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Tessiner Gastronomie kämpft mit Fachkräftemangel
Aus HeuteMorgen vom 26.05.2021.
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Fachkräftemangel im Tessin Den Grotti gehen die Kellner aus

Die Tessiner Gastro- und Hotelbranche kämpft mit einem Fachkräftemangel. Eine Lösung ist so bald nicht in Sicht.

Vor einem Jahr sah alles noch ganz anders aus, sagt Urs Zimmermann, Vizepräsident von HotellerieSuisse. Damals hätten alle geglaubt, dass die Coronakrise den Fachkräftemangel in der Tessiner Gastronomie verringere. Falsch gedacht: «Er ist eher noch ausgeprägter geworden», so Zimmermann. Er führt selbst ein Hotel im Tessin.

Viele sagen sich: ‹Die Branche ist mir zu unsicher.›
Autor: Urs ZimmermannVizepräsident HotellerieSuisse

Zimmermann sieht vor allem einen Grund für diese Entwicklung. Viele Gastro- und Hotelmitarbeitende würden ihrem erlernten Beruf bewusst den Rücken kehren. «Mitarbeiter in Kurzarbeit, oder solche, die ihre Stelle verloren haben, sagen sich: ‹Die Branche ist mir zu unsicher, ich gehe in andere Bereiche.›»

Deutsche Mitarbeitende kehren nicht zurück

Zudem seien in den letzten Jahren viele Servicemitarbeitende aus Deutschland wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Eine Lösung wäre, dass arbeitslose Servicemitarbeitende aus der Deutschschweiz ins Tessin kommen, anstatt Arbeitslosengeld zu beziehen.

Zimmermann hält dies allerdings für zu unsicher, da mit zu viel Aufwand verbunden. Stattdessen dürften nun wohl vor allem Grenzgänger in die Bresche springen.

Wegen des Lehrstellenmangels fehlen auch in Zukunft Mitarbeiter.
Autor: Urs ZimmermannVizepräsident HotellerieSuisse

Dennoch werden auf dem Tessiner Arbeitsmarkt wohl noch lange Lücken klaffen. Viele Betriebe würden keine Lehrstellen ausschreiben, gerade solche, die sich noch im Lockdown befinden. «Der Lehrstellenmangel wirkt sich auch auf die Zukunft aus, weil die Mitarbeiter fehlen, die keine Ausbildung gefunden haben.»

Aufnahme von Andreas Züllig
Legende: Andreas Züllig, Präsident von HotellerieSuisse, fürchtet sich vor einem schweizweiten Fachkräftemangel. Keystone

Der Präsident von HotellerieSuisse, Andreas Züllig, und GastroSuisse bestätigen die Aussagen ihres Berufskollegen aus dem Tessin. Der Fachkräftemangel in der Gastrobranche sei jedoch auch schweizweit massiv.

Ihr Blick in die Zukunft ist auch deshalb ein sorgenvoller, weil in Deutschland und Österreich ebenfalls viele Servicemitarbeitende dem Beruf den Rücken kehren. Das Problem lässt sich also nicht einfach mit Fachkräften aus dem Ausland beheben.

HeuteMorgen, 26.05.2021, 06:00 Uhr

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Patricia Mutaleno  (Patricia Mutaleno)
    Mein Mann arbeitete in der Abwaschküche und hat seinen Job auch verloren. Die Bezahlung war nicht gut, die Arbeitszeiten in Schichten. Ich verstehe gut, dass diese Jobs nicht beliebt sind. Und als Ausländer sieht die Lage nochmals anders aus. Würde ein Schweizer den Job machen zu dem selben Gehalt? Das wage ich zu bezweifeln.
  • Kommentar von Bernhard Meile  (Augenzwinkerer)
    Warum werden in dieser Knochenmühle und Hire-und-Fire Branche so geringe Löhne bezahlt? Der Hauptgrund liegt darin, dass der gemeine Kunde nicht bereit und in der Lage ist, für Schnitzel/Pommes Frites/Salat die eigentlich notwendigen 75 Franken (Arbeitszeit des Kochs und des Service, Rohmaterial Lebensmittel, Benutzung Infrastruktur sowie Geschirr und Besteck) zu bezahlen. Angebote dafür gibt's schon ab CHF 17.50. Noch Fragen?
    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Falsch. Die Schuld liegt bei gierigen Investoren und Eigentümer die eine dicke Provision erwarten.
    2. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      @Meile können Sie bitte konkret erläutern wie Sie auf 75 Fr kommen? Auch wenn man den Lohn von Personal auf 10K pro Monat ansetzen würde komme ich nicht annähernd auf diesen Betrag...
    3. Antwort von Enrico Dandolo  (Doge)
      Schon Klar, Herr Meile: Schnipo für CHF 75.00. Und welcher Normalo geht da noch hin? Vorteil: kein Fachkräftemangel, da wenig Kundschaft und so auch kaum Restaurants.
  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Ja hoffentlich überlegen die aktuellen und zukünftigen Arbeitnehmer ihren Berufsentscheid in Zukunft! Bislang galt, "werd wozu du Lust hast". Nun ist es kein guter Rat mehr. Denn Mangelberufe und ihre Arbeitgeber kamen praktisch unbeschadet durch die Pandemie. Aber klar, für diese muss man sich halt schon etwas anstrengen. Ich hoffe, der Weckruf an die Wohlstandsfaulen ist eine der wenigen positiven Seiten (wenn auch nicht die einzige) dieser Notsituation.