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Das sagt der Direktor des Bundesamts für Informatik
Aus Tagesschau am Vorabend vom 04.06.2021.
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Geimpft an den Strand Haben alle zu Ferienbeginn ein Covid-Zertifikat, Herr Lindemann?

Einen knappen Monat hatte das Bundesamt für Informatik und Tele-kommunikation (BIT) Zeit, das Covid-Zertifikat umzusetzen. Wie sicher das sein kann, wenn es so schnell gehen muss und wo man damit hinreisen kann, erklärt BIT-Direktor Dirk Lindemann.

Dirk Lindemann

Dirk Lindemann

Direktor BIT

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Dirk Lindemann ist seit November 2019 Direktor des Bundesamtes für Informatik und Telekommunikation (BIT).

SRF News: Haben in der Schweiz alle die wollen dieses Covid-Zertifikat zu Ferienbeginn griffbereit?

Dirk Lindemann: Das ist natürlich unser erklärtes Ziel. Wir haben sichergestellt, dass die Kantone zusammen mit uns und auch mit den Systemen der Ärzte, Apotheker und der Labore eine Schnittstelle bereitstellen. Und dass wir diese Informationen, also diese Zertifikate, möglichst schnell an die Bürgerinnen und Bürger ausweisen können, sodass diese rechtzeitig zur Verfügung stehen.

Schaffen Sie das?

Selbstverständlich.

Ich werde Mitte Juni zum zweiten Mal geimpft. Ich lebe im Kanton Bern. Wann habe ich das Zertifikat?

Mitte Juni könnte es durchaus sein, dass Sie das Zertifikat gleich mitbekommen. Spätestens aber ab dem 21. Juni, denke ich, werden Sie es bekommen.

Das Gesetz sieht vor, dass man das Zertifikat nur auf Anforderung bekommt.

Zuständig für die Ausstellung sind die Kantone. Da gab es kritische Stimmen, zum Teil auch massive Kritik. Es sei zu umständlich, es sei zu aufwändig. Was entgegnen Sie diesen Befürchtungen der Kantone?

Ich denke, das kam daher, dass es nicht ganz klar war, wie wir das umsetzen werden. Wir haben zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen in den Kantonen unterdessen gesprochen und aufgezeigt, wie wir das umsetzen werden, und dass der Aufwand gar nicht so gross ist. Auch, dass wir alles dransetzen, dass die Kantone diese Zertifikate so schnell wie möglich elektronisch zur Verfügung stellen können. Dort, wo das nicht möglich ist, unterstützen wir die Kantone.

Wo könnte es nicht möglich sein?

Wenn jemand, der geimpft worden ist, keine Handynummer und keine Mail-Adresse hinterlässt und nur eine postalische Adresse hat. Das Gesetz sieht vor, dass man das Zertifikat nur auf Anforderung bekommt. Eine solche Person würden wir dann anschreiben und ihr mitteilen, dass sie ein entsprechendes Zertifikat zu gute hätte.

Die Kantone müssen bestimmen, welche Stellen dieses Covid-Zertifikat ausstellen können. Das wird Unterschiede geben, das wird einen Wildwuchs geben, warum nicht eine einheitliche Lösung?

Ja in jedem Kanton ist es ein klein wenig anders, es gibt unterschiedliche Voraussetzungen: Die grossen Kantone arbeiten zum Beispiel sehr stark mit Impfzentren, es gibt auch andere, die stark mit Hausärzten arbeiten. Hier geht es darum, dass wir eigentlich das ganze abdecken, dass alle ihre Zertifikate auch bekommen können.

Das Zertifikat soll ja dazu dienen, dass man vor allem in die EU-Staaten reisen kann. Das gegenseitige Akzeptieren der Systeme sei gewährleistet heisst es, aber wird es dann auch funktionieren?

Wir haben uns genau an die Regeln der Europäischen Union gehalten. Damit ist sichergestellt, dass das Zertifikat, das wir bereitstellen, auch in der EU anerkannt wird.

Wichtig ist natürlich, dass man sich vorher erkundigt wie die Einreisebestimmungen in die jeweiligen Länder sind und ob das Zertifikat dort anerkannt wird.

Viele Leute wollen auch ausserhalb dieses Raums reisen, da nützt das Zertifikat wahrscheinlich nichts.

