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Gewitter am Zürichberg
Aus News-Clip vom 28.06.2021.
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Gewitter und Starkregen Eine Tote, Verletzte und Schäden durch riesige Hagelkörner

  • Am Montagabend haben erneut heftige Gewitter weite Teile der Schweiz heimgesucht.
  • Stark betroffen waren die Westschweiz sowie die Kantone Bern und Solothurn.
  • Zahlreiche Schadensmeldungen sind bei der Polizei eingegangen, mehrere Personen wurden verletzt, eine Frau starb.

Die Gewitter waren am späten Montagnachmittag aus Westen aufgezogen. Am Jurasüdfuss wehten laut Wetterdiensten Böen von 101 Kilometern pro Stunde, so auch in Cressier NE. Auch der Kanton Freiburg und insbesondere die Region Gruyère waren von den Unwettern betroffen. In der Stadt Bulle fielen Hagelkörner in der Grösse von Golfbällen.

Auto mit kaputter Heckscheibe.
Legende: Kaputte Autoscheiben – hier in Bulle – waren die Folge des Hagelsturms. Keystone

Auch andernorts erreichten die Körner die Grösse von Golfbällen, so in La-Chaux-de-Fonds NE oder Epsach BE. In Nottwil LU hatten die Hagelkörner einen Durchmesser von sieben Zentimetern.

Rettungskräfte mussten ausrücken

Am Abend zog die Gewitterfront auch über die Zentralschweiz und Zürich, bis sie schliesslich die Ostschweiz erreichte.

Riesige «Hagelkörner» sind in Steinhausen ZG vom Himmel gefallen.
Legende: Riesige «Hagelkörner» sind in Steinhausen ZG vom Himmel gefallen. SRF / Brian Gottschalk

Zwischen 17 und 20 Uhr seien bei der Kantonalen Alarmzentrale rund 440 Meldungen eingegangen, teilte die Kantonspolizei Solothurn mit.

Auch im Kanton Zürich regnete es in Strömen. In Opfikon ZH wurden in einer Stunde 36.8 mm Niederschlag gemessen, in Lohn SH waren es 45.6 mm. Davon fielen jeweils rund 20 mm in nur zehn Minuten. Die Feuerwehr sei rund 330 Mal ausgerückt und es seien fast 400 Notrufe entgegengenommen worden, so Schutz und Rettung Zürich auf Twitter. Unter anderem seien Baugerüste eingestürzt und Wasser sei in Gebäude gelaufen. Ein Video auf Twitter zeigt eindrucksvoll die Wucht der Hagelkörner und den heftigen Regen.

Gemäss SRF Meteo wurden zwischen 15 Uhr und 20.30 Uhr in der ganzen Schweiz rund 45'000 Blitzeinschläge gemessen. Mit rund 14'000 Blitzen seien im Kanton Zürich am meisten Entladungen registriert worden.

Im Kanton Thurgau gab es 90 Feuerwehreinsätze. In St. Gallen musste die Feuerwehr rund 20 Mal ausrücken. Betroffen war vor allem die Region um Wil, wie die Kantonspolizei mitteilte. Die Rettungskräfte mussten Keller auspumpen, die wegen des starken Regens überschwemmt worden waren.

Schadensbilanz wird grösser

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Die Schadensbilanz wegen der Unwetter dürfte mit dem erneuten Unwetter weiter gestiegen sein. Bis letzten Freitag schätzten Versicherungsgesellschaften die Schadenssumme auf mindestens 260 Millionen Franken. Es gab zehntausende Fälle, allen voran wegen Hagelbeulen an Fahrzeugen und Gebäudeschäden wegen überfluteter Keller.

Bei der Luzerner Polizei und den Feuerwehren gingen 450 Meldungen ein. Diese betrafen hauptsächlich überschwemmte Strassen und Unterführungen, Wassermassen, die in Häuser flossen, abgedeckte Häuser oder Scheunen und beschädigte Dachfenster.

Eine Tote und mehrere Verletzte

Eine Frau starb in Meikirch bei Bern, weil ein Baum auf ihr Auto stürzte, wie die Kantonspolizei Bern mitteilte.

