Darum geht’s: Muni Max war das inoffizielle Wahrzeichen des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (ESAF) in Mollis GL. Über 500 Lernende aus 220 Holzbauunternehmen haben die Skulptur aus 1200 Kubikmetern Schweizer Holz erschaffen. Künftig soll der 182 Tonnen schwere Holzkoloss als «Max der Uristier» über Andermatt thronen – in Anlehnung an das Urner Wappentier.
Muni Max – der künftige Uristier
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Bild 1 von 4. War das inoffizielle Wahrzeichen des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests in Mollis: der hölzerne Muni Max. Bildquelle: SRF / Fabienne Frei.
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Bild 2 von 4. Muni Max ist eine 20 Meter hohe und 30 Meter lange Konstruktion. Bildquelle: SRF / Leonie Herde.
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Bild 3 von 4. Im Vergleich mit den Baumaschinen am ESAF wurde die Grösse des Munis deutlich. Bildquelle: SRF.
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Bild 4 von 4. Unterhalb des Munis befand sich unter anderem der Gabentempel. Bildquelle: SRF / Leonie Herde.
Das ist geplant: Am ESAF in Mollis war Muni Max ein Publikumsmagnet. Das möchte sich nun auch Uri zunutze machen. Der Verein «Max der Uristier» will den Holzstier künftig auf dem Nätschen oberhalb von Andermatt zugänglich machen. Die 20 Meter hohe und 30 Meter lange Konstruktion soll wie das Telldenkmal in Altdorf oder der Teufelsstein bei Göschenen zum touristischen Aushängeschild werden.
Sehenswürdigkeiten im Kanton Uri
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Bild 1 von 3. Das Telldenkmal steht im Kantonshauptort Altdorf. Bildquelle: Keystone / Sigi Tischler.
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Bild 2 von 3. Der Teufelsstein wiegt über 200 Tonnen und liegt bei Göschenen. Bildquelle: Keystone / Gaetan Bally.
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Bild 3 von 3. Der Turm von Hospental ist eines von über 50 Urner Baudenkmälern von nationaler Bedeutung. Bildquelle: Keystone / Urs Flüeler.
Das sorgt für Zündstoff: die Finanzierung. Im Grobkonzept sprachen die Verantwortlichen von 2.2 Millionen Franken. Die Kosten teilen sich wie folgt auf: Der Kaufpreis für den Muni Max beträgt laut Verein 1.2 Millionen Franken. Die weiteren Ausgaben sind unter anderem für den Transport, den Wiederaufbau und den Innenausbau vorgesehen. «Die Zahl resultiert aus ersten Hochrechnungen, die zusammen mit Handwerkerinnen und Handwerkern erarbeitet wurden», sagt Cornel Betschart, Sprecher des Vereins «Max der Uristier». Aktuell brauche es «noch grosse Unterstützung aus der Wirtschaft», damit dieser Kostenrahmen eingehalten werden könne.
Das sagt die Regierung: Aus Sicht der Urner Kantonsregierung kann der Uristier den Tourismus ankurbeln und die regionale Wertschöpfung stärken. Daher hat sie entschieden, die Konzeptphase mit einem Beitrag von 50’000 Franken zu unterstützen. Es handelt sich dabei um Gelder im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) – auch der Bund beteiligt sich mit 50’000 Franken.
Das sagen Kritikerinnen und Kritiker: SP und Grüne des Kantons Uri taxieren die finanzielle Beteiligung des Kantons in einer Mitteilung als «unverständlichen Entscheid». Zum einen sei es ein «Widerspruch zum aktuellen Sparkurs des Kantons», sagt Eveline Lüönd, Präsidentin der Grünen. Zum anderen sei es stossend, dass ein privates Projekt Gelder der öffentlichen Hand erhalte. Davon profitieren sollten laut Lüönd «touristisch strukturschwächere» Gemeinden. «Andermatt ist als Destination nicht darauf angewiesen, sich noch besser zu vermarkten.»
Das sagt der zuständige Verein: Die Trägerschaft «Max der Uristier» freut sich über die finanzielle Beteiligung. «Für uns ist das ein starkes Zeichen, dass der Kanton hinter unserem Projekt steht», sagt Sprecher Cornel Betschart. Mit den 100’000 Franken erarbeitet der Verein nun eine Machbarkeitsstudie sowie einen Businessplan mit Betriebskonzept. Gemäss Cornel Betschart hat der Verein von Anfang an geplant, ein Gesuch für NRP-Gelder zu stellen.
So geht’s weiter: Der Verein hat bei den Behörden die Baueingabe gemacht. Uristier Max soll auf vier Etagen zugänglich gemacht werden. Geplant sind unter anderem Ausstellungen zur Entstehung des Holzgiganten und zu imposanten Bergkristallen. Vorgesehen ist auch eine Aussichtsplattform. Das Baugesuch wurde – der Einfachheit halber – vorerst für fünf Jahre gestellt. Die Eröffnung des Uristiers ist für den Sommer vorgesehen.