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Radon-Aktionsplan des Bundes greift nicht
Aus Info 3 vom 31.01.2020.
abspielen. Laufzeit 02:57 Minuten.
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Haben die Behörden versagt? Schwere Defizite im Kampf gegen krebsförderndes Radon

  • Jedes Jahr sterben laut Bundesamt für Gesundheit 200 bis 300 Menschen als Folge des radioaktiven Edelgases Radon an Lungenkrebs.
  • Vor acht Jahren hat der Bund deshalb einen Aktionsplan lanciert.
  • Doch jetzt zeigt sich: Viele Massnahmen sind nur ungenügend umgesetzt worden. Dabei liessen sich Gebäude relativ einfach vor Radon schützen.

Die Gefahr kommt von unten: Durch undichte Stellen in der Gebäudehülle dringt Radon in das Hausinnere ein und sammelt sich in der Raumluft an. In grösseren Konzentrationen kann das radioaktive Edelgas zu Lungenkrebs führen. Seit 2018 schreibt die Strahlenschutzverordnung deshalb vor, dass ein Gebäude ab einer gewissen Radon-Konzentration saniert werden muss.

Dieser Referenzwert ist eine Folge des nationalen Aktionsplans Radon, Link öffnet in einem neuen Fenster, den der Bundesrat vor acht Jahren lanciert hat. Dies tat er mit der Absicht, dass künftig deutlich mehr Radon-Messungen in Schweizer Gebäuden und – wo nötig – Sanierungen durchgeführt werden.

Keine Zahlen zu den Sanierungen

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat den Aktionsplan, der in diesem Jahr ausläuft, extern überprüfen lassen. Die Resultate sind wenig schmeichelhaft. Daniel Storch, Leiter der Sektion Radiologische Risiken, stellt fest: «Wir sind nicht da, wo wir sein wollen. Wir haben deutlichen Handlungsbedarf.»

Nur gerade in sechs Prozent aller Gebäude in der Schweiz sind überhaupt Radon-Messungen durchgeführt worden. Wie viele Gebäude saniert worden sind, könne man nicht feststellen, heisst es in der Evaluation, weil es dazu schlicht keine Daten gebe. Das sei ganz klar «nicht zufriedenstellend».

Wir sind nicht da, wo wir sein wollen. Wir haben deutlichen Handlungsbedarf.
Autor: Daniel StorchLeiter der Sektion Radiologische Risiken beim BAG

Storch gibt zu: «Bei diesem Prozess müssen wir nochmals über die Bücher.» Heute sei es so, dass Fachpersonen Messungen durchführen und die Messresultate dann in eine Datenbank eintragen müssen. «Bei der Sanierung gibt es eine solche Pflicht nicht.» Deshalb wolle man diesen Prozess nun vereinheitlichen, «sodass wir von der Messung über die Sanierung bis zur Nachmessung mehr Daten erhalten».

Nur drei Kantone prüfen Neubauten

Bloss ein Fünftel der Gebäude mit Überschreitungen des Richtwertes seien heute wahrscheinlich saniert, schätzen die Kantone. Aber auch beim Schutz von Neubauten vor Radon besteht ein gröberes Defizit: So müssten die Baubewilligungsbehörden ab diesem Jahr eigentlich jedes Bauprojekt darauf hin überprüfen, ob die Radon-Vorschriften eingehalten werden.

Doch erst drei Kantone würden dies tun, heisst es im Bericht. Acht Kantone hätten vor, eine solche Prüfung einzuführen. Alle anderen Kantone hingegen nicht. Das will das BAG nicht so hinnehmen: «Wir wollen die Kantone in die Pflicht nehmen und nochmals sensibilisieren. Wir weisen sie darauf hin, dass es in ihrer Verantwortung ist, diese Informationen abzugeben.»

Wir sind im Moment in der Erarbeitung eines neuen Aktionsplans.
Autor: Daniel StorchLeiter der Sektion Radiologische Risiken beim BAG

Die «breitenwirksame Umsetzung» der Massnahmen im Aktionsplan sei «wenig fortgeschritten», stellt die Evaluation zusammenfassend fest. Dem BAG bleibt deshalb nichts anderes übrig, als eine Neuauflage zu planen. «Wir sind im Moment in der Erarbeitung eines neuen Aktionsplans», erklärt Storch.

