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Postfinance: Kein Rabatt mehr für Sparguthaben
Aus Espresso vom 19.04.2021.
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Gebühren-Ärger Für viele Postfinance-Kunden wird es teurer

Postfinance dreht an der Gebühren-Schraube: Wer Hypotheken oder Fonds hat, bekommt kein Rabatt–Guthaben mehr.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Postfinance Kunden mit Gebührenerhöhungen vor den Kopf stösst. Neu gibt es nur noch zwei Konto-Pakete zur Auswahl. Diese kosten fünf oder zwölf Franken pro Monat. Wer viel Geld auf dem Sparkonto hatte, bekam bisher Rabatt. Das gilt nun nicht mehr.

Der Ärger unter den Postfinance-Kunden ist gross. Per 1. Juli 2021 können sie nur noch zwischen zwei verschiedenen Konto-Paketen wählen. Die Variante «Smart» beinhaltet ein Privat- und ein Sparkonto sowie eine Postfinance-Karte und kostet fünf Franken pro Monat – also 60 Franken pro Jahr. Bei der Variante «Smart Plus» sind zusätzlich noch eine Kreditkarte und kostenlose Bezüge an Bankomaten im In- und Ausland enthalten. Dafür verlangt die Post zwölf Franken monatlich, respektive 144 Franken pro Jahr.

Kein Rabatt mehr für Sparguthaben

Rabatt auf die Gebühren erhalten Kunden, welche bei Postfinance auch Fondsanlagen, Lebensversicherungen oder Hypotheken abgeschlossen haben. Bisher mussten auch Kunden mit einem Anlage-Vermögen von über 25’000 Franken keine oder lediglich reduzierte Gebühren bezahlen. Damit ist nun Schluss. Ein Hörer ärgert sich: «Bisher bezahlte ich keine Gebühren, neu sind es zwölf Franken pro Monat.» Er wird das Gefühl nicht los, dass die Postfinance die Sparer loswerden will: «Die Postfinance wechselt ihr Gebühren-System so oft, wie andere die Unterhosen.» Wer Geld auf der hohen Kante habe, sei offenbar nicht mehr erwünscht.

Ich bin erstaunt, dass die Postfinance Sparern mit Vermögen keinen Rabatt mehr gibt.
Autor: Benjamin ManzMoneyland

Über diesen Strategiewechsel wundert sich auch Benjamin Manz von Moneyland: «Ich bin erstaunt, dass die Postfinance Sparern mit Vermögen keinen Rabatt mehr gibt. Offenbar lässt sich nur mit Hypotheken, Lebensversicherungen und Fondsanlagen genug Geld verdienen.»

Mit Sparguthaben lässt sich kaum Geld verdienen

Dass man mit den neuen Paket-Lösungen mehr verdienen möchte, streitet Postfinance-Mediensprecherin Tatjana Guggisberg nicht ab: «Es ist korrekt, dass Postfinance in der Summe mehr Einnahmen generiert. In der Vergangenheit konnten viele Dienstleistungen zu günstigen Konditionen oder sogar gratis angeboten werden. Das aktuelle Zinsumfeld und das Kreditverbot erlauben das nicht mehr.»

Ein Vergleich mit den Mitbewerbern zeigt, dass sich die Postfinance mit den neuen Gebühren im Mittelfeld der Banken befindet. Das bestätigt auch Benjamin Manz von Moneyland. Er sagt aber auch: «Preislich attraktiver ist es, wenn man das Konto oder die Kreditkarte beim jeweils günstigsten Anbieter abschliesst.»

Warum Paket-Lösungen – vor allem für Anbieter - so attraktiv sind

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Paket- oder Bündel-Lösungen seien kein neues Phänomen, sagt Andreas Dietrich, Professor für Finanzdienstleistungen an der Hochschule Luzern: «Solche Paket-Lösungen gibt es auch in anderen Branchen. Zum Beispiel bei Telecom-Anbietern, wo man neben Festnetz und Handy auch noch Internet dazu bekommt.» Die Idee dahinter sei klar: So könnten Firmen mehr Produkte verkaufen. Für die Kunden würden solche Paketlösungen die Entscheidung vereinfachen: «Sie müssen nicht x-verschiedene Produkte auswählen, sondern können sich zwischen zwei oder drei Paketen entscheiden.»

Es gebe aber auch einige gewichtige Nachteile für die Kunden: «Es wird natürlich aufwändiger, den Anbieter zu wechseln, wenn man so eine Paket-Lösung abgeschlossen hat.» Zudem könne man auch die Preise nicht mehr 1:1 vergleichen, weil die Pakete der Konkurrenz anders zusammengesetzt seien. «Und es besteht die Gefahr, dass man für etwas bezahlt, dass man gar nicht braucht», sagt Andreas Dietrich. Darum sei es wichtig, solche Paket-Angebote genau anzuschauen.

Espresso, 19.04.21, 08:13

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42 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Brunner  (mbr72)
    Selber schuld, wer für elementare Finanzdienstleistungen (dazu zähle ich Privatkontoführung plus Zahlungsverkehr) solche Gebühren zahlt. Dazu gibt es genügend Dienstleister, welche diese abdecken, ohne Gebühren und mit attraktiveren Kommissionen. Neon, Wise, Revolut u.w. (und ja, man kann damit Geld verdienen, Wise weist seit Jahren einen Nettoprofit aus!).
    1. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Ist dann vor allem interessant, wenn etwas in die Hosen geht, beim Überweisen, oder sich jemand in der Kasse bedient, ohne es zu dürfen. Die besagten Dienste garantieren natürlich alle immer alles, bis dann etwas passiert. Was bei PF und anderen nicht ganz so digitalisierten Anbietern sehr schnell machbar ist, ist dann mit dem Bot in Niergendwo nicht ganz so einfach, wie schon einige erfahren mussten. Unter dem Strich sind dann 60.- relativ günstig ...
  • Kommentar von Inka Amman  (Inky)
    Was nichts kostet, hat keinen Wert...Ich bin selber PF Kundin. Klar sind Gebührenerhöhungen nicht schön, aber ich bin sie bereit zu zahlen. Und was sind heute schon CHF 5? Eine Tasse Kaffee...
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Die Situation ist eigentlich ganz einfach. Ein Wirtschaftssystem bei dem jedes Jahr mehr Gewinn erzeugt werden soll und zwar unendlich lang, stösst irgendwann an seine Grenzen. Dies erzeugt dann als Folge immer kompliziertere Konstruktionen um das Geld für neuen Gewinn generieren zu können. Die Opfer dieser Situation sind die Bürger. Von der Politik hat der Bürger keine Hilfe oder Schutz vor den Plünderungen Betrieben zu erwarten.
    1. Antwort von Jonathan Wolff  (Nathanloup)
      Die Opfer können selber entscheiden, ob sie diese Rollen einnehmen wollen, oder nicht. Es gibt genug andere Alternativen.