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Generation Z «Gen Z verlangt bei der Arbeit mehr Flexibilität und Klarheit»

Die Generation Z ist zwischen 16 und 31 Jahren alt. Oft heisst es, diese Gen Z hätte höhere Ansprüche an ihre Arbeitsstelle und an die Arbeitgebenden als andere Generationen. Nun zeigt eine Studie: Die Gen Z an und für sich gibt es gar nicht. Auch da gibt es unterschiedliche Typen – etwa leistungsorientierte Menschen und solche, die eher Sicherheit brauchen. Yannick Blättlers Firma berät Unternehmen und erklärt, welche Erwartungen die Jungen an die Arbeitswelt haben. Er selbst ist knapp nicht mehr Teil der Generation Z.

Yannick Blättler

Unternehmensberater

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Als Gründer und CEO von Neoviso kennt Yannick Blättler die Generation Z gut. Sein Unternehmen untersucht mit eigenen Studien die 15- bis 25- jährige Altersgruppe regelmässig. Mit einem Datenpanel hat die Firma Zugriff auf über 6000 Menschen der Gen-Z und befragen diese regelmässig nach ihren Bedürfnissen. Auf dieser Grundlage berät Neoviso andere Unternehmen mitunter zu den Themen digitales Marketing, Employer Branding und modernes Human Resources Management.

SRF News: Wie anders ist denn diese Generation Z?

Yannick Blättler: Ich glaube, wir haben mit der Generation Z eine spezielle Generation, die definitiv höhere Ansprüche hat. Das ist aber nicht alles schlecht und das heisst auch nicht, dass sie nicht arbeiten wollen, sondern einfach, dass sie vielleicht in einem anderen Umfeld arbeiten wollen in Zukunft.

Was sind die Erwartungen der Gen Z an die Arbeitswelt?

Sie sind in einem Kontext aufgewachsen, wo ein neues Führungsverständnis verlangt wird: mehr Flexibilität, mehr Klarheit, schnelleres Feedback, schnellerer Bewerbungsprozess.

Junge Leute wollen nicht mehr Jahresendgespräche, sondern sie wollen Quartalsziele und sofortige Feedbacks erhalten.

Und wahrscheinlich schon auch den einen oder anderen Benefit, der da gesucht wird. Ich glaube aber trotzdem, wenn man der jungen Generation gute Bedingungen im Arbeitsumfeld bietet, ist es eine Generation, die auch Gas geben und sich selbst entwickeln will.

Die Mär der Faulheit

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Ein Vorurteil ist, dass die Gen Z faul sei und nicht gerne arbeiten würde. Die Studie besagt jedoch, dass 59 Prozent gerne arbeiten. Yannick Blättler relativiert: «Eine gewisse Normalverteilung von den ganz Faulen bis zu den absoluten ‹Overachievers› gab es in jeder Generation. Wir sprechen immer gerne, gerade bei den Jungen, über die eher etwas Fauleren, vielleicht auch am Stammtisch oder in den Medien. Aber ich glaube, die junge Generation will arbeiten, die will etwas bewegen.»

Was heisst es konkret, ein gutes Arbeitsumfeld zu bieten?

Wir sehen, dass die Führungsarbeit komplexer und aufwendiger geworden ist. Junge Leute wollen zum Beispiel nicht mehr Jahresendgespräche, sondern sie wollen Quartalsziele und sofortige Feedbacks erhalten. Sie wollen schon beim Bewerbungsgespräch wissen: Was ist hier möglich? Wie kann ich mich weiterentwickeln?

Firmen müssen schauen, dass sie genügend relevant sind für die Jungen.

Sie brauchen psychologische Sicherheit. Ich will nicht sagen, dass es die einzige Generation ist, die das braucht. Aber wir merken schon, wie stark dieses Bedürfnis ist. Sie vergleichen sich. Sie haben viele Möglichkeiten und fragen sich: Bin ich auf dem richtigen Weg? Da müssen wir schauen, dass wir ihnen diese Sicherheit geben – zum Beispiel mit einer inspirierenden Führung.

20 Prozent der Jungen bei der Arbeit geistig überlastet

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Laut der Studie ist der Wert der psychischen Überlastung der höchste im Generationenvergleich. Laut Yannick Blätter ist es sehr wichtig, dass man dieses Thema ernst nimmt. Unternehmen müssten darauf achten, dass sie Gefässe schaffen, wo sich die Jungen ausdrücken können: Was macht ihnen Stress? Was macht ihnen Druck? Wo macht es ihnen aber auch Freude? Wie fühlen sie sich gerade? «Dass man Resilienz aufbaut, ist etwas, was man lernen muss und nicht einfach so hat. Es braucht mehr Gespräche, mehr Check-Ins und vielleicht auch mehr Möglichkeiten, sich bei Krisensituationen Hilfe zu holen oder Hilfe anzubieten», sagt Blättler.

Wieso ist es für Unternehmen derart wichtig, dieser Generation Z so viel Aufmerksamkeit zu schenken?

Ich finde es generell gut, dass man den Mitarbeitenden mehr Aufmerksamkeit schenkt. Das gilt für alle Generationen. Das Problem ist, dass wir aufgrund des demografischen Wandels einfach viel weniger junge Leute haben, die in den letzten zehn Jahren in den Arbeitsmarkt eingetreten sind. Das bedeutet auch mehr Verhandlungsmacht für die Jungen. Sie konnten sich auswählen, wo sie die Lehre oder wo sie die Stelle antreten. Das heisst, Firmen müssen schauen, dass sie genügend relevant sind für die Jungen. Und generell ist es wichtig, dass wir als Gesellschaft die Jungen begeistern für die Firma, für die Branche, für die Zukunft in der Schweiz.

Viele dieser Schwierigkeiten hat es auch schon früher gegeben. Ist das einfach ein wunderbares Geschäftsmodell?

Seit zehn Jahren hat unser Unternehmen wöchentlich Anfragen von Firmen, welche diese junge Generation verstehen wollen. Wir haben 25 Mitarbeitende. Es ist also nicht einfach nur ein Marketing-Gag, sondern wirklich ein grosses Bedürfnis in der Schweizer Wirtschaft.

Das Gespräch führte Yves Kilchör.

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SRF 4 News, 29.5.2026, 7:23 Uhr ; 

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