgen

  • Der bundeseigene Rüstungs- und Technologiekonzern Ruag steht vor einer Umstrukturierung: Er soll aufgeteilt und teilprivatisiert werden.
  • Darüber soll die Tessinerin Monica Duca Widmer wachen. Sie ist vom Bundesrat zur Verwaltungsratspräsidentin der Beteiligungsgesellschaft ernannt worden, die die neue Ruag Holding künftig anführen soll.
  • Bundesrätin Viola Amherd setzt bei der Personalie nicht auf militärische, sondern auf unternehmerische Kompetenz: Duca Widmer ist Spezialistin für die Betriebsführung von Unternehmen mit öffentlichem Anspruch.

Die Ruag geriet in den letzten Jahren wiederholt in ein schiefes Licht. So tauchte Munition aus Ruag-Fabriken über Umwege in den Bürgerkriegen in Syrien und in Jemen auf. Waffenexporte in Bürgerkriegsländer sind verboten.

Transparenz und eine gute Corporate Governance sind immer extrem wichtig – gerade für bundesnahe Betriebe.
Autor: Viola AmherdVorsteherin Verteidigungsdepartement

Aktuell steht die Ruag unter dem Verdacht, bei der Wartung der F/A-18-Kampfflugzeuge überhöhte Preise verrechnet zu haben. Die Finanzkontrolle wird bald eine Untersuchung zum neuesten Vorwurf publizieren. Bundesrätin Viola Amherd sagt: «Diese Untersuchung werde ich natürlich zur Kenntnis nehmen. Aber für mich sind Transparenz und eine gute Corporate Governance so oder so immer extrem wichtig – gerade auch für bundesnahe Betriebe.»

Deshalb sei Monica Duca Widmer die richtige Frau, um den Verwaltungsrat der neuen Ruag-Beteiligungsgesellschaft zu präsidieren. Die Chemikerin sass in verschiedenen Verwaltungsräten, etwa der Migros-Genossenschaft Tessin, und sie verfügte über Mandate im Wissenschafts- und Forschungsbereich.

Vertrauen in Ruag wieder aufbauen

Duca Widmer war Mitglied des ETH-Rates, als die Hochschule umorganisiert wurde. Mit Militärfragen hat sie sich als Vizepräsidentin der Rüstungskommission – dem wissenschaftlichen Beirat, der den Rüstungschef berät – befasst.

Die Aufspaltung versucht eine Antwort auf die Probleme, die aufgetaucht sind, zu geben.
Autor: Monica Duca Widmerdesignierte Verwaltungsratspräsidentin Ruag Holding

Das Militärfachwissen solle mit anderen Mitgliedern in den neuen Verwaltungsrat eingebracht werden, sagte Duca Widmer vor den Medien in Bern. «Die Aufspaltung versucht eine Antwort auf die Probleme, die aufgetaucht sind, zu geben.» Und sie biete die Möglichkeit, «auf eine transparente Art und Weise das Vertrauen wieder aufzubauen».

Verkauf der Munitionsfabriken im Ausland

Konkret soll die Ruag in eine nationale und eine internationale Sparte aufgeteilt werden. Die nationale ist zur Belieferung der Schweizer Armee vorgesehen und soll staatlich bleiben. Die internationale Sparte soll privatisiert werden. Insbesondere die Munitionsfabriken im Ausland sollen damit nicht mehr den Schweizer Waffenexportrichtlinien unterstellt sein.

Womit sich die Diskussionen darüber erübrigen, ob sie diese einhalten oder nicht. Die neue Ruag-Beteiligungsgesellschaft, der Duca Widmer ab diesem Herbst vorsteht, soll diese Aufspaltung- und Privatisierung steuern. Der Prozess soll möglichst transparent und glaubwürdig erfolgen, so Amherd.

Grafik, wie die Ruag Holding ab 2020 aussehen soll
Legende: Die heutige Ruag wird im Herbst teilprivatisiert und in eine Beteiligungsgesellschaft umgewandelt. Der Bundesrat hat entschieden, sie in einen Schweizer Teil und in einen internationalen Teil aufzusplitten. SRF
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8 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Es gibt nur eine ehrliche Lösung, welche Verantwortung zeigen würde: keine Kriegsmaterial-Blut-Geschäfte - egal wohin, egal mit wem-! Aus echten humanitären Überlegungen!
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Wer Kriegsmaterial produziert und exportiert, handelt aus egoistischer Profitgier und daher verantwortungslos! Ausgerechnet die Schweiz - mischt aktiv mit bei Kriegsmaterial-Blut-Geschäften weltweit - egal wohin = beschämender Skrupellosigkeit und Mitschuld an: Mord, Elend,Hunger, Flüchtlingsströmen....! Hauptsache der "Rubel rollt" in die Taschen derer, welche Mitverantwortung tragen (Bundesrat, Parlament und Co)!
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  • Kommentar von P Gasser  (pasgas)
    Transparenz ist in einem Saftladen wie der RUAG nicht gerade einfach. Der Laden hat in den letzten Jahren ja einige Skandale in die Medien gebracht. Wann trägt Breitmeier endlich die Verantwortung, mit der er sein Abzocker Salär rechtfertigt? Rücktritt und saftige Busse für sein Missmanagement.
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