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Neue Regel überrumpelt kurz vor Weihnachten die Läden, Kundschaft und die Zöllner.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 23.12.2020.
abspielen. Laufzeit 03:37 Minuten.
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Grenzverkehr nach Deutschland Baden-Württemberg: Schweizer dürfen schon bestellte Waren abholen

Das deutsche Bundesland führt die Quarantänepflicht für Einkaufstouristen ein. Das sorgt für viel Chaos.

Das Tram Nummer 8 fährt von Basel über die Grenze direkt ins Zentrum von Weil am Rhein. Auch am Mittwochvormittag steigen rund zwei Dutzend Leute mit leeren Einkaufstaschen aus dem Tram.

Und dies, obwohl neu eine Quarantänepflicht gilt für Einreisende aus der Schweiz, die nur zum Einkaufen nach Deutschland kommen. Das ist neu: Wer nur für einen kurzen Aufenthalt über die Grenze ging, war bis gestern von der Quarantäne befreit.

«Von der neuen Regel habe ich nichts gewusst», sagt ein Mann, «am Zoll steht niemand und auch im Tram kam keine Durchsage, dass man nicht mehr zum Einkaufen über die Grenze darf.»

Kurzfristige neue Verordnung

Tatsächlich hat die baden-württembergische Landesregierung erst am Dienstag die neue Verordnung beschlossen. Dass diese sofort in Kraft getreten ist, und dies auch noch einen Tag vor Heiligabend, sorgt in den Geschäften im deutschen Grenzgebiet für ein grosses Chaos.

Denn viele Kundinnen und Kunden aus der Schweiz haben für Weihnachten Fleisch oder Fisch vorbestellt. «Ich habe letzte Woche Fondue Chinoise bestellt», sagt ein Passant. Er sei nun extra zuerst zum Zoll gegangen, um zu fragen, ob er seine Bestellung abholen dürfe. «Da wusste niemand Bescheid.»

Chaos in den Läden

Beim Lebensmittelladen Hieber in Weil am Rhein laufen seit dem Morgen die Telefone heiss. Im Minutentakt riefen Leute an, die was vorbestellt haben und wissen wollen, ob sie ihre Bestellung noch abholen dürfen, sagt der Geschäftsleiter Dieter Hieber. Der 23. Dezember sei ihr umsatzstärkster Tag im ganzen Jahr. «Die Kühlhäuser sind voll mit vorbestellter Ware. Schlechter hätte es gar nicht kommen können.»

Eine Nachfrage beim baden-württembergischen Sozialministerium ergibt, dass wer bis am 22. Dezember etwas in Deutschland bestellt hat, dies auch noch abholen darf. Weil die Grenzen offiziell nicht geschlossen sind, werde aber nicht kontrolliert, ob nur Grenzgängerinnen und Grenzgänge den Zoll passieren oder auch Einkaufstouristen.

Päckli dürfen abgeholt werden

Das sorgt für Erleichterung bei der Firma Swiss Paket, die Deutsche Lieferadressen für Leute aus der Schweiz anbietet. «Unsere Kunden sind natürlich froh, dass sie Geschenke, die sie für Weihnachten bestellt haben, noch abholen können», sagt Michael Hofmann von der Geschäftsleitung.

Mit der kurzfristigen neuen Regelung will die baden-württembergische Landesregierung, dass weniger Leute über die Grenze gehen. Von einer solchen Beruhigung ist heute noch nichts zu spüren.

Regionaljournal Basel, 23.12.2020, 17.30 Uhr;

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Wolfgang Bader  (Syndikus)
    Das Hemd sitzt immer näher als der Kittel! Diese Erkenntnis kann sowohl in der Industrie als auch bei "Privatpersonen" beobachtet werden.
    So what! Aber die "Patrioten" haben traditionell die moralische Instanz inne; obwohl keine Kenntnis von der Volkswirtschaftslehre. Machen wir doch einfach die Grenzen für Privatpersonen zu und konsumieren nur noch innerhalb CH. Und werfen wir die Ausländer z.B. die in unseren Gesundheitssystem arbeiten, auch gleich raus. Schuld haben immer die anderen!
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  • Kommentar von Peter Wiesner  (Peter P. Wiesner)
    SRF-Team
    Ich stelle wieder fest, dass es bei Ihnen einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin gibt, welche/r sich äussert gerne an Deutschland abarbeiten will - anhand der Kommentare, die fast ge- oder erwünscht sind. Einen Neujahrswunsch hätte ich: Neutralerseits erwähnen Sie doch im Turnus mal etwas über Frankreich, Österreich oder Italien.
    Eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit für das SRF Team wünsche ich Ihnen.
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  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Ich finde das Vorgehen von Baden-Württemberg vollkommen okay. Es macht für die in der Schweiz wohnenden Personen Sinn, wenn sie in diesen schweren Zeiten den Schweizer Detailhandel unterstützen!
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