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Tiger-Absturz: Pilot unverletzt
Aus Rendez-vous vom 26.05.2021.
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Flugzeugabsturz Tiger-Kampfjet der Armee in der Region Melchsee-Frutt abgestürzt

  • Ein Kampfjet der Schweizer Armee ist in der Region der Melchsee-Frutt (OW) über unbewohnten Gebiet abgestürzt.
  • Das bestätigt das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS.
  • Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten und blieb unverletzt. Auch sonst kamen keine Personen zu Schaden.

Laut einem Mediensprecher der Schweizer Armee ist die Tiger als Trainingspartner einer F/A-18 unterwegs gewesen.

Es handle sich um eine rot-weisse Maschine, sie sei aber nicht im Zusammenhang mit der Patrouille Suisse geflogen. Die Unfallursache sei noch nicht bekannt. Die Untersuchungen würden mehrere Tage dauern.

Beim abgestürzten Flugzeug handelt es sich um einen F5-Kampfjet der US-Firma Northrop. Davon besitzt die Schweizer Armee mehrere Dutzend Maschinen aus den Baujahren 1976 und 1983/84.

Im Juni 2016 war ein Flugzeug der Schweizer Armee dieses Typs beim Training vor einer Flugshow bei Leeuwarden in den Niederlanden abgestürzt. Auch dort konnte sich der Pilot mit dem Schleudersitz retten.

Es stellt sich die Frage, ob allenfalls fehlerhaftes Material den Absturz in Obwalden verursacht haben könnte. Daniel Reist, Armee-Sprecher, sagt, es wäre zum jetzigen Zeitpunkt eine reine Hypothese, sich dazu zu äussern. «Sicher ist: Es sind Flugzeuge, die am Ende ihres Lebenswegs anlangen – aber die gewissenhaft und komplett gewartet werden.»

Nur noch für Nebenaufgaben

Die ab Ende der 1970er-Jahre beschafften F5-Tiger-Kampfflugzeuge sind bei der Schweizer Luftwaffe nur noch für Nebenaufgaben im Einsatz. Sie werden vor allem für die Entlastung der F/A-18 Hornet sowie für die Patrouille Suisse eingesetzt.

Mit dem Ausscheiden der Venom und dem vermehrten Hunter-Einsatz im Erdkampf ergab sich gegen Ende der 1970er-Jahre eine Lücke im Raumschutz. Diese wurde mit dem Northrop F-5E Tiger II geschlossen, wie die Luftwaffe auf ihrer Homepage schreibt.

Das Parlament beschloss den Kauf der F5-Tiger in der Frühjahressession 1976. Die Einzelteile und Baugruppen wurden in den USA hergestellt, die Endmontage erfolgte bei den Eidgenössischen Flugzeugwerken in Emmen.

Die schwersten Kampfjetunfälle der Schweizer Armee

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29. August 2016: Ein F/A-18-Kampfjet zerschellt im Gebiet des Sustenpasses an einem Berggipfel. Der Pilot wird tot geborgen. Der Flugverkehrsleiter hatte eine zu tiefe Flughöhe angeordnet.

9. Juni 2016: Ein F5-Tiger-Kampfflugzeug der Patrouille Suisse stürzt beim Training vor einer Flugshow bei Leeuwarden in den Niederlanden ab. Der Pilot kann sich mit dem Schleudersitz retten.

14. Oktober 2015: Eine zweisitzige F/A-18 stürzt im gemeinsamen Trainingsraum mit Frankreich südöstlich von Besançon ab. Der Pilot wird verletzt.

23. Oktober 2013: Im Raum Alpnachstad OW zerschellt eine zweisitzige F/A-18 am Lopper. Der Pilot und der Passagier, ein Arzt des fliegerärztlichen Instituts, werden getötet.

7. April 1998: Beim Absturz eines F/A-18-Doppelsitzer-Kampfjets bei Crans VS werden beide Insassen getötet.

20. März 1997: Eine Mirage III RS stürzt bei einem Aufklärungsflug im Raum Ste-Croix VD ab. Der Pilot kommt ums Leben.

4. Juli 1996: Ein Kampfjet Tiger F-5E bohrt sich in Schänis SG nach einem unbeabsichtigten Schleudersitzabschuss in den Boden. Der Pilot überlebt.

SRF 4 News, 26.05.2021, 10.00 Uhr;

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111 Kommentare

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  • Kommentar von Toni Koller  (Tonik)
    Zum Glück ist der Pilot heil davongekommen. Ansonsten gilt: Nur schrottreife Kampfflugzeuge sind gute Kampfflugzeuge. Egal, ob alt oder neu.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Toni Koller: Das gilt insbesondere für kriegführende Nationen wie z.B. Aserbaidschan. Verteidigen darf man sich ja wohl schon.
  • Kommentar von Andi Meier  (Hr.Meier)
    Wenn man das Niveau einiger Kommentarschreiber anschaut, könnte man fast Angst kriegen um aus dem Haus zu gehen..
  • Kommentar von Alessandro Guardia  (Ale.)
    Hier scheinen viele nicht zu verstehen, dass eben genau die fehlende Modernisierung zu mehr menschlichen Fehler führt. Neue Technologien verhindern nicht nur technische Fehler, sondern sie verhindern eben genau auch menschliche Fehler.
    Auch die Kampfflugzeuge müssen an die heutigen Bedingungen angepasst werden!
    Würden wir alle von heute an mit PKW‘s aus den 50er ohne ABS, ESP, Sicherheitsgurte und Servolenkung (inzwischen muss man sogar Handschaltung erwähnen) fahren... malt es euch selber aus
    1. Antwort von Andi Raschle  (aras)
      Herr Guardia: Was mich wirklich beunruhigt, ist die Überheblichkeit verschiedener Exponenten in der Sache. Die Allerwenigsten hier, auf der Strasse und auch im NR (!) können wirklich beurteilen ob und was die LW benötigt um ihren Auftrag zu erfüllen. Auch ich weiss das nicht und genau deshalb verlasse ich mich auf die Sach- und Fachspezialisten des Bundes.
    2. Antwort von Alessandro Guardia  (Ale.)
      Herr Raschle ich bin mir nicht ganz sicher ob das Zustimmung oder Kritik ist :) Ich bin auf jeden Fall auch Ihrer Meinung.
    3. Antwort von Franz Heeb  (fheeb)
      Wurde nicht auch die Boing 737 Max modernisiert ?
    4. Antwort von Halbeisen Charles  (chh)
      @Raschle. Ich nehme an, Verkehrsflugzeuge üben nicht enge Kurven zwischen Felswänden. Und da wird vermutlich vieles vom Autopiloten erledigt. Weniger Stress für die Piloten, weniger Risiko für den Fluggast.
    5. Antwort von Andi Raschle  (aras)
      Herr Guardia: Sorry das kam nicht klar heraus. Mein Kommentar ist eine Zustimmung zu Ihrer Aussage. Ich bin klar für die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge.
    6. Antwort von Andi Raschle  (aras)
      Herr Hallbeisen: Ich nehme an, dass sich Ihr Kommentar erneut auf das Können und die Professionalität der LW-Piloten bezieht. Falls ja, sollte Ihnen bewusst sein, das die CH LW-Piloten weltweit als sehr gut angesehen und fliegerisch geschätzt werden. Die Aussage Ihres Kommentares vom 26.05. 13:45 bezweifelt deren Können ganz klar. Ich nehme an Sie können solche Aussagen mit eigener Flugerfahrung als Pilot begründen?