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Die Situation für das Gesundheitspersonal hat sich nicht wirklich verbessert.
Aus HeuteMorgen vom 26.10.2020.
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Gemeinsame Aktionswoche Gesundheitspersonal fordert Anerkennung statt Applaus

Im Frühling wurde den Pflegefachleuten zugeklatscht – im Herbst hat sich für sie kaum etwas verändert.

Das Unispital Genf sucht Pflegepersonal für die zweite Corona-Welle und die Kantone warnen vor einem Personalmangel. Die Pflegenden selbst fühlen sich erschöpft und ernüchtert – zu wenig habe sich seit dem Applaus im Frühjahr verändert. Nun lancieren Gewerkschaften und der Berufsverband der Pflegefachleute eine Aktionswoche für mehr Anerkennung und bessere Arbeitsbedingungen.

Der Obwaldner Gesundheitspolitiker Erich Ettlin.
Legende: Die Pflegenden hätten eine höhere Akzeptanz durch die Coronakrise gewonnen, sagt Gesundheitspolitiker Erich Ettlin. Keystone/Archiv

Sie habe sich im Frühling über das Klatschen gefreut, erinnert sich die Pflegeexpertin Myriam Gerber. Sie arbeitet in einem grossen Spital im Kanton Bern. Im Sommer dann sagte sie: «Der Druck ist gestiegen, weil man versucht, die Verluste des Lockdowns zu kompensieren und das vor allem auf den Schultern des Pflegefachpersonals.» Pflegende fühlen sich überlastet und erschöpft.

Der Druck ist gestiegen, weil man versucht, die Verluste des Lockdowns zu kompensieren und das vor allem auf den Schultern des Pflegefachpersonals.
Autor: Myriam GerberPflegeexpertin

Die Anliegen der Pflegeverbände wurden zwar in der Politik gehört – das zeigt die Debatte über die Pflegeinitiative, welche unter anderem bessere Arbeitsbedingungen und mehr ausgebildetes Fachpersonal verlangt. «Diese Diskussion wird geführt und passiert ist natürlich das: Ich denke, dass die Pflegenden höhere Akzeptanz durch die Coronakrise gewonnen haben», sagt der Obwaldner Gesundheitspolitiker Erich Ettlin.

Ruth Humbel, Präsidentin der nationalrätlichen Gesundheitskommission.
Legende: Nationalrätin Ruth Humbel unterstreicht, dass das Parlament die Pflege stärken will. Keystone/Archiv

Ruth Humbel, Präsidentin der nationalrätlichen Gesundheitskommission, unterstreicht ebenfalls, dass das Parlament die Pflege stärken will. Deshalb blickt sie kritisch auf die Aktionswoche der Pflegeverbände und ihre Forderungen wie etwa einen zusätzlichen Monatslohn für alle.

Würdigen die Kantone die Zusatzleistung?

Humbel will unterscheiden: «Es gab diejenigen, die in Covid-Spitälern tätig sein mussten, auf Intensivstationen, wo die psychische und physische Belastung sicher sehr gross war», erklärt sie und sagt weiter: «Da gehe ich davon aus, dass auch die Institutionen und die Kantone eine Leistungsabgeltung für diesen ausserordentlichen Einsatz ausrichten.» Daneben habe es viele Pflegefachleute in Kurzarbeit gegeben.

Ich gehe davon aus, dass die Institutionen und die Kantone eine Leistungsabgeltung für diesen ausserordentlichen Einsatz ausrichten.
Autor: Ruth HumbelPräsidentin nationalrätliche Gesundheitskommission

Auch wenn die Pflegefachleute von der Politik gehört wurden – ihr Arbeitsalltag hat sich noch nicht spürbar verbessert. So ist es Herbst geworden. Pflegeexpertin Myriam Gerber stellt fest: Die Schutzkleidung reiche inzwischen aus und die Abläufe seien routiniert. «Sonst ist es stressig wie immer», sagt sie. Gerber spricht von Abfertigung, weil Personal fehle und die Bedingungen prekär seien. Und: Der Winter kommt erst.

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Aus dem Archiv: Herrscht in der Schweiz Pflegenotstand?
03:59 min, aus Echo der Zeit vom 15.09.2020.
abspielen. Laufzeit 03:59 Minuten.

SRF 4 News, Heute Morgen, 26.10.2020, 06:00 Uhr

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147 Kommentare

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  • Kommentar von Micha Flachs  (Summervogu)
    Als ausgebildeter Fachmann Gesundheit habe ich mich bereits in der Lehre dazu entschieden, nach dem Abschluss eine andere Ausbildung zu machen. Dies obwohl ich den Beruf sehr sehr gerne ausgeführt habe.

    Spitäler, Alters- und Pflegeheime, die Gewinn abwerfen müssen - und dazu Personal einsparen. Dies auf dem Rücken von Mitarbeit*innen und Patient*innen.

    Ehemaliger Pfleger an die stimmberechtigten Babyboomer: Unter diesen Umständen, pflegt euch doch selber.
  • Kommentar von Ueli Breitenmoser  (Breitenmoser)
    "Gesundheitspersonal fordert Anerkennung statt Applaus" und danach wird nur noch von Pflegepersonal geschrieben. Ganz Allgemein wurde schon viel über das Pflegepersonal gesprochen. Haben Sie sich (SRF) auch schon mal vertieft Gedanken darüber gemacht was gerade in biomedizinischen Laboratorien abgeht?
    Ich arbeite in einem der grössten Zentrumslaboratorien im Kanton SG. Zu den normalen 2800 Probeneingängen haben wir noch über 600 SARS-CoV-2 RT-PCR Nachweise zu leisten. Bitte auch daran denken.
    1. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Sorry, aber Peaks hat jeder. Sie dürfen trotzdem zu normalen Bürozeiten ins Labor, müssen sich nicht unzufriedene oder sterbende Patienten anhören, müssen keinen Körperkontakt zu ihnen herstellen undundund... Also bleiben wir doch bei der Pflegediskussion.
  • Kommentar von Helen Gersbach  (Soliris)
    Bitte halten Sie sich an die Corona-Schutzmassnahmen, damit tun Sie der Pflege und sich selbst, den grössten Gefallen zurzeit!
    Was, wenn das Gesundheitssystem vollkommen überlastet wird, und Sie dringende medizinische Hilfe benötigen?