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Knapper Ausgang der Ständeratswahl in Freiburg
Aus HeuteMorgen vom 11.11.2019.
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FDP-Ständerätin Johanna Gapany «Ich habe viel Deutschunterricht genommen»

Der Wahlkrimi im Kanton Freiburg dauerte bis am späten Abend – und endete mit einer faustdicken Überraschung. Die junge Freisinnige Johanna Gapany holte sich den Sitz des CVP-Ständerats Beat Vonlanthen – mit hauchdünnem Vorsprung. Der Sieg über den Bisherigen habe sie selbst überrascht, sagt Gapany.

Johanna Gapany

Johanna Gapany

Ständerätin (FDP/FR)

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Gapany hat Jahrgang 1988. Sie ist Ökonomin und arbeitet als Projektleiterin in einem Spital. Vor ihrer Wahl zur Ständerätin sass sie bereits im Gemeinderat von Bulle. Sie ist zudem Grossrätin im Freiburger Kantonsparlament.

SRF News: Es ist geschafft. Was ist Ihre erste Reaktion auf diese Wahl?

Johanna Gapany: Ich danke allen Freiburgerinnen und Freiburgern für ihre Unterstützung. Das berührt mich sehr. Und natürlich ist das eine grosse Überraschung für mich. Aber erstmal ist es eine grosse Verantwortung. Natürlich gratuliere ich auch Christian Levrat und Beat Vonlanthen zu ihren Resultaten. Die Kampagne mit diesen zwei grossen Persönlichkeiten war eine grosse Freude, ich habe viel gelernt. Und heute bin ich sehr zufrieden.

Am Anfang ihrer Kampagne hat fast niemand auf sie gewettet. Was hat den Unterschied ausgemacht? Dass Sie jung sind und eine Frau?

Nein. Ich denke, es ist meine andere Art, Politik zu machen. Ich habe immer eine konstruktive und positive Politik gemacht. Es war immer sehr wichtig für mich, eine Linie zu haben und diese Linie zu verfolgen.

Ich denke, Christian Levrat und ich, wir sind komplementär und wir können gut zusammenarbeiten.

Beat Vonlanthen und Christian Levrat sind als «Dream Team» aufgetreten. Hat die Bevölkerung schliesslich Nein gesagt zu dieser Vertretung?

Ja, denn es gibt verschiedene Duos, die möglich sind. Man kann zum Beispiel auch eine Frau und einen Mann wählen. In jedem Fall müssen wir die Mehrheit der Freiburgerinnen und Freiburger vertreten. Und ich denke, Christian Levrat und ich, wir sind komplementär und wir können gut zusammenarbeiten.

Vonlanthen hat die deutschsprachige Minderheit vertreten. Nun sind zwei Romands im Ständerat. Wie können Sie die Deutschfreiburger vertreten?

Für mich ist es eine Priorität, beide Sprachen zu kennen und mit den Leuten sprechen zu können. Am Anfang dieser Kampagne habe ich viel Unterricht genommen. Ich mag diese Sprache und ich will sie noch besser sprechen.

Levrat hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er lieber mit Vonlanthen zusammengearbeitet hätte. Können Sie trotzdem mit ihm arbeiten?

Natürlich. Wir müssen zusammenarbeiten. Es gibt die Zeit der Kampagne und es gibt die Zeit der Zusammenarbeit. Für mich ist es sehr wichtig, unsere ganze Energie für die Freiburgerinnen und Freiburger einzusetzen.

Sie sind die erste Freiburger Frau im Ständerat. Ist das wichtig für Sie?

Ja. Mein Ziel ist die Gleichberechtigung für alle, ohne Diskriminierung. Eine starke Gesellschaft ist eine Gesellschaft, in der Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Es ist aber nicht nur mein Erfolg. Er ist auch ein Erfolg für alle Frauen vor mir. Und natürlich werde ich auch für diese Frauen arbeiten.

Was werden Sie anders machen? Was bringen sie Frisches nach Bern?

Für mich ist es wichtig, die Freiburgerinnen und Freiburger zu vertreten. Und ich will in alle Regionen gehen, um die Herausforderungen zu kennen und um in Bern für die nächsten Reformen die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Das Gespräch führte Patrick Mülhauser.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Hermann Bühler  (Martin38)
    Replik:
    - Mitglieder des Ständerates sollten dreisprachig sein.
    - Negative Beispiele zur Sprachkenntnisse ändern nichts am Sachverhalt.
    - Die Ständeratsvertretung des Tessin ist in aller Regel dreisprachig.
    - Bei Berufstätigen in höheren Berufen wird in der Schweiz courant normal Mehrsprachigkeit vorausgesetzt
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  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Offentlisch, sie at Deutsch gelernt. Sie wird ja wohl auch hie und da mal in der Arena auftreten, wie Genosse Levrat.
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    1. Antwort von Laurent Frick  (LFR)
      Es ist nicht zu erwarten, dass eine französischsprachige Politikerin sich akzentfrei ausdrückt. Ebenso wie DeutschschweizerInnen oft nicht wirklich reines Französisch sprechen (Ogis 'Français fédéral' ist legendär..). Haupsache ist, dass sie sich verständlich machen wollen. Der Beginn ihres Posts ist jedoch Ausdruck der germanophonen Überheblichkeit, die den Romands manchmal auf die Nerven geht!
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  • Kommentar von hans rohner  (hänsi)
    Nun soll die CVP auf einer Nachzählung bestehen. Kann sie machen, aber wenn die Nachzählung kein anderes Resultat ergibt bezahlt die CVP die Kosten dafür selber und nicht der Steuerzahler.
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    1. Antwort von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
      Das ist zu hoffen.
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    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ hans rohner & marlene Zelger: Ich denke, dass dies der Steuerzähler berappen muss. Stellen Sie sich einmal vor, es war ja wirklich knapp und wenn man da eine Nachzählung generell selber bezahlen müsste, würde das evtl. kleine Gruppierungen benachteiligen. Damit wäre die Demokratie ausgehebelt. Vermutlich gibt es aber gesetzliche Grundlagen, in welchen Fällen man das Recht hat, eine Nachzählung zu verlangen und sonst gibt es ja noch Gerichte in einem Rechtsstaat wie die Schweiz.
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