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Mündliche Einigung zwischen BLS und Baukonzern
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 23.10.2020.
abspielen. Laufzeit 00:27 Minuten.
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Hohe Mehrkosten Lötschberg-Scheitel-Tunnel wird nicht durchgehend saniert

  • Das Bahnunternehmen BLS speckt die Sanierung des über hundertjährigen Lötschberg-Scheitel-Tunnels ab.
  • Eine 1,3 Kilometer lange Doppelspur wird nicht wie geplant saniert.
  • Die BLS zahlt dem Bauunternehmen deshalb nur 130 statt wie gefordert 157 Millionen Franken.
  • Trotzdem kostet die Sanierung insgesamt 40 Millionen Franken mehr als geplant.

Hintergrund dieser Massnahme ist ein Streit zwischen der BLS und der beauftragten Baufirma. Mitte Oktober war bekannt geworden, dass die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Marti deutlich mehr Geld fordert als geplant. Als Grund nannte sie höhere Aushub- und Betonmengen. Statt der ursprünglich vereinbarten 89 Millionen Franken verlangte Marti 157 Millionen Franken.

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Peter Füglistaler: «Eine so grosse Differenz, das ist zu viel»
Aus News-Clip vom 14.10.2020.
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«Das ist eine Maximalforderung des Unternehmens», sagte seinerzeit Daniel Wyder, Leiter Infrastruktur der BLS. Das Bahnunternehmen werde diese Forderung nicht akzeptieren. Beide Parteien haben den Werkvertrag unterschiedlich interpretiert.

Mündliche Einigung

Nun haben sich die BLS und die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Marti mündlich geeinigt, wie das Bahnunternehmen am Freitag mitteilte.

Die BLS will der ARGE Marti 130 Millionen Franken für die Fahrbahnerneuerung bezahlen. Dafür soll die ARGE Marti den doppelspurigen Tunnel lediglich bis 1,3 Kilometer vor dem südlichen Tunnelportal mit einer neuen Betonfahrbahn ausrüsten.

40 Millionen Mehrkosten

Die Gesamtkosten für die BLS belaufen sich damit, inklusive interner Kosten, Honorare und Kosten für die Sicherheit, auf 145 statt auf 105 Millionen Franken. Die verbleibende 1,3 Kilometer lange Doppelspur vor dem Südportal will die BLS vorläufig bestehen lassen.

Das wird im Scheiteltunnel gemacht

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Im 14,6 Kilometer langen Lötschberg-Scheiteltunnel lässt die BLS die Fahrbahn ersetzen. Das bisherige Trassee aus Holzschwellen und Schotter wird durch eine feste Fahrbahn aus Beton ersetzt.

Die Änderung des Sanierungsprojektes im Lötschberg-Scheiteltunnel bedingt eine Änderung der Plangenehmigung, also der vom Bundesamt für Verkehr erteilten Baubewilligung. Die BLS wird darum ihren Vorschlag für das redimensionierte Bauprojekt und das weitere Vorgehen so rasch wie möglich mit dem Bundesamt für Verkehr besprechen.

Sperrung entfällt

Die Bauzeit verlängert sich um ein Jahr bis 2023. Durch die zeitlichen Verzögerungen verschieben sich auch die Bauphasen: Die geplante Sperrung eines der beiden Gleise von Ende Oktober 2020 bis kurz vor Weihnachten entfällt.

In die Schlagzeilen geriet die BLS im Zusammenhang mit der Erneuerung der Fahrbahn auch wegen nicht konform gelagertem Schotter, was in der Fischzucht am Blausee zu einem Forellensterben geführt haben soll. Der Schotterabtransport wurde unterdessen angepasst.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 23.10.2020, 12:03 Uhr;

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Sie leben noch die SCHILDBUERGER
    ist doch beruhigend
  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Allerdings gibt es ein kleines Argument für das Weglassen dieses Teilstücks.

    Dieses Teilstück wurde vor nicht so langer Zeit für den SIM-Korridor (Huckepack mit 4 m Eckhöhe) angepasst. Dabei musste logischerweise das Gleis saniert werden. Dieses Teilstück ist daher in einem besseren Zustand als andere Stücke.

    Die Unterhaltskosten bleiben natürlich noch bestehen.
  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Ziemlich (oder eher hochgradig) dumm, dieses Vorgehen. Ein grosser Vorteil der Festen Fahrbahn ist, dass die Unterhaltskosten stark verringert werden können. Darum muss die Sanierung vollständig durchgeführt werden.

    Auch klar ist, dass das Management von bls Infrastruktur ziemlich in der Scheisse sitzt. Der Verzicht auf die Sanierung eines Teilstücks ändert nichts daran.

    Es sind wohl nun kreative Lösungen gefragt.