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Die schlechten Bedingungen könnten zu Engpässen führen.
Aus Tagesschau vom 22.05.2021.
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Frost und nasskaltes Wetter Landwirtschaft leidet unter verregnetem Frühling

Der nasskalte Frühling machte den Obst- und Gemüseproduzenten in der Schweiz das Leben schwer.

Im April die vielen Frostnächste und im Mai viel Regen und wenig Sonne: Die Wetterbedingungen in diesem Frühling waren schlecht für Obst und Gemüse.

Beim Bildungs- und Beratungszentrum Inforama Oeschberg in Koppigen (BE) habe es seit Ostern sechzehn Frostnächte gegeben, sagt Obstspezialistin Sabine Wieland. «Wir haben eine sehr kräftezehrende Zeit hinter uns. Die Landwirte haben alles versucht, um ihre Früchte zu retten», so Wieland. Trotzdem seien durch die tiefen Temperaturen zahlreiche Blütenknospen abgestorben.

Besonders hart trifft es das Wallis

Weil die Blüten noch nicht allzu weit entwickelt waren, gab es im Mittelland jedoch keine flächendeckenden Frostschäden. Dies passierte allerdings bei den Aprikosenproduzenten im Wallis. Dort hat der Frost bis zu 70 Prozent der Ernte zerstört. Diese Ausfälle seien so hoch wie noch nie, sagt Georg Bregy vom Amt für Landwirtschaft des Kantons Wallis. «Einige Produzenten haben die gesamte Ernte verloren.»

Die Frostnächte sind nun vorbei, das nasskalte Wetter macht den Bauern und Bäuerinnen aber weiterhin zu schaffen. «Wir hatten die letzten paar Wochen mit dem vielen Regen ein extrem hohes Infektionsrisiko für Obstbäume», so Obstspezialistin Sabine Wieland. Das nasskalte Wetter sorge zudem dafür, dass die Bienen nicht fliegen und nicht bestäuben.

Engpässe bei Gemüse?

«Und wenn die Sonne zu wenig scheint, dann ist die Fotosynthese schlecht. Das kann dazu führen, dass die Früchte unterversorgt sind und abfallen», sagt Wieland. Noch müsse man die Obsternte im Mittelland aber nicht abschreiben. Es komme nun auf das Wetter der nächsten Tage und Wochen an.

Auch die Gemüsebauern leiden unter dem nassen Mai. Zum Beispiel Ronny Köhli im Berner Seeland: «Bei diesen Bedingungen wachsen die Spargeln langsamer.» Normalerweise erntet er zwischen 800 Kilogramm bis zu einer Tonne Spargeln pro Tag. Jetzt ist es nur ein Drittel bis die Hälfte davon.

Thomas Wyssa vom Schweizer Gemüseproduzentenverband und selbst Gemüsebauer sagt, das nasskalte Wetter mache Bauern in der ganzen Schweiz zu schaffen. «In fünf bis sechs Wochen könnte Ware fehlen und wir brauchen Importe», so Wyssa.

Den Gemüsebauern und Obstproduzentinnen bleibt damit nur die Hoffnung auf einen sonnigen und trockenen Juni.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 25. Mai 2021, 17:30 Uhr;

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Das ist Landwirtschaft leben mit der Natur und deren Extremsituationen
    Oft kleineres Einkommen und gleichwohl Neid und Kritik der Nichtlandw Bevölkerung
  • Kommentar von Anna Röthlisberger  (Anna Röthlisberger)
    Dass die Ertragsausfälle aufgrund des nasskalten Wetters im schlimmsten Fall unsere Versorgung mit Lebensmittel beeinträchtigt, scheinen die negativ Kommentierenden völlig auszublenden. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir immer genug zu essen haben!
    1. Antwort von Urs Müller  (Jackobli)
      Solange die Sonne in Andalusien scheint und die billigen afrikanischen Arbeitskräfte verfügbar sind, machen wir uns keine Sorgen!
      Äxgüsi, der Sarkasmus ist eventuell nicht angebracht. Aber so denken wohl viele Menschen hier.
      Das Wetter ist immer lokal, das Klima hingegen global. Das sollte uns Sorgen bereiten.
  • Kommentar von Ulrich Thomet  (UTW)
    Solche Wetterartikel werden nicht von Bauern initiiert. Journalisten erkundigen sich bei landw. Fachstelle, Verbänden und auch bei Bauern, wie sich die Wetterlage, Nässe oder Dürre, auswirkt.
    Je nach Ausrichtung der Schreiber/innen, wird dann ein mehr oder weniger dramatischer Artikel daraus.
    Die Aussage, es sei zu nass, ist eine Feststellung eines Zustandes. So etwas als Jammern zu bezeichnen ist daneben und dient zur Stimmungsmache.
    1. Antwort von Norbert Zeiner  (ZeN)
      Wenn sich Journalisten bei Betroffenen nur erkundigen würden, was Auswirkungen, in diesem Falle Nässe, wäre, und nüchtern über Geschildertes schrieben, wäre das eine. Heutiger Journalismus legt Betroffenen möglichst dramatische Klage in den Mund, hier in etwa wohl so: wie stark leiden Sie unter diesem Extremwetter, das alles kaputt gehen lässt. Je dramatischer die in Mund gelegte Antwort, desto besser für die Story, aber auch Betroffene, die können dann grad noch Ruf nach Staatshilfe anknüpfen.