Die Generation Z ist zwischen 16 und 31 Jahren alt. Oft heisst es, diese Gen Z hätte höhere Ansprüche an ihre Arbeitsstelle und an die Arbeitgebenden als andere Generationen. Nun zeigt eine Studie: Die Gen Z an und für sich gibt es gar nicht. Auch da gibt es unterschiedliche Typen – etwa leistungsorientierte Menschen und solche, die eher Sicherheit brauchen. Yannick Blättlers Firma berät Unternehmen und erklärt, welche Erwartungen die Jungen an die Arbeitswelt haben. Er selbst ist knapp nicht mehr Teil der Generation Z.
SRF News: Wie anders ist denn diese Generation Z?
Yannick Blättler: Ich glaube, wir haben mit der Generation Z eine spezielle Generation, die definitiv höhere Ansprüche hat. Das ist aber nicht alles schlecht und das heisst auch nicht, dass sie nicht arbeiten wollen, sondern einfach, dass sie vielleicht in einem anderen Umfeld arbeiten wollen in Zukunft.
Was sind die Erwartungen der Gen Z an die Arbeitswelt?
Sie sind in einem Kontext aufgewachsen, wo ein neues Führungsverständnis verlangt wird: mehr Flexibilität, mehr Klarheit, schnelleres Feedback, schnellerer Bewerbungsprozess.
Junge Leute wollen nicht mehr Jahresendgespräche, sondern sie wollen Quartalsziele und sofortige Feedbacks erhalten.
Und wahrscheinlich schon auch den einen oder anderen Benefit, der da gesucht wird. Ich glaube aber trotzdem, wenn man der jungen Generation gute Bedingungen im Arbeitsumfeld bietet, ist es eine Generation, die auch Gas geben und sich selbst entwickeln will.
Was heisst es konkret, ein gutes Arbeitsumfeld zu bieten?
Wir sehen, dass die Führungsarbeit komplexer und aufwendiger geworden ist. Junge Leute wollen zum Beispiel nicht mehr Jahresendgespräche, sondern sie wollen Quartalsziele und sofortige Feedbacks erhalten. Sie wollen schon beim Bewerbungsgespräch wissen: Was ist hier möglich? Wie kann ich mich weiterentwickeln?
Firmen müssen schauen, dass sie genügend relevant sind für die Jungen.
Sie brauchen psychologische Sicherheit. Ich will nicht sagen, dass es die einzige Generation ist, die das braucht. Aber wir merken schon, wie stark dieses Bedürfnis ist. Sie vergleichen sich. Sie haben viele Möglichkeiten und fragen sich: Bin ich auf dem richtigen Weg? Da müssen wir schauen, dass wir ihnen diese Sicherheit geben – zum Beispiel mit einer inspirierenden Führung.
Wieso ist es für Unternehmen derart wichtig, dieser Generation Z so viel Aufmerksamkeit zu schenken?
Ich finde es generell gut, dass man den Mitarbeitenden mehr Aufmerksamkeit schenkt. Das gilt für alle Generationen. Das Problem ist, dass wir aufgrund des demografischen Wandels einfach viel weniger junge Leute haben, die in den letzten zehn Jahren in den Arbeitsmarkt eingetreten sind. Das bedeutet auch mehr Verhandlungsmacht für die Jungen. Sie konnten sich auswählen, wo sie die Lehre oder wo sie die Stelle antreten. Das heisst, Firmen müssen schauen, dass sie genügend relevant sind für die Jungen. Und generell ist es wichtig, dass wir als Gesellschaft die Jungen begeistern für die Firma, für die Branche, für die Zukunft in der Schweiz.
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Bild 1 von 2. Die neue Studie besagt, dass 59 Prozent gerne arbeiten. Bildquelle: Keystone/Gaetan Bally.
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Bild 2 von 2. Weil es aufgrund des demografischen Wandels weniger junge Leute gibt, haben die Jungen mehr Verhandlungsmacht. Bildquelle: Keystone/Gaetan Bally.
Viele dieser Schwierigkeiten hat es auch schon früher gegeben. Ist das einfach ein wunderbares Geschäftsmodell?
Seit zehn Jahren hat unser Unternehmen wöchentlich Anfragen von Firmen, welche diese junge Generation verstehen wollen. Wir haben 25 Mitarbeitende. Es ist also nicht einfach nur ein Marketing-Gag, sondern wirklich ein grosses Bedürfnis in der Schweizer Wirtschaft.
Das Gespräch führte Yves Kilchör.