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Marktstand in der Leventina mit Obst und Gemüse in Körben.
Legende: Im Tessin hat der Mindestlohn gute Chancen: Grenzgänger setzen hier die Löhne unter Druck. Keystone
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Schweiz Gute Chancen für Mindestlohn im Tessin

Im Kanton Tessin soll es künftig einen Mindestlohn geben. Das Kantonsparlament hat eine entsprechende Initiative der Grünen angenommen. Vorgesehen ist, dass die einzelnen Branchen mit ihren Angestellten einen Mindestlohn aushandeln müssen.

Auf eidgenössischer Ebene wurde er vergangenes Jahr noch abgelehnt: Der Tessiner Grosse Rat unterstützt nun aber die Einführung eines kantonalen Mindestlohns. Die Idee dafür geht auf die Grünen-Abgeordnete Greta Gysi zurück. 11'000 Stimmberechtigte im Kanton Tessin unterschrieben ihre Initiative.

Mindestlohn branchenspezifisch

Der nun ausgearbeitete Vorschlag zur Gesetzesänderung wurde vom Kantonsparlament am Dienstag mit 38 gegen 27 Stimmen bei vier Enthaltungen angenommen. Er sieht vor, dass künftig einzelne Branchen – sofern für sie nicht schon ein Gesamtarbeitsvertrag besteht – einen Mindestlohn aushandeln.

Der Tessiner Staatsrat kann den Auftrag erteilen, sich auf einen Mindestlohn zu einigen, der sich am nationalen Medianlohn der jeweiligen Branche orientiert. Auf diese Weise sollen Löhne gezahlt werden, die «einen würdigen Lebensstandard garantieren», sagte Grünen-Chef Sergio Savoia im Parlament.

Jura und Neuenburg als Vorbild

In den Kantonen Jura und Neuenburg waren Initiativen für kantonale Mindestlöhne bereits erfolgreich. An ihnen orientierte sich die Arbeitsgruppe im Tessin, in der auch die SP vertreten war. Im Parlament bekam der Vorschlag zusätzliche Unterstützung durch die Lega und Teile der CVP. Dagegen waren die FDP und die SVP.

Die Gegner argumentierten, dass sich Tessiner Produkte und Dienstleistungen durch einen Mindestlohn noch weiter verteuern könnten. In Zeiten der Frankenstärke bedeute dies einen weiteren Wettbewerbsnachteil auf den Exportmärkten.

Die über 60‘000 Grenzgänger sind nicht intelligenter oder geschickter als Tessiner, sondern einfach nur billiger.
Autor: Sergio SavoiaChef der Tessiner Grünen

Mittel gegen billige Konkurrenz

Die Vertreter der Grünen hielten dagegen, dass Tessiner Arbeitnehmer nur durch einen fairen Mindestlohn vorm Lohndumping durch italienische Grenzgänger geschützt werden könnten. «Die über 60‘000 Grenzgänger sind nicht intelligenter oder geschickter als Tessiner, sondern einfach nur billiger», sagte Savoia. Über die Initiative kann das Tessiner Stimmvolk wahrscheinlich schon im Juni abstimmen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Knecht , Torny
    Die Branchen dürfen einen Mindestlohn aushandeln, aber die Regierung interessiert es nicht wie hoch dieser ist. Folglich darf dieser bei 1.- pro Stunde zu liegen kommen. Alles klar! Anstelle einer Pflästerli-Politik sollte man m.E. mal das ganze Finanzstrom- und Steuersystem hinterfragen.
  • Kommentar von Charles Dupond , Vivis
    Savoias Weisheit trifft auf die meisten Lohndoemper in der ganzen Schweiz zu: Die einzige "Spezialtaet" der meisten "Spezialisten" ist nur, sich billiger anheuern zu lassen. Mit dem verfassungswidrigen Villigerschen Steuergeschenk auch fuer Lebensaufwand (gar auch der erwerbslosen Familie!), statt nur der Gewinnungskosten von Lohndoempern, wird das Lohndoemping durch Auslaender massiv gefoerdert....
  • Kommentar von Rita Meier , Luzern
    Ein mal mehr, es gibt dümmere und intelligenter Menschen/Schweizer, die dümmeren scheinen in der Deutsch Schweiz zu leben.
    1. Antwort von Hans Knecht , Torny
      Nicht die dümmeren, sondern eher die leichtgläubieren, naiveren und folglich manipulierbareren.