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Urs Bächtold: «Feuerwehren sind ohnmächtig gegenüber Unwettern»
Aus News-Clip vom 29.06.2021.
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Feuerwehren im Unwettereinsatz «Die Ereignisse werden intensiver, häufiger und anspruchsvoller»

Die ausgeprägte Unwetterlage der letzten Tage und Wochen hat bei den Feuerwehren der Schweiz für Hochbetrieb gesorgt. Auch am Montagabend waren wieder viele Blaulicht-Organisationen im Einsatz um gegen Wasser, Wind und Hagel zu kämpfen. Der Direktor der Schweizer Feuerwehren Urs Bächtold erklärt im Interview, wie die Feuerwehren mit den zunehmenden Herausforderungen umgehen und was getan werden kann, um die Belastung der Organisationen zu reduzieren.

Urs Bächtold

Urs Bächtold

Direktor Schweizerischer Feuerwehrverband

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Urs Bächtold ist Direktor des Schweizerischen Feuerwehrverbandes.

SRF News: War dieser gewitterintensive Frühsommer für die Schweizer Feuerwehrkorps typisch oder aussergewöhnlich?

Urs Bächtold: Kurzfristig ist diese ausgeprägte Gewitterlage über mehrere Tage in mehreren Regionen der Schweiz gleichzeitig sicher aussergewöhnlich. Mittelfristig betrachtet hatten wir auch in vergangenen Jahren immer wieder heftige Naturereignisse mit sogenannten Jahrhundertereignissen – etwa 2005 und 2007, es ist das also durchaus typisch.

Konfrontiert mit derart starken Gewitterfronten und Hagelzügen sind auch unsere Möglichkeiten limitiert.

Auch die Feuerwehr spürt also offenbar den Klimawandel. Was heisst das nun für Ihr Arbeit?

Die Ereignisse und die Einsatzbewältigung werden intensiver, häufiger und anspruchsvoller. Dementsprechend stehen unsere Leute öfter und auch länger im Einsatz. Und dies zunehmend auch mit einer gewissen Ohnmacht. Denn konfrontiert mit derart starken Gewitterfronten und Hagelzügen, die zerstörerisch durchs Land ziehen, und Wassermassen, die dermassen schnell zur Gefahr werden, sind auch unsere Möglichkeiten limitiert.

Was würde denn der Feuerwehr helfen, um damit besser umgehen zu können?

Es helfen alle Massnahmen, die dafür sorgen, die Einsatzzeiten der Feuerwehren zu reduzieren. Zum Beispiel Liegenschaftsbesitzer, die präventiv ihre Abflussschächte befreien und Gemeinden, welche Aufgaben nicht einfach der Feuerwehr delegieren. So können etwa Strassen durchaus auch in den Folgetagen von den Mitarbeitern des Werkhofs gereinigt werden. Das ist nicht eine Aufgabe der Blaupflichtorganisation Feuerwehr. Oder zum Beispiel kann auch die Partnerorganisation Zivilschutz helfen, wenn sie frühzeitig mobilisieren und unsere Leute entsprechend schnell ablösen kann.

Das Gespräch führte Claudio Spescha.

Tagesschau, 29.06.2021, 12.45 Uhr;

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Hm. Früher waren die Keller Vorratsräume, da faulten vielleicht mal Kartoffeln und Rüben. Heute sind das ausgebaute Freizeiträume oder home offices mit allem technischen Schnickschnack. Kein Wunder steigen die Schadensummen...
    1. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Vor etwa 40 Jahre war ich in die Dorffeuerwehr eingetreten. Drei Jahre später hat ein kleiner Bach das Dorf verwüstet. Schon zu dieser Zeit waren nicht nur Kartoffeln und Rüben im Keller. Nicht zu vergessen die Garagen die auf Kellerniveau waren. Und denken Sie Patrik Müller, sogar Autos wurden mit Sand und Kies gefüllt.
  • Kommentar von Christoph Heierli  (help)
    Da klingt das letzte Abstimmungsresultat betreff Klima, Wasser und Pestizide wie Hohn in den Ohren. Der Schweizer steckt den Kopf in den Sand, es fehlt ihm an Mut zur Änderung.
    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      So ist es, Herr Heierli! Der Schweizer steckt mehrheitlich den Kopf in den Sand oder schmettert Klimavorlagen, von Egomanie besessen, ab. Die direkte Demokratie wird so ad absurdum geführt. Der Bundesrat machte einen grösstenteils guten Job während der zentralen Zeiten der Coronakrise - mit Notrecht.Die Coronakrise war in gewisser Weise kurze Krise inmitten der langen, gefährlichen Klimakrise.Entweder werden wir hier Klimaschutzmassnahmen befürworten,sonst soll der BR per Notrecht dekretieren!!
    2. Antwort von Josef Kälin  (Non-Mainstream)
      Sorry, Herr Heierli, das ist nicht "den Kopf in den Sand stecken" , wenn man Massnahmen ablehnt, die zig Milliarden kosten und kein Iota ändern würden. Es wäre viel klüger, wir würden mehr dahingehend investieren, mit Wetterkapriolen besser umgehen zu können.
    3. Antwort von Urs Vetterli  ()
      @kälin:Sehr geehrter Herr Kälin, Sie hätten keine Milliarden bezahlt, sondern etwas mehr, wenn Ihr persönlicher CO2 Ausstoss gross wäre. Dass die Öl-Lobby einen solch zukunftsweisenden Abstimmungskampf in der reichen Schweiz mit massiver Angstmache vor übertriebenen Kosten gewinnen konnte, stimmt schon nachdenklich.
      Erklären Sie das später einmal Ihren Enkeln.
      Und noch das zweite Argument, es bringt nichts. Sollen doch die anderen die Erwärmung stoppen, wir Schweizer kaufen lieber Pflästerli!!
  • Kommentar von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
    Wir haben nur eine Chance und die heisst Anpassung, ändern werden wir nichts am Klima.
    1. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Anpassung ? Wollen sie in Höhlen leben weil das Klima nicht mehr Ertragbar ist auf der Oberfläche? Genialer Plan Bravo. Wir haben offensichtlich das Klima beeinflust also stimmt ihre Aussage nicht dass wir nichts ändern können. Es gibt auch Leute die Interessiert das Schicksal ihrer Nachkommen , nichts tun ist keine Lösung. Auch die überbevölkerung vorzuschieben ist nur ein nicht eingestehen,auf Teufel komm raus.
    2. Antwort von Hans Murer  (HanMu)
      Das ist eine Antwort die den meisten Leuten passt. Man muss nichts zu tun.
    3. Antwort von Franziska Stäheli  (Franziska Stäheli)
      Herr Stalder ich gebe ihnen recht. Ausser in dem Punkt mit der Überbevölkerung, die hat nämlich auch ihren Platz im Reigen der von Menschen gemachten Ursprünge dieser Katastrophe die das, ist es das dritte oder vierte Massensterben, einläuten.
    4. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Stähli. Die Überbevölkerung wird gern als Hauptfaktor dargelegt, Vorallem von den Rechten Kreisen, den damit kann man auch noch die Zuwanderung einbeziehen. Die Überbevölkerung ist Heute und in Zukunft ein Thema Ja. Aber der Klimawandel wurde durch die Industrialisierung ausgelöst, damals gab es noch keine Überbevölkerung. Die Art wie wir mit Ressourcen umgehen ist das Problem, nicht die Überbevölkerung.