Im Kanton Zug wurden zwei Personen verletzt. In Cham musste eine Velofahrerin nach einer Verletzung durch Hagelkörner am Kopf ins Spital. In Baar wurde eine Autofahrerin durch Glassplitter leicht verletzt, als der Hagel ihre Frontscheibe beschädigte. In Wolhusen LU wurde eine Person durch herumfliegende Gebäudeteile verletzt, zwei weitere durch Hagelkörner.

In Bedrängnis kam laut Kantonspolizei Freiburg eine 16-köpfige Schulklasse mit ihren zwei Begleitpersonen, die in Bulle von einem Hagelzug überrascht wurde. Sechs Kinder und eine Erwachsene wurden vom Rettungsdienst betreut und zur Untersuchung in ein Spital gebracht.

Neue Gewitter

Bis Dienstagmorgen früh beruhigte sich die Lage etwas. Nach einer kurzen Verschnaufpause dürften tagsüber aber bereits neue heftige Gewitter aufziehen und erneut Sturmböen, Starkregen und Hagel bringen.

Während sich die Lage im Norden beruhigte, zogen in der Nacht auch in Teilen des Kantons Tessin Gewitter auf. In Bosco/Gurin und Airolo fielen seit dem späten Abend rund 50 mm Regen, teilweise sogar mehr.

SRF Meteo, 28.06.2021, 19:55 Uhr;

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65 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Dieser Planet hat seit eh lokal auf weit weniger Menschen reagiert, die zerstörerisch auf ihn Einfluss nahmen. Leider zählt die Menschheit inzwischen nicht mehr nur einige Mio. Wächst sie exponentiell weiter wie bisher, das bestätigt uns jeder Rechner, wird sie sich in ca 55J verdoppelt haben, werden existenzielle Nöte auf uns zukommen. Sind dann alle unsere Mitgeschöpfe ausgestorben, Wasser, Böden, Luft u.der letzte Funken Menschlichkeit ausgegangen...wie wird dann unsere Geschichte wohl enden?
  • Kommentar von Martin Ebnöther  (Venty)
    Zum Glueck ist das ja nur Wetter und nicht irgendwie eine Klimaveraenderung, gell? Mir hats gestern uebrigens auch mein Auto verhagelt. Frontscheibe hat drei grosse Einschlaege kassiert, so dass der Rueckspiegel runterfiel, ein Scheinwerfer ist kaputt und der eine Seitenspiegel hat eine zerbrochene Plastikabdeckung. Das und noch ein paar kleinere Dellen auf der Motorhaube. Und das Cockpit voller Glassplitter. Mir ist zum Glueck ausser einem ordentlichen Schreck nichts passiert.
    1. Antwort von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
      Uiu8ui, das muss aber schön gewütet haben. Und in unserer Gegend blieben wir gestern verschont. Ausser etwas Regnen nix gewesen. Aber heute stürmte und hagelte es auch bei uns, aber es fielen nur kleine Körnchen.
  • Kommentar von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
    Also einige schreiben wirklich wenn wir für Kraftstoff und Heizung mehr zahlen gäbe es so Unwetter nicht? Wird von dem Geld Petrus bestochen?
    1. Antwort von Walter Freiburghaus  (sophisticated)
      ...das ist vermutlich die Idee dahinter, denn wenn man ehrlich etwas unternehmen will, muss man über Kontingente sprechen, alles andere ist unfair und asozial.
    2. Antwort von Felix Rohrer  (Felice2)
      Man nennt das Lenkungsabgabe. Und die funktioniert. Im Grunde wäre das die weiche Tour. Geht übrigens auch mit Samichlaus, Christkind und Storch. Die knallharte Tour findet aber bald einmal statt, weil Ignoranz und Egoismus nichts anderes verstehen.
    3. Antwort von Walter Freiburghaus  (sophisticated)
      @ Rohrer: Und was, wenn's Leute mit Einkommen ab 10K und Reiche nicht kümmert? und es wird sie nicht kümmern des Geldes wegen.