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Gute Einkommenbilanz für die Bauern
Aus Info 3 vom 08.10.2019.
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Hitzesommer 2018 Einkommen der Bauern trotz Trockenheit gestiegen

Dürre Felder und trockene Weiden: Doch die Schweizer Bauern haben unter dem Strich vom heissen Sommer 2018 profitiert.

Das Wetter im letzten Jahr hat die Obstbäume und Weinberge erblühen und gedeihen lassen. Grosse Ernten waren die Folge, was sich positiv auf das Einkommen der Bauern ausgewirkt hat. Dieses ist laut Zahlen der landwirtschaftlichen Forschungsstelle Agroscope um vier Prozent gestiegen.

Hilfreich dabei war allerdings auch der Milchpreis, der sich stabilisiert hat. Diese zusätzlichen Einnahmen glichen die Verluste aus, die die Bauern wegen der Trockenheit im Acker- und Futteranbau erlitten. Sie glichen sogar die gestiegenen Kosten für das Tierfutter aus, das die Landwirte zukaufen mussten, um ihre Kühe zu ernähren.

Ein Zweig voller reifer Kirschen.
Legende: Die Obsternte fiel erfreulich aus. Das bescherte den Bauern im Flachland höhere Einnahmen. Keystone

Das landwirtschaftliche Einkommen stieg im 2018 somit auf 70'600 Franken. Gerechnet wird mit einer Person, die Vollzeit arbeitet und einem Familienmitglied, das 30 Prozent Lohn erhält, also mit 1.3 Stellen pro Hof.

Bergbauern hatten weniger Glück

Vom Zuwachs profitiert haben allerdings vor allem Höfe im Flachland. Dort stehen auch die meisten Obstbäume. Die Einkommen in den Berggebieten sind nur halb so stark angestiegen. Überhaupt verdienen Bergbauern grundsätzlich deutlich weniger als ihre Kollegen im Mittelland: Ihr Einkommen liegt pro Arbeitskraft 70 Prozent tiefer als in den Talregionen.

Der Einkommenszuwachs ist aber offenbar nicht nur niederschlags- und temperaturbedingt, sondern er entspricht einem längerfristigen Trend: Das durchschnittliche bäuerliche Einkommen ist in den letzten vier Jahren deutlich angestiegen, nämlich um 17 Prozent. Der Bauernverband begrüsst diese Entwicklung. Es bestehe grosser Nachholbedarf, schreibt er.

Tatsächlich verdienen die Bäuerinnen und Bauern rund 40 Prozent weniger als die arbeitenden Schweizer Bevölkerung im Median. Viele Landwirte und Landwirtinnen gehen deshalb nebenbei noch ausserhalb des Hofes arbeiten. So kommen sie im Schnitt auf rund 100'000 Franken pro Hof – was sie auch ein bisschen weniger abhänging von Klima und Wetterkapriolen macht.

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Bachofner  (ebacho)
    Möchte mal wissen, wieviele Kommentarschreiber für Fr. 4000.00/Monat 70 std./ Woche arbeiten würden. ( inkl. Direktzahlungen). Frage: Waŕum geben täglich 3 Betriebe auf? Vielleicht weil es denen zu gut geht?
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  • Kommentar von Werner Christmann  (chrischi1)
    Hauptsache man konnte so richtig auf Panik machen, und macht es immer noch. Dabei ist es ein Gebot der Stunde, dass man sich den aktuellen und zukünftigen Begebenheiten anpasst, statt irgendeiner Fata Morgana nachzurennen.
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  • Kommentar von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
    Hab ich im Sommerhype 2018 schon geschrieben, dass die Einkommen der Bauern in den letzten Jahren immer gestiegen sind (wärmer=längere Vegetationszeit=mehr Ernteertrag), und dass 2018 insgesamt wieder mehr Ertrag geerntet werden kann. Ganz ohne Studien. Aber damals wurde man dafür fast schon beschimpft...
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    1. Antwort von Andreas Wüest  (Andy222)
      Schön, wie Sie hier die warmen Temperaturen so grosszügig anwerben.
      1. Bei gewissen Pflanzen fehlt bei einem zu warmen und kurzen Winter die Ruhezeit.
      2. Mehr Ernte heisst auch mehr Arbeit. Klar steigt das Einkommen, wenn ich jeden Tag noch 2 Stunden mehr schaffe.
      3. Es ist immer noch beschämend, wie gross ein Einkommen eines Landwirten ist im Vergleich zum Rest.
      4. Wenn Kader "Gratisstunden" verrichten, heisst dass, dass ihr Einkommen dafür locker reicht, bei diesen Stundenansätzen...
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    2. Antwort von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
      @Wüest: wenn Kader viele Gratisstunden arbeiten, heisst das, dass sie am Ende einen ähnlichen Stundenlohn wie ein Facharbeiter bekommen (dem jede Zusatzstunde vergütet wird).
      Ich nehme an Sie sind Bauer. Haben Sie schon mal in der Privatwirtschaft gearbeitet? Die Löhne sind nicht so rosig wie Sie sich das vorstellen. Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, entsprechen die Agroscope Einkommen (nur Betriebsgewinn) nicht den effektiven Einkommen (Betriebsgewinn+Lohn).
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