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Hausmann? Nein, danke! Väter schaukeln lieber Karriere als Kinder

Die meisten Väter arbeiten Vollzeit und reduzieren ihr Pensum auch dann nicht, wenn sie Kinder haben.

Legende: Video Viele Väter wollen Vollzeit arbeiten abspielen. Laufzeit 08:20 Minuten.
Aus 10vor10 vom 17.01.2019.

Zwar reden alle vom neuen Vater, der zuhause eine aktive Rolle spielt, die Kinder betreut und mit anpackt im Haushalt. Nur: Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Die meisten Väter arbeiten Vollzeit, reduzieren ihr Pensum auch dann nicht, wenn sie Kinder haben. Das liegt weniger am Können, als am Wollen.

Neuerdings kocht am Freitag jeweils Stefan Barth das Mittagessen für seine fünfjährige Tochter Noelia. Dass er im durchgetakteten Alltag etwas mehr Zeit für sie hat, sei ein echter Gewinn. «Das Nichtstunmüssen, die Freiheit, den Nachmittag nach Lust und Laune gestalten zu können, das bringt echt mehr Lebensqualität», sagt er.

Legende: Video Warum machen Sie bei «Teilzeit auf Probe» mit? abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.01.2019.

Mit dem Gedanken gespielt, sein Pensum bei der Zürich Versicherung zu reduzieren, hat er schon oft. Aber effektiv durchgezogen hat er es erst jetzt, nachdem seine Frau ihr Arbeitspensum erhöht hat und Noelia noch mehr Zeit in der Tagesschule hätte verbringen müssen.

Geholfen hat auch, dass die Zürich Versicherung seit Kurzem das Programm «Teilzeit auf Probe» anbietet, wo Mitarbeiter quasi mit einem Mausklick ihr Pensum probehalber reduzieren können.

Legende: Video Entwicklung seit 1991 abspielen. Laufzeit 00:09 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.01.2019.

Dass sich Teilzeitarbeit bei Vätern so schleppend entwickelt, ist nicht zufriedenstellend, sagt Helena Trachsel, die Leiterin der Fachstelle für Gleichstellung im Kanton Zürich. Sie wünscht sich mehr Effort von den Männern. Diese müssten Teilzeit-Arbeit von ihren Arbeitgebern dezidierter verlangen.

Legende: Video Helena Trachsel: «Hätte mehr erwartet» abspielen. Laufzeit 00:27 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.01.2019.

Aber auch die Frauen seien gefordert. Sie müssten von ihren Partnern klarer fordern, dass die ihr Pensum reduzierten. Und schliesslich liege der Ball auch bei den Arbeitgebern, die in dieser Thematik ebenfalls mutlos unterwegs seien. Es braucht mehr Mut, findet auch Andy Keel. Er unterstützt Teilzeit-Väter mit seiner Internetseite teilzeitkarriere.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster. Selber arbeitet er Teilzeit, war sogar einst Vollzeit-Hausmann.

«Zuhause sein mit kleinen Kindern, das ist der strengste Job überhaupt, Hardcore», sagt er. Und noch dazu, erhalte man für die Arbeit zuhause mit Kindern und Haushalt kaum Anerkennung, da klopfe einem niemand auf die Schulter für das Geleistete.

Legende: Video Herr Keel, warum wollen so wenige Väter Teilzeit arbeiten? abspielen. Laufzeit 00:31 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.01.2019.

Stefan Barth hat übrigens sein Pensum inzwischen wieder erhöht. Sie hätten einen Personal-Engpass gehabt im Team und sehr viel zu tun, da sei es besser gewesen, wieder auf 100 Prozent aufzustocken.

Das volle Pensum packt er jetzt in 4.5 Tage, damit er den Freitagnachmittag weiterhin mit Noelia verbringen kann. Fazit: Die Richtung stimmt, aber der Weg ist noch lang, bis sich Teilzeit-Arbeit bei Vätern auf breiter Front durchsetzt.

Legende:
Teilzeiterwerbstätige nach Familiensituation (25- bis 54-Jährige), 2017 BFS – SAKE

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96 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Bruckschlegel (Thomas Bruckschlegel)
    Da ist hat die Schweiz noch viel aufzuholen, liegt vermutlich oft an mangelnder Gleichstellung der Frauen, gerade was Löhne betrifft und weil es keine Ersatzleistung unabhängig vom Hauptverdiener gibt, somit zwingt die Wirtschaftlichkeit zu diesem veralteten Modell.
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  • Kommentar von Tobias Meyer (Kloober)
    Wieso lautet die Schlagzeile nicht "Mütter schaukeln lieber Kinder als Karriere"? Die Freimütigkeit mit der hier aus den "nackten Zahlen" Ursachen erschlossen werden ist erschreckend..
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ihr werdet erst später sehen, was ihr alles verpasst habt. Profitieren tut wirklich nur ihr, nämlich wegen dem Geld. Dass ihr aber auch viel einfacher leben könntet, werdet ihr auch erst später sehen, da die linken Fremdbetreuer-Turbos heute die Macht haben, jedes vernünftige Argument umzukippen. Früher hat man den Kindern damit Angst gemacht bei einer fremden "Mutter" aufwachsen zu müssen. Heute gibt man die Kleinen in die extremsten Hände! Das Herz erzieht ein Kind und nicht die "Ausbildung".
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