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Lukas Engelberger zur Impf-Flaute
Aus Schweiz aktuell vom 05.07.2021.
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Flaute beim Impfen Reicht ein Impf-Appell, Herr Engelberger?

Die Impfkampagne in der Schweiz ist ins Stocken geraten. Nun hat der Kanton Schwyz einen Impfappell lanciert, damit es mit den Impfungen vorwärts geht. Was hält der Präsident der Gesundheitsdirektoren davon?

Lukas Engelberger

Lukas Engelberger

Präsident Gesundheitsdirektorenkonferenz

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Lukas Engelberger ist seit Juni 2020 Präsident der Schweizerischen Gesundheitsdirektorenkonferenz. Zudem ist er seit 2014 Vorsteher des Gesundheitsdepartementes von Basel-Stadt.

SRF: Herr Engelberger, im Kanton Schwyz hat die Regierung einen Appell getätigt, damit mehr geimpft wird. Reicht das aus?

Lukas Engelberger: Ein Appell ist wichtig, wir müssen uns weiterhin an die Bevölkerung wenden. Wir müssen das Impfangebot erneuern, und zwar auf ganz verschiedenen Kanälen. Da kann man auf der Kommunikationsebene noch viel machen.

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Engelberger: «Da muss man nicht eine Schoggi dazu abgeben»
Aus News-Clip vom 05.07.2021.
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Kommunikation ist ja gut und recht. Bräuchte es aber nicht auch andere Massnahmen, damit mehr geimpft wird?

Wir sind in allen Kantonen daran, die Impfungen einfach zu organisieren, etwa die Impfung in die Praxen zu bringen und in die Apotheken. Oder mit mobilen Einheiten direkt an den Ort zu fahren, wo viele Leute sind, um die Impfung anzubieten.

Jeder und jede tut seiner eigenen Gesundheit etwas zuliebe mit der Impfung. Da muss man eigentlich nicht noch eine Schoggi dazu abgeben.

In anderen Ländern wird mit Anreizen gearbeitet, es gibt Lotterien oder Impfprämien. Was halten Sie von solchen Impfanreizen?

Ich bin skeptisch. Das Impfangebot steht für sich selbst. Jeder und jede tut seiner eigenen Gesundheit etwas zuliebe mit der Impfung. Da muss man eigentlich nicht noch eine Schoggi dazu abgeben.

Jeder Kanton macht es ein wenig anders. Entsprechend sind auch die Impfraten sehr unterschiedlich. Welchen Druck kann man denn noch aufsetzen, damit alle ein hohes Impf-Niveau erreichen und nicht einzelne Kantone ausscheren, worunter dann alle leiden müssen?

Dass die Kantone gemäss ihrer lokalen Situation anders auf die Leute zugehen, ist normal. Wichtig ist aber, dass man auch auf der nationalen Ebene weiterhin eine starke Kommunikation hat – also mit der gesamtschweizerischen Kampagne des Bundes, die bereits läuft.

Es ist ein grosses Risiko, das man auf sich nimmt, wenn man sich nicht impfen lässt.

Wenn nun aber die Impfrate weiterhin zu tief bleibt und nicht steigt: Was bedeutet dies für den Herbst?

Das würde bedeuten, dass wir ein hohes Risiko haben, dass sich immer noch viele Leute anstecken und dass auch viele Leute schwer erkranken und sterben werden. Darauf müssen wir klar hinweisen. Es ist ein grosses Risiko, das man auf sich nimmt, wenn man sich nicht impfen lässt. Deshalb halten wir ja auch das Impfangebot aufrecht.

Wir setzen darauf, dass die Menschen für sich selber Verantwortung übernehmen und sich impfen lassen.

Aber kann man davon ausgehen, dass die Bevölkerung nicht darunter leiden muss, wenn sich einige nicht impfen lassen?

Die aktuelle Planung sieht vor, dass wir ab dem Moment, wenn alle schnell Zugang haben zur Impfung, keine grossflächigen Einschränkungen mehr machen oder Schliessungen. Es wird Veranstaltungen und Tätigkeiten geben, für die es ein Zertifikat benötigt – mit dem ist zu rechnen. Aber weitere flächendeckende Einschränkungen sind nicht vorgesehen.

