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Handyverbot in Volksschule Schülerinnen und Schüler loben neue handyfreie Zone im Aargau

Schülerinnen, Lehrpersonen und Regierungsrätin sind zufrieden mit dem kantonsweiten Handyverbot bis zur 9. Klasse.

Darum geht's beim Verbot: Seit August 2025 gilt im Aargau an der Schule ein Verbot von Handy, Tablet und Smartwatch bis zur 9. Klasse. Dieses Verbot gilt für Unterrichtszeiten, Pausen, Schulanlagen und schulische Anlässe. Der Aargau ist der erste Deutschschweizer Kanton, der eine solche Regel umgesetzt hat. Eingeführt hat die Regelung die Aargauer Bildungsdirektorin Martina Bircher (SVP). «Kinder sollen in der Pause soziale Kontakte pflegen und nicht am Handy sein», begründete sie. Zwar kannten viele Schulen bereits Handyverbote. Jede Schule hatte aber eigene Weisungen. Bircher führte ab August einheitliche Regeln für alle ein. Die Volksschulen dürfen entscheiden, wie sie diese umsetzen.

Smartphones in Ladestation, Hand wählt eines aus.
Legende: Wo sich das Handy befindet, entscheiden die Schulleitungen. Die Lehrperson kann es einziehen oder die Handys und Smartwatches bleiben im Schulrucksack. Keystone/Christian Beutler

Das sagen Schülerinnen und Schüler: SRF war zu Besuch in der Schule Oftringen AG mit rund 1800 Schülerinnen und Schülern. In der 5. Klasse haben bereits alle ein Smartphone. Wie finden sie die handyfreien Zonen? «Gut!», ruft die Klasse unisono. Man würde weniger fotografiert, sagt eine Schülerin. Einer anderen ist wichtig, dass sie ihr Handy dabeihat, etwa für Notfälle. Auch 15-Jährige, in deren Leben das Smartphone einen festen Platz hat, sehen Positives. «Man ist sozialer. Die Leute sitzen nicht mehr einfach auf dem Bänkli und glotzen in ihr Handy», sagt ein Oberstufenschüler. «Die Leute sind in der Pause mehr draussen und laufen gemeinsam umher», sagt eine Oberstufenschülerin.

Das sagen Lehrpersonen: Die Schule Oftringen kannte bereits ein Handyverbot im Unterricht. Seit der kantonsweiten Einführung im August 2025 gilt es auch für den Pausenplatz. Die Oftringer 5.-Klass-Lehrerin Naima Käslin findet das eine gute Lösung. «Die Kinder schauen in der Pause nicht nur auf ein Handy und lachen, weil dort ein Video läuft.» Am grössten sei die Umstellung für die Kleinen im Kindergarten gewesen, sagt Gesamtschulleiter Lukas Leuenberger: «Die meisten Kinder waren mit Tracker-Uhren ausgerüstet, sodass sie telefonieren und von den Eltern geortet werden konnten.»

Korb mit Uhren vor einem Geschäft, Schild oben
Legende: Noch zwei Smartwatches liegen im Körbchen im Oftringen-Kindergarten. Früher waren es deutlich mehr. Für die Jüngsten sei es neu auch eine Entlastung, nicht immer für Mama oder Opa erreichbar zu sein, erzählt die Oftringer Kindergärtnerin Beatrice Lindegger. SRF / Alex Moser

Ohne Twint zum Pausenkiosk: Für den Kuchenverkauf in der Schule oder das «Znüni» am Schulkiosk ist Bezahlen mit dem Smartphone, per Twint, nicht mehr möglich. Das Handy muss im Schulsack bleiben. Das bedauern ein paar Schülerinnen beim Besuch in Oftringen. «Das Bargeld vergesse ich dann doch immer zu Hause.» Trotzdem finden sie die einheitliche Regelung in Ordnung.

Zustimmung freut Regierungsrätin: «Die Bilanz ist durchwegs positiv, ich hatte keine einzige negative Rückmeldung», sagt SVP-Regierungsrätin Martina Bircher. Man sehe Kinder diskutieren, spielen und auch mal auf dem Pausenplatz streiten. Auch die Rückmeldungen der Basis, von Eltern und Lehrpersonen, seien positiv. «Man muss nicht mehr diskutieren, die Regeln sind für alle klar.»

Auch andere Kantone haben Verbote eingeführt

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  • Der Aargau war der erste Deutschschweizer Kanton, der ein Handyverbot in der Volksschule umgesetzt hat. Die Regel gilt seit August 2025.
  • Ein paar Wochen später folgte der Kanton Nidwalden. Auch er hat ein entsprechendes Verbot für die Volksschulen erlassen. Auch der Kanton Wallis führte auf das Schuljahr 2025/2026 ein Handyverbot in allen Schulen ein.
  • Der Kanton Waadt kennt ein solches bereits seit 2018.
  • Aktuell will das Freiburger Kantonsparlament Handys komplett von den Schulen verbannen. Es hat im Dezember einen Vorstoss deutlich angenommen.

Mehr Aufklärung und Ausbildung: Wichtig sei das Thema Prävention, findet die Aargauer Regierungsrätin Martina Bircher. Das gehe noch zu wenig: «Ich sehe unsere Flyer und Plakate noch an den wenigsten Schulen. Es braucht die Diskussion mit Schülern und Eltern zur Handynutzung und zu Social Media.» Die Empfehlungen von Pro Juventute zur altersgerechten Bildschirmzeit würden nur wenige Eltern kennen, vermutet sie. Hier brauche es künftig auch für Lehrpersonen neue Skills für den Umgang mit KI, ergänzt Colette Basler als Präsidentin des Verbands Bildung Aarau.

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Rendez-vous, 14.1.2026, 12.30 Uhr ; 

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