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Tessiner Hanfbauern müssen umsatteln
Aus HeuteMorgen vom 01.02.2021.
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Hanf-Boom im Tessin bleibt aus Traum vom «grünen Gold» ist ausgeträumt

Konkurrenzfähig ist nur, wer grossflächig Cannabis anbauen kann. Und das ist im Bergkanton Tessin kaum möglich.

Vor rund drei Jahren sei die Zahl der Tessiner Hanfbauern explodiert, nun sei sie rückläufig, sagt Sergio Regazzoni, der sich mit seinem Verband «Cannabis Ricreativa Ticino» für die Entkriminalisierung von Cannabis einsetzt.

Viele der Tessiner Bauern, die statt der Tomate auf das Cannabis setzten, hatten nicht die nötige Erfahrung, die es braucht, um diese Pflanze gewinnbringend zu kultivieren. Die Verarbeitungsweise von Hanf hat sich in den letzten Jahren stark verfeinert, die Produktion ist komplexer geworden.

Extremer Preisdruck

Hinzu komme, dass die weltweite Cannabisproduktion stark zugenommen habe. Der Preisdruck sei extrem, sagt Regazzoni. Vor fünf Jahren zahlte man für ein Kilo Cannabis über 2000 Franken, jetzt sind es zehnmal weniger. Darum sind auch viele ausgestiegen.

Vor fünf Jahren zahlte man für ein Kilo Cannabis mehr als 2000 Franken, jetzt sind es zehnmal weniger.
Autor: Sergio RegazzoniAssociazione Cannabis Ricreativa Ticino

Nur wer grossflächig anbauen kann, bleibt marktfähig. Und das sei im engen Bergkanton Tessin schwierig, so Regazzoni. Einige der Tessiner Hanfpioniere hätten sich darum ins Ausland abgesetzt, nach Spanien oder Portugal, wo es viel Platz und günstige Arbeitskräfte gibt. Oder sie setzen wieder auf Tomaten.

Hanfanbau auf tiefem Niveau ausgedehnt

Der Traum vom schnellen Geld mit dem «grünen Gold» war also schnell ausgeträumt. Das sagt auch Sandra Helfenstein vom Schweizerischen Bauernverband. Der Hanfanbau habe sich in den letzten Jahren enorm ausgedehnt, aber auf sehr tiefem Niveau. Also könne man sicher nicht vom «grünen Gold» sprechen.

In der Vergangenheit habe es viele kleine Start-ups gegeben, aber einige von ihnen hätten bereits wieder ihre Tore schliessen müssen. Laut Schätzungen des Bauernverbandes wird in der Schweiz auf 300 Hektaren Hanf angebaut. Die genutzte Landwirtschaftsfläche der Schweiz liegt bei weit über einer Million Hektaren.

SRF 4 News, 1.2.2021, 6 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Kevin Camenzind  (Alex.A)
    Entkriminalisieren heisst auch das man richtige Indoorpflanzen mit einen Hohen THC gehalt legalisiert alles andere bringt nichts. 1 Kg Richtiges Cannabis mit einem THC gehalt von minimum 20% hat etwa heute einen wert von 5000 - 6000 Fr. Das man mit Industriehanf nichts verdient ist Logisch, weil wer will das schon Konsumieren. Es wird an der Zeit das die Schweiz ihre Steuereinahmen ausweitet mit der Legalisierung von THC haltigen Produkten.
    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Richtig, aber unsere bürgerlichen Politiker wollen Hanf ja nicht entkriminalisieren, weil es ja eine Droge ist und verboten.
    2. Antwort von Werner Gürr  (FrMu)
      "Colorado was the first state to legalize marijuana in 2012. Since its legalization 8 years ago, the government has made over $7.79 billion in cannabis sales. "
      In Colorado ist in Folge der Legalisierung von Cannabis die Drogenkatastrophe ausgeblieben. Man soll betreffs Legalisierung differenziert argumentieren & vorgehen. Marijuana zuzulassen heisst nicht, dass man alle Drogen zulassen muss. Es wird erwartet, dass wir mit Alkohol und Nicotin umgehen können, warum nicht auch mit Cannabis?
    3. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Viele Menschen können weder mit Alkohol, noch Nikotin umgehen. Ich bin mit Drogensüchtigen aufgewachsen und kenne die Gefahren. Ebenso sehe ich auch im engsten Bekanntenkreis, dass der Konsum von Cannabis keinen positiven Effekt auf diese Menschen hat. Es endet meist mit einer psychologischen Abhängigkeit und dem permanenten Drang "runter" zu kommen. Dazu der penetrante Gestank und die Verhaltensänderung.
    4. Antwort von Filippo Falke  (Pippo)
      Es ist extrem wichtig, dass auch hochpotenter Hanf legal wird.
      Was sonst passiert: Die CBD-Produzent*innen sitzen auf ihrem wertlosen CBD-Hanf und besprühen ihn mit synthetischem Cannabis, damit sie ihn zu einem höheren Preis (oder überhaupt) verkaufen können... zum Leidwesen und zur grossen Gefahr der Konsument*innen!
      Gerade letzte Woche hat die KaPo SG 80 kg solchen "Pfusch-Hanfes" sichergestellt... eigentlich ein Skandal, dass es soweit kommt!
    5. Antwort von Werner Gürr  (FrMu)
      Herr Koller da kann ich Ihnen einige Bsp. geben für Verhaltensweisen, die null positiven Effekt auf die Menschen habe und trotzdem mit grosser Energie und Anerkennung verfolgt werden. Dazu gehören verschiedene Formen von Gier, wie penetrantes Konsumverhalten, abnormer Arbeitseifer, Anbetung von Geld und Besitz, sowie Narzissmus, der sich u.a. im Köperoptimierungs und Gesundheitswahn äussert. Alles viel problematischere Verhaltensweisen als ab und zu einen ein joint zu rauchen.
    6. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Interessante Rechtfertigung. Denken Sie etwa, dass Menschen, welche kiffen, keine solchen Verhaltensweisen an den Tag legen? Also haben wir ihre negativen Aspekte PLUS diejenigen des kiffen selbst. Ich hoffe Sie haben noch bessere Argumente.