Das hängt davon ab, ob diese Länder mit der EU oder mit der Schweiz ein entsprechendes Abkommen für die gegenseitige Anerkennung der Zertifikate abschliessen. Dann ist natürlich auch das möglich, das werden wir dann sehen.

Das wird wohl noch nicht zu Beginn der Sommerferien parat sein.

Das kann durchaus sein. Wichtig ist natürlich, dass man sich vorher erkundigt wie die Einreisebestimmungen in die jeweiligen Länder sind und ob das Zertifikat dort anerkannt wird.

Das Gespräch führte Gion-Duri Vincenz.

Tagesschau, 4.6.21, 18 Uhr;

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48 Kommentare

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  • Kommentar von markus ellenberger  (ELAL)
    „ Haben alle zu Ferienbeginn ein Covid-Zertifikat, Herr Lindemann?“ wo kann ich das abholen denn ich brauche ja eines wenn ich verreisen will
  • Kommentar von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
    Wann darf ich das Meer wiedersehen? An sich möchte ich mindestens entweder das Meer sehen dürfen oder die Daten zur Häufigkeit von Infektionen bei Geimpften. Beides wird mir vorenthalten und ich mache diese Zwänglerei nicht mit.
    1. Antwort von Kevin Buck  (Techkev)
      Das können sie Problemlos von der Wirksamkeit her berechnen. Bei Moderna und Pfizer beträgt sie 94% bzw. 95%. Daher kann mit einer 5-6% Wahrscheinlichkeit einer Infektion trotz Impfung rechnen, ja älte rman ist desto wahrscheinlicher. Bei unter 40 Jährigen beträgt die Wirksamkeit nahezu 100%. Im Staat King County in Washington, USA sind 75% der Bevölkerung geimpft. 97% der Neuansteckungen finden unter ungeimpften statt. Hier nachzulesen: https://bit.ly/3wYwPkL
    2. Antwort von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
      @Buck, danke für diesen Link! Das ist hier aber zweierlei. Die Wirksamkeit der Impfversuche bezieht sich auf Erkrankungsfälle (soviel mir ist eher die schwereren), die Angabe aus King County auf die Infektionen. Die Zahl mag ähnlich sein, falls unter den Geimpften nur noch Leute mit sehr deutlichen Symptomen testen gegangen sind, oder sogar im Spital getestet werden mussten (letzteres USA-weit bisher etwas über 3'000 laut CDC). Dadurch würde sich auch das Verhältnis verändern.
  • Kommentar von Halbeisen Charles  (chh)
    Das Zertifikat der Unfreiheit und Ungleichheit.
    1. Antwort von Kevin Buck  (Techkev)
      Das Zertifikat schützt geimpfte vor Diskriminierung.
    2. Antwort von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
      Auf welcher sachlichen Grundlage, Herr Buck? Sie können mir sicher mit den entsprechenden Zahlen helfen - bis Ende April hat das CDC Breakthrough-Infektionen registriert, jetzt wurde zwar die Nachverfolgung auf die hospitalisierten Fälle oder Sterbefälle eingeschränkt, aber auch diese Daten liegen vor und sind vermutlich eh verlässlicher.

      There is some evidence that vaccination may make illness less severe for those who are vaccinated and still get sick. (CDC)
    3. Antwort von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
      Ps, das CDC schreibt an der Stelle nicht, worin die Evidenz besteht. Im Allgemeinen muss ich sagen sieht es für mich danach aus, als würden Grundrechte zugesprochen und eingeschränkt aufgrund von Hoffnungen, Befürchtungen und politischer Pragmatik. Bei den Impfungen wird der Zusammenhang mit potenziellen Nebenwirkungen während der Roll-Outs geprüft, dasselbe gilt vermutlich für den Schutz vor Infektion - nur dass Geimpfte sich ja auch bei uns nicht testen lassen sollen, wenn es nicht sein muss.
    4. Antwort von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
      Bis klare Stellungnahmen vorliegen, ist die Pandemie vorbei. Man konnte sein Programm abspulen und es dann bewerten, um im besten Fall fürs nächste Mal zu lernen. Es bleibt uns überlassen, es für eine Notsituation zu halten oder eher für ein Riesen-Experiment.