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Fällt der Festivalsommer ins Wasser? Veranstalter appellieren an die Politik
Aus Info 3 vom 10.03.2021.
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Festival-Sommer auf der Kippe Erste Open-Air-Betreiber ziehen Corona-Notbremse

Die epidemiologische Lage bleibt unsicher. Ebenso, wie mit Geimpften verfahren wird. Die Veranstalter wollen Klarheit.

Auch dieses Jahr wird es ein leiser Sommer im Berner Oberland: Schon wieder muss das Greenfield-Festival verschoben werden. Die Veranstalter zogen am Morgen die Corona-Notbremse. Die Absage ist eine von mehreren – und deutet auf ein grundsätzliches Problem hin.

Es gäbe zu viele Unsicherheiten in der Planung, welche die ganze Branche betreffen, sagt Stefan Breitenmoser vom Branchenverband SMPA: «Bis jetzt haben das Paléo Festival in Nyon, Rock the Ring in Hinwil und nun das Greenfield-Festival in Interlaken abgesagt.»

Festivalbesucher vor Bühne
Legende: Die Veranstalter fordern Klarheit von der Politik: Auch über die Frage, ob im Sommer nur Geimpfte an Festivals dürfen. Keystone

Der Bundesrat müsse nun endlich kommunizieren, wie es weitergehe, fordert Breitenmoser. «Wenn er sich nicht bald zu Auflagen für grössere Veranstaltungen in diesem Sommer äussert, werden in den nächsten Tagen weitere Absagen folgen.»

Grosse Planungsunsicherheit

Das Problem: Noch immer werden Tickets für Veranstaltungen verkauft, etwa beim grössten Schweizer Konzertveranstalter Gadget ABC. Geschäftsleitungsmitglied Oliver Rosa sagt: «Wir haben immer noch Shows, die im April und Mai im Verkauf sind. Wir können hier aber keine Ansage machen. Für unser Geschäft ist das viel zu kurzfristig – wir können so nicht planen.» Die aktuelle Situation sei sehr unbefriedigend.

Wir sehen die Impfung als ein mögliches Kriterium für den Zugang zu Veranstaltungen in einer Übergangsphase.
Autor: Stefan BreitenmoserBranchenverband SMPA

Ungeklärt ist also die Frage, unter welchen Bedingungen Konzerte und Festivals stattfinden können. Noch sind es Gedankenspiele. Aber die Frage wird in den Medien heiss diskutiert: Wer darf unter welchen Bedingungen an ein Konzert. Soll es beispielsweise eine Impfpflicht geben?

Nein, findet Breitenmoser vom Branchenverband SMPA. Aber: «Wir sehen die Impfung aber als ein mögliches Kriterium für den Zugang zu Veranstaltungen in einer Übergangsphase.»

Der Bundesrat überliess das Feld bisher den Privaten: Wenn ein Musikfestival einen Impfnachweis verlange, fände er das nachvollziehbar, sagte etwa Guy Parmelin vor ein paar Wochen.

Die Zeit drängt – der Kostendruck steigt

Klar ist: Für die Veranstalter wird die Zeit knapp. Grosse Festivals in der Schweiz haben ein Budget im zweistelligen Millionenbereich. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Ausgaben werden fällig – Ausgaben, die von den Kantonen nur teilweise gedeckt werden.

Die Handhabung ist hier unterschiedlich. Meistens umfasst die Ausfallentschädigung aber ein paar Hunderttausend Franken. Verband und Veranstalter erhöhen darum den Druck derzeit massiv. Je näher die Sommermonate kommen – und damit die Festivalsaison –, desto höher wird der Kostendruck.

Info 3 vom 10.03.2021, 12 Uhr

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Christoph Blaser  (Monti)
    Es geht ja nicht darum, die epidemiologische Lage im Sommer vorauszusehen, das kann niemand. Es geht auch nicht darum, jede Ansteckung zu verhindern, das können wir in anderen Lebensbereichen auch nicht. Es geht lediglich darum, den Veranstaltern Planungssicherheit zu geben, indem ihnen gesagt wird, unter welchen (vielleicht prohibitiven) Bedingungen ein Festival durchgeführt werden darf. Das kann man, wenn man will! Nach einem Jahr Corona haben wir dazu das Wissen und die Mittel (z.B. Tests).
  • Kommentar von Stefan Huwiler  (huwist)
    Sicherheit gibt es im Moment nur wenn man absagt. Dann findet es sicher nicht statt. Die Forderung, jetzt zu sagen wie es im Sommer sein wird, ist einfach nur unrealistisch.
  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Die Veranstalter wollen Sicherheit. Wer soll für Sicherheit garantieren? Weder Bundesrat noch sonst wer kann garantieren, dass das Virus im Sommer vorbei ist und es ist eigentlich eine Zumutung, dass die Allgemeinheit dafür aufkommen muss, wenn man wegen dem Ansteckungsrisiko solche Anlässe nicht durch führen kann.
    1. Antwort von Michael Mauerhofer  (mmhofer)
      Wer für was und wen wann aufkommen muss, und wer wann von Zumutung sprechen könnte, da kann man verschiedene Ansichten entwickeln. Ich würde an ihrer Stelle die Argumentation noch einmal durchdenken.
    2. Antwort von Francisco Casanova  (Waldläufer)
      Das Virus wird NIE vorbei sein! Ich frage mich langsam, wie wir durch die schweren Grippejahre gekommen sind. Wie haben wir das nur überlebt? Und vor allem ganz so ohne Bevormundung und Massnahmenzwang...unvorstellbar!
    3. Antwort von Bernhard Haeuser  (Bernie H)
      Man könnte es auch als eine Zumutung sehen, dass die Jungen auf alles verzichten sollen obwohl sie selbst kaum unter Corona leiden (z. B. keine Corona bedingten Todesfälle in der Schweiz bis jetzt). Daher finde ich Ihr Statement schlicht deplaciert.
    4. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Anscheinend kann die SVP als einzige Garantieren das nichts passiert wenn man alles Öffnet sonst würde man ja nicht so Etwas fordern. Ansonsten sind Zukunfts Prognosen Schwierig.
    5. Antwort von Franz Lehmann  ((DrFranz))
      Sie geben sich die Antwort ja selbst Waldläufer. Weil Covid-19 halt eben nicht ist wie die anderen bekannten Viren. Und genau deshalb beurteilen die Leute mit Fachkompetenz (und damit meine ich nicht mich) die Lage anders und die Länder reagieren auch anders. So gesehen, passt scho!
    6. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Bernie H: Die Jungen können - wie man inzwischen festgestellt hat - ebenfalls an Corona erkranken und vor allem auch das Virus weiter verteilen. Wenn sie verzichten müssen, dann auch für sich selbst. Das Virus ist ja nicht von selbst zu den Alten gekommen. Es ist einfach eine simple Aussage, dass die Jungen für die Alten verzichten müssten.
    7. Antwort von Peter Zurbuchen  (drpesche)
      Ihre absolut unhaltbare Aussage, die Jungen sollten auf ALLES verzichten, ist mindestens ebenso deplatziert, Herr Haeuser.
      Das gilt natürlich ebenso für den hanebüchenen Grippe-Vergleich von Herrn Casanova.