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Legende: Video Streit um Tempo 30 abspielen. Laufzeit 04:12 Minuten.
Aus 10vor10 vom 04.04.2019.
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Geschwindigkeitskontroverse SVP-Nationalrat will Tempo-30-Zonen auf Hauptstrassen abschaffen

Tempo-30-Zonen auf Hauptstrassen sind SVP-Nationalrat Rutz ein Dorn im Auge. Er fordert innerorts überall Tempo 50.

Viele Städte würden nur aus politischen Gründen die Tempo-30-Zonen ausweiten, ist SVP-Nationalrat Gregor Rutz überzeugt. Lärmtechnisch bringe das nicht viel, störe aber den Verkehrsfluss. «Wenn man keinen Lärm will, müsste man Städte autofrei machen. Aber dass dies nicht funktionieren kann, ist wohl jedem klar», so Rutz.

Das Gewerbe und auch der öffentliche Verkehr seien auf funktionierende Strassenverbindungen angewiesen. Darum brauche es innerorts flächendeckend Tempo 50 auf Hauptverkehrsachsen, betont Rutz gegenüber SRF.

Der Nationalrat hat eine entsprechende parlamentarische Initiative von Rutz angenommen. Nun befasst sich die Verkehrskommission des Ständerates mit dem Vorstoss, ihr Entscheid dazu ist am Freitag zu erwarten.

Kantone und Gemeinden haben Bedenken

Kantonen und Gemeinden behagt die Initiative gar nicht. Sie sehen sich dadurch in ihrer Autonomie eingeschränkt, und haben deshalb in einem Schreiben an die ständerätliche Verkehrskommission ihre Bedenken geäussert, wie der «Tages-Anzeiger» heute berichtet.

In der Luzerner Gemeinde Horw beispielsweise hat man eine Hauptverkehrsachse mitten durchs Dorf in eine Tempo-30-Zone umgestaltet. Die Erfahrungen seien sehr positiv, Verkehr und Lärm hätten abgenommen, so der zuständige Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP).

Dass nun vom Bund innerorts auf Hauptverkehrsachsen flächendeckend Tempo 50 verordnet werden könnte, hält er für den falschen Ansatz. «Die lokale Politik will selber entscheiden, was man wo macht, um lokale Verkehrsprobleme zu lösen.»

Legende: Video Matthias Senn: «Man muss vor Ort prüfen, was sinnvoll ist»» abspielen. Laufzeit 00:13 Minuten.
Aus News-Clip vom 04.04.2019.

«Das würde ich sehr schade finden»

Ähnlich sieht dies Bauvorsteher Matthias Senn (FDP) im benachbarten Kriens. Auch hier will man die Kantonsstrasse mitten durchs Zentrum mit einer Tempo-30-Zone beruhigen. «Das würde ich sehr schade finden, wenn vom Bund einfach Tempo 50 verordnet würde.»

Nur vor Ort könne man entscheiden, was wirklich sinnvoll ist. Die Gemeinden und Städte bräuchten diesen Handlungsspielraum für mehr Lebensqualität, so Senn gegenüber SRF.

Sendebezug: 10vor10, 4. April 2019

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107 Kommentare

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  • Kommentar von Claus Prochazka (Verfalsdatum1007)
    Stuttgart zum Beispiel hat große Abgas Probleme. An den Messstellen rollt der Verkehr meistens, zwangsläufig, mit diesen Geschwindigkeiten. Gefahren wird in niedrigen Gängen, damit der Motor nicht ruckelt. Die Verbrauchsanzeige pendelt sich bei 50 im vierten Gang bei 6,5 Liter ein, nachher steigt er auf 8,2 bis 8,9. In meinen Augen sind das Abgase. Aber das kann ja in der Schweiz ganz anders sein.
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  • Kommentar von Robert Frei (RFrei)
    Man sollte sich bewusst sein, dass in "Tempo 30 Zonen" keine Strasse den Vorrang hat sondern Rechtsvorrang gilt. Zudem können die Fussgänger beliebig die Strasse queren, da es dort keine Fussgängerstreifen gibt. Beides ist für Durchgangsstrassen ungeeignet. Alternativ könnte man eine "Tempo 30 Strecke" einführen, dann wird aber die Verwirrung perfekt, insbesondere wenn sie an eine Tempo 30 Zone angrenzt.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Vielleicht liegts ja daran, dass Berner generell langsamere Tempi gewohnt sind. Aber in Köniz funktioniert das gut.
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  • Kommentar von Krebs Alfred (A.Santiago)
    Seit ca 2005 gibt es im Zentrum der Gemeinde Köniz auf der stark befahren Hauptstrasse eine Begegnungszone. Früher hatte es bei jeder Strasseneinmündung Ampelanlagen. Als Scherz haben wir Köniz immer als „Ampliswil“ bezeichnet. Jetzt hat sich der Verkehr stark beruhigt und es gibt ein normales Nebeneinander zwischen Autos, ÖV, Fahrräder und Fußgänger. Aus meiner Sicht viel angenehmer.
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