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Wenig Identifikation mit dem Frauenstreik?
Aus Echo der Zeit vom 31.05.2019.
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Frauenstreik 2019 Bürgerliche Frauen: Streik nein, Gleichberechtigung ja

Hinter dem Anlass am 14. Juni stehen Gewerkschaften und linke Parteien. Auch bürgerliche Frauen nehmen teil. Aber nicht alle.

Das Frauenzeichen, dazu die geballte Faust in der Mitte, mit violettem Hintergrund: Das ist das Zeichen des Frauenstreiks. Babette Sigg, Präsidentin der CVP-Frauen Schweiz, betrachtet es und sagt: «Es ist ein ziemlich deftiges Zeichen mit dieser Faust, mit dem ich mich persönlich nicht identifiziere.»

Auch Streiken und Demonstrieren seien nicht die Mittel der CVP-Frauen, aber: Die Kantonalsektionen würden durchaus ermuntert, an diesem Tag etwas zu unternehmen, eine symbolische Aktion oder ein Treffen. «Denn wir stehen voll hinter den Themen, um die es geht», so Sigg. Diese sind Lohngleichheit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie gesicherte Altersvorsorge.

Babette Sigg
Legende: Babette Sigg, Präsidentin der CVP-Frauen, ruft ihre Sektionen zur Teilnahme an Aktionen auf. Keystone

Ähnlich wie bei den CVP-Frauen klingt es auch bei den FDP-Frauen.

Laut SVP haben Frauen schon Chancengleichheit

Gar kein Verständnis für den Frauenstreik gibt es hingegen bei der SVP. Sie hat als einzige der grossen Parteien seit drei Jahren keine eigene Frauenpartei mehr. SVP-Nationalrätin Barbara Steinemann findet einen Frauenstreik nicht nötig, denn: «Frauen haben heute in der Schweiz die gleichen Chancen.»

Steinemann
Legende: Die Zürcher SVP-Nationalrätin Barbara Steinemann sieht keinen Grund für einen Frauenstreik. Keystone

Gleiche Chancen für alle? Das stimme nicht, und sicher nicht in der katholischen Kirche, widerspricht Simone Curau, selbst CVP-Mitglied.

Sie ist auch Präsidentin des Katholischen Frauenbundes. Dieser ruft mit dem Slogan «Gleichstellung. Punkt. Amen.» ihre 130'000 Frauen in den Sektionen explizit zum Streik auf. «Die katholische Kirche wird von Frauen getragen und von Männern regiert», kritisiert Curau. «Die katholische Kirche könnte nicht bestehen, wenn die Frauen nicht die Funktionen übernehmen würden, die sie heute übernehmen. Aber mitbestimmen dürfen wir immer noch nicht.»

Simone Curau
Legende: Simone Curau vom Schweizerischen Katholischen Frauenbund nimmt die Kirche in die Pflicht. Keystone

Zwei weitere grosse und überparteiliche Frauenorganisationen, der Frauendachverband Alliance F und der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband, stellen sich ebenfalls hinter die Anliegen des Frauenstreiks, organisieren selbst aber keine nationalen Aktionen dazu.

Bürgerliche Bundesrätinnen streiken nicht

Und wie positionieren sich diejenigen Frauen, die die Macht bereits haben – die Bundesrätinnen? Verteidigungsministerin Viola Amherd sagt, sie werde an dem Tag arbeiten. «An diesem Tag findet eine Bundesratssitzung statt und die möchte ich lieber nicht bestreiken.»

Auch Justizministerin Karin Keller-Sutter wird nicht streiken. Es gebe in der Frauenfrage unterschiedliche Positionen, lässt sie schriftlich ausrichten. «Zudem braucht es zur Erreichung der Chancengleichheit aus meiner Sicht ein partnerschaftliches Vorgehen von Frauen und Männern. Der Schlüssel zur Gleichstellung liegt in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.»

Darum geht es beim 2. Frauenstreik

Darum geht es beim 2. Frauenstreik

Am 14. Juni findet in der Schweiz der Frauenstreik statt. Es ist die Neuauflage des Streiks von 1991. Damals hatten sich Hunderttausende an Protestaktionen beteiligt. Die Forderungen sind quasi dieselben wie vor 28 Jahren: Mehr Gleichberechtigung, gleiche Löhne für gleiche Arbeit, Bekämpfung von Sexismus und sexueller Gewalt.

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56 Kommentare

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  • Kommentar von Theresia Weber  (Resi)
    A propos Lohngleichheit wiederhole meinen Vorschlag. Frauen wählen einen bestimmten Wochentag an welchem Shopping-, Schönheitssalon-, Friseurladen-, Restrostreik. 52 Tage/Jahr keinen Rappen Geld ausgeben! Mit massiver Unterstützung der Medien. Bin sicher, dass das Früchte tragen würde. Geschäftsinhaber würden wohl schnell handeln, wenn 52 T/Jahr kein Geld fliesst. Würde bei dieser Aktion sofort mitmachen u. denke Männer auch. Frauen würden aktiv handeln u. sich nicht lächerlich machen.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Es ginge ja auch andersherum: Die Löhne für gleiche Arbeit könnten ja problemlos auch nach unten angepasst werden. Das liebt ja die Unternehmerschaft, siehe Rahmenabkommen. Eine echte Win-Win-Situation für die Unternehmer und die Unternehmer. Die CH-Atraktivtät als Lohnhochinsel würde sinken .... Jedoch mein ultimativer Vorschlag ist und bleibt: all diese Korinthenklauberei könnte elegant mit Bernard Friots Salaire à vie gelöst werden ....
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  • Kommentar von Christine Angst Azevedo  (caa)
    Stossend empfinde ich, dass weibliche Eigenschaften wie Empathie, sich um andere Kümmern und sich zurücknehmen nicht gleich belohnt werden wie "ellbögälä", wichtig tun, grossmäulig sein. Oder wieso erhält eine Tagesmutter Fr. 8.--/h für das strenge Kinderhüten, der Banker, der das Geld anderer Leute verzockt aber 10 x mehr? Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist das eine, gleicher Lohn für andere Eigenschaften das andere. Frauen sollen keine Männer werden aber als Frau gleichviel Wert sein!!!!
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    1. Antwort von Werner Christmann  (chrischi1)
      Empathie und sich um andere kümmern sind keine weiblichen Eigenschaften Frau Angst. Gegen diese Behauptung wehre ich mich vehement.
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    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Frau Angst, Wirtschaft ist Care, dass sollte die Devise sein. Ohne Care geht eigentlich gar nichts. Zum Care und zum klugen und lebensnahen Wirtschaften sind Frauen oft erfahrener, praxisnaher. Care, sorgen, sich kümmern das können Männer auch, doch dieses 'Gebiet' gilt auch noch in postpatriarchalen Zeiten der allgemeinen Verunsicherung für Männer als weiblich konnotiert. Dass dem so ist, zeigen sehr wohl, wie Sie richtig hinweisen, wie solches ‚Tun‘ wirtschaftlich real honoriert wir.
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    3. Antwort von Theresia Weber  (Resi)
      Werner Christmann, à propos Empathie. Anima/Animus (Yin/Yang) stecken in Mann und Frau. Animus der Frauen hat lediglich momentan die Uebermacht übernommen, schlecht integriert. -:)
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