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Stabile Corona-Zahlen – der Gesundheitsminister ist zufrieden
Aus Tagesschau vom 14.07.2020.
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Gesundheitsminister zufrieden «Das Contact-Tracing funktioniert»

Nach dem teilweisen Stillstand galt die Schweiz weltweit als eines der Länder, das die Corona-Pandemie am besten im Griff hatte. Doch vor zwei Wochen schnellten die Zahlen wieder nach oben. Erste Fälle wurden aus dem Ausland in die Schweiz getragen. Es kam zu Ansteckungen in Clubs und an Familienfeiern. Das Schreckgespenst «Zweite Welle» ging um.

Doch mittlerweile zeigt sich: Die Lage scheint sich zu stabilisieren, die Zahlen gehen sogar ganz leicht zurück. Im Schnitt der letzten 16 Tage kam es zu 88 neu registrierten Ansteckungen täglich.

Grafik tägliche Neuansteckungen seit 29.6.
Legende: Am meisten tägliche Neuansteckungen in den letzten 16 Tagen gab es am 29. Juni, nämlich 159. Seither hat sich die Zahl bei ungefähr 100 eingependelt. SRF

Dass die Zahlen nicht stärker gestiegen sind, führt Gesundheitsminister Alain Berset auf das insgesamt recht gut funktionierende Contact-Tracing der Kantone zurück. Selbst wenn es nicht immer möglich ist, die Ansteckungsketten lückenlos zu verfolgen, zeige das Contact Tracing erste Erfolge. «Es funktioniert», mein Berset gegenüber SRF, «es erlaubt uns, die Situation mindestens im Moment unter dem Deckel zu halten.»

250 Fälle wären zu bewältigen

Verschiedene Epidemiologen halten es für möglich, dass man mit gezieltem Contact-Tracing die Fallzahlen in den nächsten Wochen sogar weiter reduzieren kann. Aber auch wieder steigende Fallzahlen sollten die Kantone bewältigen können. Laut dem Bund ist es möglich, mindestens 250 Ansteckungen pro Tag mit Contact-Tracing zu verfolgen und einzudämmen. Mindestens so lange sollte die Situation kontrollierbar bleiben. «Es muss auch funktionieren», sagt Alain Berset. «Die Alternative wäre, wieder Läden und andere Orte zu schliessen.»

Wir müssen für die nächsten Monate wirklich sehr flexibel bleiben.
Autor: Alain BersetGesundheitsminister

Ob in nächster Zukunft trotz momentan recht stabiler Lage weitere Lockerungsschritte möglich sein werden, steht in den Sternen. Das Veranstaltungsverbot über tausend Personen gilt bis Ende August. Ob danach Grossanlässe wieder möglich sein werden, dazu will Alain Berset keine Prognose wagen angesichts stark steigender Fallzahlen in anderen Ländern. «Wir müssen für die nächsten Monate wirklich sehr flexibel bleiben», mahnt Berset. «Es kann alles passieren. Es gibt auch Länder, die eine schlechte Situation erleben. Wir wünschen uns das nicht.»

Bewährungsprobe kommt im Herbst

Berset bleibt also vorsichtig. Auch weil niemand voraussagen kann, wie sich die Rückkehr von Sommerferienreisenden auswirken wird. Und die Bewährungsprobe für das Contact-Tracing kommt laut dem Bundesamt für Gesundheit und verschiedenen Experten dann wohl spätestens im Herbst, wenn die Erkältungssaison losgeht. Dann wird sich zeigen, ob man auch bei sehr viel mehr Menschen mit Symptomen die Corona-Infizierten aufspüren und isolieren kann.

Tagesschau, 14.07.2020, 12:45 Uhr

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    Der Bundesrat hat die Verantwortung an die Kantone abgegeben, gibt hier aber de facto nochmals grünes Licht für weitere Lockdowns, wie freilich mit der Übergabe aufgegleist. Gelingt es den Kantonen nicht, die bundesrätliche Strategie umzusetzen (wobei nicht einmal klar ist, ob es unter den gegebenen Umständen überhaupt gelingen kann), geht die Verantwortung vermutlich an den Bundesrat zurück, nur dass er dann vielleicht auch überfordert ist. Normalerweise spielen Kinder doch die Eltern aus?
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    1. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Ich mache mich hier wieder einmal angreifbar. Man mag einwenden, so laufe es nun mal mit der Verantwortung: Man delegiert Aufgaben mit mehr oder weniger klar definiertem Handlungsbereich. Nur hat sich die Situation seit der ausserordentlichen Lage nicht wesentlich verändert: Das Virus ist da mit all seinen Gefahren, die vorgehabten Massnahmen sind abgesehen vom Contact Tracing wesentlich dieselben: Schliessungen. Sind die Kantone überfordert, übernimmt wieder der Bund, steht dazu schon bereit.
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    2. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Kommt noch hinzu, dass weder die Notwendigkeit noch die Verhältnismässigkeit der Massnahmen überprüfbar sind. Man muss sich einmal überlegen, weie locker hier der Bundesrat von einem Mittel spricht, das nur als absolute Ultima Ratio, wenn alle anderen Mittel versagen, in Frage kommen darf. Wer trüge also die Verantwortung, wenn ein Kanton, in Übereinstimmung mit dem Bund, beschliesst, eine Ladenzeile oder ein Quartier zu schliessen? Wer überprüft noch die Verhältnismässigkeit der Eindämmung?
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  • Kommentar von Henriette Rub  (Sylou)
    8'603'899 Einwohner in der Schweiz gemäss conviva-plus.ch und 500'000 Downloads bei Google mit Bewertung 3.6. Vielleicht novh ein paar Downloads bei Apple.

    Finden Sie das wirklich erfolgreich, Herr Berset. Ausserdem gibt es harsche Kritik an dieser APP.
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    1. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Die App hängt von der Bereitschaft ab, freiwillig an den Eindämmungsmassnahmen teilzunehmen. Ausserdem besteht wohl die Gefahr, dass insbesondere junge Leute sich aus behördlicher Sicht zu sehr darauf verlassen und sich nicht mehr unbedingt schon bei den leichtesten Symptomen zum Testen melden. Wie sehr man davon abhängt, ist Herrn Berset wohl bewusst. Mit negativen Konsequenzen zur Teilnahme zu bewegen, ist ein zweischneidiges Schwert. Man wird Wort halten und schauen müssen, was geschieht.
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  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    So,so. Die Fälle unter anderen Erkältungen aufspüren oder Läden schliessen und, und, und. Gnade Gott im Herbst.
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