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Überraschender Schwung aus dem Kanton Freiburg
Aus Echo der Zeit vom 06.12.2019.
abspielen. Laufzeit 04:26 Minuten.
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Erste Sessionswoche Johanna Gapany – die bisher jüngste Ständerätin

Wer ist die 31-jährige Freisinnige aus Bulle? SRF hat sie diese Woche bei ihrem ersten Einsatz im Bundeshaus begleitet.

Eine junge Frau in schwarzer Hose, weisser Bluse und einem hellgrauen Blazer eilt im Bundeshaus die Treppe hoch. Die erste Woche als Ständerätin sei intensiv, aber toll, sagt Johanna Gapany. «Es herrscht viel Respekt und es ist sehr angenehm, hier zu arbeiten.» Auch mit Christian Levrat: Für den abtretenden SP-Präsidenten und Freiburger Ständerat war Gapany nicht die Wunschpartnerin, um den Kanton Freiburg zu vertreten.

Gapany vor dem Ständeratssaal
Legende: Sie ist die jüngste Frau im Ständerat und die erste Ständerätin für den Kanton Freiburg: Johanna Gapany. SRF

«Na ja», meint die 31-Jährige lächelnd. Sie beide müssten ja nicht gleich zusammenziehen. «Aber wir arbeiten sehr gut zusammen.»
Es folgt ein Fototermin mit der Zeitung «Matin dimanche».

Mit Internet-Posts und Plakaten zum Ziel

Kaum jemand glaubte in Freiburg an ihre Wahl. Gapany betrieb eine aufwendige Plakatkampagne und postete Fotos und Videos von sich auf den sozialen Medien wie Instagram oder Facebook. Die Angriffe ihrer männlichen Konkurrenten wehrte sie mit einem Lächeln ab.

Gapany bei Fotosession
Legende: «Sourir, s'il vous plaît!»: Gapany bei der Fotosession für eine Sonntagszeitung. SRF

Sie wirkte leicht distanziert und kühl. Sie vermied klare politische Positionen und betonte lieber, dass Freiburg neuen Schwung brauche. Das hat offenbar überzeugt. Gapany empfängt eine Gymnasialklasse aus Bulle. Sie erklärt ihnen, wie Politik funktioniert. Sie selbst tauchte früh in dieser Welt ein.

Ihr Vater war Gemeinderat. Kaum 20, war sie Vizepräsidentin der Jung-FDP Freiburg. Vor drei Jahren folgte der Sprung in die Stadtregierung von Bulle.

Lob von CVP-Kollegin: «Eine Teamplayerin»

Jetzt tritt sie dort zurück. Sie vermochte erst wenig eigene Akzente zu setzen. Sie sei jedoch als Kollegin angenehm gewesen, sagt CVP-Nationalrätin Marie-France Roth Pasquier, die ebenfalls in der Stadtregierung von Bulle sitzt. «Wir arbeiteten gut zusammen.» Gapany sei auch eine Teamplayerin. Aber: «Sie ist viel jünger als ich und wir haben bei verschiedenen Themen nicht die gleiche Sensibilität. Sie ist liberaler als ich.»

Gapany neben anderen Parlamentarierinnen
Legende: Politik werde oft hinter den Kulissen gemacht, meint die junge Ständerätin, hier links im Bild. SRF

Gapany sass die letzten zwei Jahre auch im Kantonsparlament. Ihr grösster Erfolg war die Liberalisierung der Öffnungszeiten für Nachtlokale. Sonst wirkte sie eher diskret und meldete sich wenig zu Wort. «Es sind nicht immer die Parlamentarier, die immer sprechen, die den stärkeren Einfluss haben.»

Sie vertritt typisch liberale Positionen

Die Betriebsökonomin arbeitet Teilzeit in einem Privatspital. Im Gesundheitswesen möchte sie das Angebot der Grundversicherung einschränken. Sie ist auch für eine Flexibilisierung des Rentenalters.

Und natürlich sei Klimaschutz wichtig – «aber mit Massnahmen, die bezahlbar sind und akzeptabel für die Bevölkerung», so Gapany. Das heisst, mit möglichst wenig Gebühren und Abgaben. Das löst beim grünen Freiburger Nationalrat Gerhard Andrey Kopfschütteln aus. Er war auch Ständeratskandidat und bestritt mit ihr mehrere Podien zum Thema Klima.

Gapany bei der Session im Ständerat
Legende: Die Zusammenarbeit mit Ständerat Levrat (vorne links) sei gut. Sie sitzen beide in der kleinen Kammer. SRF

«Wenn es um diese Fragen ging, war ihre Antwort eigentlich immer die Gleiche: Im Prinzip regelt das der Markt und die Eigenverantwortung. Nur ist es das Konzept, das wir seit Jahrzehnten anwenden, und das offensichtlich nicht funktioniert», so Andrey. Er hofft, Gapany bewege sich in der Klimafrage. Sie sei schliesslich eine aufgeschlossene und intelligente Person.

Zurück in den Ständerat: Der Ratspräsident beendet die erste Sessionwoche. Zeit für die Berge, die Gapany als ihre zweite Heimat bezeichnet. Dreimal schon hat sie den Berglauf Sierre-Zinal absolviert. Bis sie jedoch im Ständerat den Gipfel erreicht, dauert es noch eine Weile. Sie ist ja eben erst gestartet.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Dupont  (udupont)
    Techn. Frage an SRF: Warum werden die Likes / Dislikes immer wieder während einer gewissen Zeit unterdrückt, wie gerade jetzt hier? Ich denke, dieser Kurzfeedback ist etwas sehr nützliches, auch wenn Text natürlich besser ist. Leider erlaubt SRF oft nicht auf z.T. massive Beschuldigungen und falsche Fakten zu antworten. Ich denke, da ist noch einiges an "Room for Improvement". Beim Review der Chats sollte jedenfalls die Netiquette im Vordergrund stehen und nicht die pers. Meinung der Red.. Danke
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Urs Dupont Lieber Herr Dupont, vielen Dank für Ihr Feedback. Wir können Ihnen jedoch versichern, wir unterdrücken keine Likes oder Dislikes. Falls dies so geschehen ist, handelt es sich um eine technische Störung. Bei der Freigabe der Kommentare steht in jedem Fall die Netiquette im Vordergrund – und nicht persönliche Meinungen. Einen schönen Sonntag aus der Redaktion, SRF News
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  • Kommentar von Urs Dupont  (udupont)
    "Klimakosten müssen bezahlbar sein" finde ich gut, ist aber nicht hinreichend. Wie bei den Medikamenten, die von den Krankenkassen bezahlt werden sollen, muss auch hier der Nachweis erbracht werden, dass es auch wirksam ist. Sehr teure Scheinmedikamente die einem gar nicht so kranken Patienten vielleicht ein Jota helfen, dürfen nicht finanziert werden. Wer etwas über den Tellerrand hinausblickt, und nicht nur bis 1980, sonderer mehrere 1000 oder sogar Mio. Jahren zurückblickt,sieht es objektiver
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  • Kommentar von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
    Es ist gut und erfrischend mal eine junge Ständerätin zu haben. Alt wird auch Sie von alleine und lasst mal die jungen Leute ran damit Politik wieder einen anderen Anstrich erhält.
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Ich würde den Tag nicht vor dem Abend loben. Allzuoft wird lediglich alter Wein in neuen Schläuchen angeboten.
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