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Engelberger: «Es ist ein grosses Risiko, wenn man sich nicht impfen lässt»
Aus News-Clip vom 05.07.2021.
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Jene, die sich nicht impfen, sind dann also selber schuld und müssen das Risiko ganz alleine tragen. Und Sie versprechen der Bevölkerung, die sich geimpft hat, dass sie nicht mehr unter Einschränkungen leiden muss?

Solange die Impfung wirkt, ist das unsere Strategie. Wir setzen darauf, dass die Menschen für sich selber Verantwortung übernehmen und sich impfen lassen. Und dass wir dann so den Herbst und den Winter durch unser Alltags-, Wirtschafts- und Gesellschaftsleben aufrechterhalten können.

Das Gespräch führte Tobias Bossard.

Schweiz Aktuell, 05.07.2021, 19:00 Uhr;

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122 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Kappeler  (Dani Toggenburg)
    Falls sich ein freiwillig Nichtgeimpfter mit Corona anstecken sollte, fände ich es nur gerecht, wenn er einen allfälligen Krankenhausaufenthalt und Folgekosten selber bezahlten müsste. Warum sollten die Geimpften dafür aufkommen? Ganz sicher nicht aus Solidarität. Noch besser wäre, sie würden dann nicht unser Gesundheitssystem zur Überlastung bringen.
    1. Antwort von Conny Hasler  (conhas)
      Ihr Vorschlag ist nicht umsetzbar;paradoxerweise meinen viele ungeimpfte Personen,dass sie auf Grund von ihrem gesunden Immunsysten nicht an Covid erkranken;inwieweit sie meinen,sie seien mit ihrem gesunden Immunsystem auch vor einem Herzinfarkt, Schlaganfall,Autounfall geschützt sind,entzieht sich meiner Kenntnis.Es wäre schon viel gewonnen,wenn diese Menschen nicht so lernresistent wären und verstehen würden,dass sie auch nicht vor einem Spitaleintritt gefeit sind.Eben lernresistent.......
    2. Antwort von Megane Kazuto  (Megane Kazuto)
      Ich stimme ihnen eher nicht zu. Allerdings gebe ich Ihnen in einem Punkt recht, das Gesundheitssystem darf nicht überlastet werden. Mein Vorschlag, jemand der sich nicht impften möchte oder nicht kann, willigt freiwillig! ein auf Coronabehandlung zu verzichteten, (nur)wenn die Kapazitäten knapp sind. Und kann im Gegenzug ein Zertifikat beantragen welches dem Covid zertifikat gleichgesetzt ist (im Inland). Klar wäre es nicht perfekt, aber immerhin ein Vorschlag der nicht Existenzen zerstört.
    3. Antwort von Philipp Notter  (Phil1)
      Daniel Kappeler: Dasselbe gilt dann aber auch für Raucher, Wanderer, Töffahrer, Taucher, Fussballer, Skifahrer usw....?
    4. Antwort von Iris Zolliker  (Siriistmeinname)
      @Kappeler: ist das ihre Auffassung von Solidarität? Wie kann ein "Nichtgeimpfter" dafür sorgen, dass er diese teure Impfaktion nicht mitfinanzieren muss?... Wir sitzen alle im selben Boot!
  • Kommentar von Nina Mathis  (Nina M.)
    Wie wäre es wenn man mal einen Impfstoff anschafft der kein mRNA ist??? Vielleicht würden sich dann auch einige mehr Impfen lassen. Der Johnson und Johnson wäre frei gegeben in der Schweiz. Aber man hat in nie bestellt.
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Mit dem Impfen ist, es wie mi der Eigenverantwortung, ist und bleibt eine "Farce"!
    1. Antwort von Peter Hahnau  (Peter Hahnau)
      Nein, die Eigenverantwortung ist keine Farce! Das sagen nur immer diejenigen, die Eigenverantwortung mit dem gleichsetzen, was sie selbst für richtig halten.
    2. Antwort von Manuel Schütz  (ld238m)
      Herr Hahnau, das könnte aber auch Sie selber treffen...