Vorgesehen sei dieser ab 2021 bis 2030, und er nehme die Punkte aus der Evaluation auf. Bei den Sanierungen müssten klar mehr Messungen durchgeführt werden, um mehr Erkenntnisse darüber zu erhalten, sagt Storch. Und die Bevölkerung müsse vermehrt sensibilisiert und informiert werden. Der neue Aktionsplan soll im Frühling vom Bundesrat verabschiedet werden.

Info3, 31.01.2020, 12:00 Uhr

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Mark. Jaeger  (jegerlein)
    Panikmache pur.
    Täglich lüften und das Problem ist gelöst. Im Keller lebt ja wohl kaum jemand.
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    1. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Jaeger: Mein Vorschlag: Das BAG erlässt ein Gesetz welches die Sanierungen von Liegenschaften mit Mietwohnungen auf Kosten der Vermieter vorschreibt. Wer ein privates, selbst bewohntes Haus hat darf lüften und sich im radioaktiven Gas wohl fühlen.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Liest man die verschiedenen Aussagen der Leitung des BAG's, zu diesem klar gesundheitsschädigenden "radioaktiven Edelgases", meint man wirklich, im "falschen Film zu sitzen"! Diese zuständigen Herrschaften, fallen durch absolute Inkompetenz und "laisser faire-Haltung" (Schlamperei) auf! Und das seit Jahren, auf Kosten von Gesundheit und Steuergelder der Bevölkerung! Wann handelt die Regierung endlich?
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    1. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Casagrande: Die Regierung ist am handeln. Sie versucht ab zu wiegeln und das Volk bei Laune zu halten um zu verhindern, dass die Immobilienheinis, Banken etc Kosten für die Sanierung auf bringen müssen. Sie wartet bis etwas passiert und dann können die Sanierungskosten problemlos auf die Mieter überwälzt werden. Wie immer. Weil Investoren dann mit der Angst spielen können. Wie auch jetzt bei der Mietervorlage im Februar.
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    2. Antwort von Denise Casagrande  (begulide)
      Olaf Schulenberg: Realität ist, dass dieselben Zuständigen des BAG, sich seit Jahren, nicht aktiv darum kümmern, um die längst bekannte bewusste Vergiftung durch "Pestizide und Co" von Erde, Trinkwasser endlich zu stoppen! Mit dieser "laisser faire-Haltung", wird die Gesundheit der Bevölkerung bewusst geschädigt! Oder das Menschen ausbeuterische Schweizer "Gesundheits-Un-Wesen" = ebenfalls unterstützt durch das BAG!
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Wofür unterhalten die Schweizer SteuerzahlerInnen, ein sehr teures "Bundesamt für Gesundheit", wo sich die Zuständigen seit Jahren nicht um effektive Gesundheits-Präventions- und Erhaltungs-Massnahmen für die Schweizer Bevölkerung kümmern?? Beispiele: konstante, bewusste Vergiftung von Erde und Wasser = Trinkwasser, Grundnahrungsmittel, Lebensmittel, Kosmetika, Wasch-Reinigungs-Mittel, etc, etc... gesamtschweizerisch!? Fakt ist: es ist die Summe der vielen verschiedenen Gifte, welche schädigen!
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    1. Antwort von Hans H. Hirt  (AndromedaAxiomis)
      Und trotzdem weden wir immer Älter, also geht es uns doch so gut wie noch nie!
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    2. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Hier wird niemand vergiftet, sondern das Radon kommt aus dem Boden. Natur pur und die kann ja per Definition nicht schlecht sein oder?
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    3. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Hirt: Und werden kränker und kränker je älter wir werden.
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    4. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Müller: Bakterien, Viren, ebenfalls Natur pur. Auch das ist also per Definition nicht schlecht. Darum wäscht und reinigt und desinfiziert und impft die Schweiz ja auch nichts und niemanden.
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