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Legende: Audio «Es ist Zeit», lautet die Wahlkampfparole der GLP abspielen. Laufzeit 02:59 Minuten.
02:59 min, aus Rendez-vous vom 13.05.2019.
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Grünliberale im Wahlkampf Der Ritt auf der grünen Welle in den Nationalrat

Die GLP möchte ihren Wähleranteil auf sieben Prozent steigern. Ihr Rezept: Umwelt- und Klimapolitik mit der Wirtschaft, nicht gegen sie.

«Es ist Zeit», lautet der Wahlslogan der Grünliberalen. Parteipräsident Jürg Grossen sagt: «Es ist Zeit, die Umwelt und das Klima zu schützen, es ist Zeit für eine liberale und offene Schweiz, und es ist Zeit für mehr Wettbewerb und Innovation.» Konkret bedeutet das: Die Grünliberalen fordern eine Klimapolitik, die stark auf saubere Technologie und Innovationen abstützt.

Die Schweiz solle zum weltweiten Cleantech-Standort Nummer Eins werden. Das heisse, erklärt der Berner Nationalrat, «dass endlich die Chancen der Cleantech-Industrie erkannt werden, und dass man Umwelt- und Klimapolitik mit der Wirtschaft, nicht gegen sie machen soll». Die Lösungen, die Technologien seien eigentlich vorhanden, was jedoch fehle, sei der politische Wille. «Und das wollen wir ändern – mit mehr Grünliberalen im Bundeshaus», so Grossen.

Partei profitiert von Klimadebatte

Der Parteipräsident steigt zuversichtlich in den Wahlkampf, denn die Sterne stehen dieses Jahr gut für die Grünliberalen. Da die Klimapolitik aktuell viel Aufmerksamkeit geniesst, ist die GLP als grüne, bürgerliche Partei gut positioniert. So legten die Grünliberalen in den kantonalen Wahlen, die dieses Jahr in Zürich, Luzern und Baselland stattgefunden haben, überall zu.

Jürg Grossen neben Martin Bäumle, an der Delegiertenversammlung am 6. April
Legende: Parteipräsident Jürg Grossen ist zuversichtlich, dass bald mehr Grünliberale im Nationalrat sitzen. Keystone

Während die GLP in der Klima- und Gesellschaftspolitik oft mit der SP und den Grünen stimmt, politisiert sie in der Wirtschafts- und Finanzpolitik konsequent liberal: für mehr Wettbewerb, gegen das Vordringen von Staatsunternehmen in Bereiche, die auch private Firmen leisten können.

So fordert die Partei etwa die Privatisierung der Postfinance. Die GLP war auch gegen die Abzockerinitiative und gegen Erbschaftssteuern.

GLP ist fürs Rahmenabkommen

In der Europapolitik fordert die GLP als einzige Partei neben der BDP, dass die Schweiz das Rahmenabkommen unterschreibt. Vizeparteipräsidentin und Berner Nationalrätin Kathrin Bertschy erklärt, es gebe linke und rechte Abschotter, die den Weg mit Europa nicht weitergehen wollten.

Kathrin Bertschy
Legende: Eine Gemeinsamkeit mit der BDP: GLP-Vizepräsidentin Kathrin Bertschy verteidigt das Rahmenabkommen. Keystone

«Das ist extrem schädigend für den Wohlstand in der Schweiz», sagt Bertschy. «Für unsere Zukunft, unsere Unternehmen, die Wissenschaft, die Hochschulen und unsere Studierenden braucht es dieses Rahmenabkommen.»

Herbe Verluste vor vier Jahren

Auch in der Sozialpolitik folgen die Grünliberalen grundsätzlich einem bürgerlichen Kurs. Die Partei ist damit attraktiv für bürgerliche, denen ihre Parteien zu wenig grün sind, sowie für Linke, denen ihre Parteien zu wenig wirtschaftsliberal sind. Bei den Nationalratswahlen 2015 hatte die GLP die Hälfte ihrer Sitze verloren und kam noch auf 4.5 Prozent Wähleranteil.

Diesen Herbst hoffen die Grünliberalen deutlich zuzulegen und eine gewichtige bürgerlich-grüne Stimme zu werden.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Christoph Heierli  (help)
    Die Grünliberalen versuchen es oberschlau zu machen. Seht her, wir schützen unsere Natur und dazu auch noch unserer kapitalistische Verschwendungssucht. Das was die anbieten machen die Grünen besser, da ihnen der soziale Ausgleich wichtig ist. Es gibt sie auch bedeutend länger. Nur die Grünen können diesbezüglich politisch genügend erreichen. Auch wenn es da und dort weh tut, ist eine Stärkung der Grünen bitter nötig.
    Schnell das Pferdchen wechseln ist schäbig.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    @singer: Hilfreich wäre das Prozedurale, nämlich Mandatierungsverfahren unserer VertreterInnen zu überdenken. Wahlverfahren sind nicht immer das optimalste. Schon gar nicht, wenn die Gewählten über Jahre einer Lobbyistenschar ausgesetzt sind. UND eines der wichtigsten Ziele Gewählter scheint zu sein, wiedergewählt zu werden. Daher 1 Legislatur mehr nicht .... Es gibt einiges Strukturelles, dass es den Mandatierten leichter machen würde, ihre Arbeit zielgerichtet zu machen.
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    1. Antwort von Erich Singer  (liliput)
      Eine vierjährige Amtszeit ist schlicht und einfach Humbug!!
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    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      A) Warum, Herr Singer? Bin ich mir da so nicht ganz sicher? B) Die Länge eines Mandats ist ja nicht in Stein gemeisselt.
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  • Kommentar von Verena Eberhard  (Verena Eberhard)
    Die GLP ist für mich nicht wählbar, weil in ihrem Parteibüchlein ein grosser Widerspruch steht. Es ist nicht möglich die Wirtschaft zu fördern und gleichzeitig auf grün zu machen. Entweder leidet die Wirtschaft oder das Oeko-System beides ist nicht möglich.
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