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Grosser Betrugsfall Behring blitzt vor Bundesgericht ab

  • Das Bundesgericht lehnt die Beschwerde des Millionenbetrügers Dieter Behring gegen seine Haftstrafe ab.
  • Der Basler Financier war im September 2016 erstinstanzlich zu einer fünfeinhalbjährigen Haftstrafe und zur Leistung einer Ersatzforderung von 100 Millionen Franken verurteilt worden.
  • Die strafrechtliche Aufarbeitung des grössten Finanzbetrugs der jüngeren Schweizer Geschichte ist damit fast abgeschlossen. Zivilkläger warten noch auf Beschwerdeentscheide.

Der komplexe Prozess um Dieter Behring hatte sich über zwölf Jahre hinweggezogen. Es gab über 1300 Verfahrensbeteiligte und über 1700 Geschädigte.

Erfolgreiches Schneeballsystem

Behring hatte Anlegern unter Verweis auf das angeblich softwarebasierte und neuartige «Handelssystem Behring» märchenhafte Renditen bei wenig Risiko versprochen – und damit erfolgreich hohe Geldsummen angezogen.

Das ausgefeilte Lügengebilde und Schneeballsystem flog 2004 auf. Die Schadenssumme lag bei rund 800 Millionen Franken. Nach zwölf Jahren Ermittlung folgte das Urteil des Bundesstrafgerichts in Bellinzona im September 2016.

Das Verfahren war fair

Behring zog das Urteil ans Bundesgericht weiter. Dieses hat nun seine Beschwerde abgelehnt. Behrings Verfahrensgrundrechte seien nicht verletzt worden und das Bundesstrafgericht habe den Sachverhalt mit der nötigen Sorgfalt festgestellt.

Noch ausstehend sind Beschwerden von am Strafverfahren beteiligten Zivilklägern und Einziehungsbetroffenen. Dabei geht es um Ansprüche auf Schadenersatz.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Knapp 1 Tag Haft pro Geschädigte Person? Für mich ein klar zu mildes Urteil, doch sind wir froh das in der Schweiz solche Verbrechen Bestraft werden, den sonst sind wir für solche Betrüger ein Schlaraffenland!
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  • Kommentar von pedro neumann (al pedro)
    Aus meiner Sicht ist das kein Financier, ausser dieser Begriff hätte an sich einen anrüchigen Beigeschmack, sondern ein raffinierter Krimineller ohne Einsicht und Gewissen. Erstaunlich, wie weit er in unserem geldhörigen System gekommen ist...
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Die Schadenssumme ist gigantisch, 800 Millionen Franken sollen die Anleger verloren haben.Dazu kommt, dass die Figur Behring schon durch sein Auftreten provozierte: ein stets schwarz gekleideter Selbstdarsteller, ein brillanter Rhetoriker und Polemiker, der seine Vorliebe für Luxus offen auslebte.Seiner Frau Porsches kaufte,in der Basler Innenstadt eine Villa für 30 Millionen umbaute und die Garage mit einem Auto-Aufzug ausstattete.Der Fall ist aber auch die Geschichte einer überforderten Justiz
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