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ICE-Entgleisung Basel Eine Weiche im Fokus der Ermittler

Nach ersten Erkenntnissen der Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust hat die Weiche unter dem ersten Wagen umgestellt.

Legende: Video So lief die ICE-Entgleisung ab abspielen. Laufzeit 00:19 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.02.2019.

Rund 240 Passagiere entgingen letzten Sonntag knapp einer Katastrophe. Der ICE-Triebzug 75 aus Berlin entgleiste zwischen dem Badischen Bahnhof und Basel SBB und kam nur wenige Meter vor einer Tunnelwand zum Stehen. Der erste Wagen war zuvor 800 Meter quer zur Fahrrichtung mitgeschleift worden.

Luftbild von Basel mit Markierung auf Unfallort des ICE

Davor war an der fraglichen Weiche in Basel Breite der Zug auf zwei Gleise gelenkt worden: Die Lok – bei Triebzügen Triebkopf genannt – sowie das Drehgestell des ersten Wagens fuhren geradeaus, der restliche Zug mit dem zweiten Triebkopf auf dem Gegengleis.

Wie oben beschrieben.
Legende: Kurz nach dem Zwischenfall: Man sieht, wie ein Wagen des ICE aus den Schienen gesprungen ist. Keystone

Ein Fahrleitungs- und Signalmasten zwischen den beiden Gleisen oder ein Gegenzug hätte zu einem ungleich grösseren Schaden geführt. So wurde nur eine Person leicht verletzt.

«Weiche umgestellt»

«Aufgrund des Schadensbildes muss man davon ausgehen, dass der vordere Teil über die rechte Schiene weitergefahren ist und sich unter dem ersten Wagen nach dem Triebkopf die Weiche umgestellt hat» sagt Christoph Kupper, Bereichsleiter Bahn und Schiff der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust.

Legende: Video «Man muss davon ausgehen, dass sich die Weiche umgestellt hat.» abspielen. Laufzeit 00:16 Minuten.
Aus News-Clip vom 22.02.2019.

Normalerweise kann eine Weiche vom Stellwerk nur umgestellt werden, wenn sich kein Zug auf der Weiche befindet. Kupper sieht mehrere mögliche Gründe für diesen Fehler: «Das eine ist, dass die elektrische Überwachung der Weiche nicht funktioniert hat. Eine zweite Möglichkeit ist, dass eine Ansteuerung unbeabsichtigt stattgefunden hat.»

Mögliche Fehlerquellen

Tatsächlich könnte ein Fehlimpuls die Weiche zum Umschwenken gebracht haben. Oder: Der Zug wird auf der Weiche nicht erkannt. Nur wenn die beiden Schienenstränge durch Räder und Achse elektrisch miteinander verbunden sind, gilt die Weiche beim Stellwerk als besetzt.

Legende: Video «Möglich ist, dass eine Ansteuerung unbeabsichtigt stattgefunden hat.» abspielen. Laufzeit 00:15 Minuten.
Aus News-Clip vom 22.02.2019.

Dritte mögliche Ursache: Ein Störsignal vom Zug oder den Leitungen am Gleis hat diesen Sicherheitsmechanismus ausgeschaltet. Das Stellwerk erkennt den Gleisabschnitt irrtümlich als frei und stellt die Weiche um.

Die fragliche Weiche wird inzwischen wieder befahren. Die Deutsche Bahn als Betreiberin teilt auf Anfrage von SRF mit, die Weiche sei von Experten überprüft und wieder freigegeben worden. Die exakte Unfallursache wird weiter ermittelt.

Legende: Video Erstmals äussert sich die Untersuchungsstelle SUST zur Entgleisung abspielen. Laufzeit 02:05 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.02.2019.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    800Meter den Wagen mitgeschleift, gleich hinter dem Triebwagen. Under Lokomotivführer hat nichts bemerkt? Wie lange ist der Bremsweg bei einer Schnellbremsung? Die Züge fahren ja dort keine 200kmh.
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Sie können's ausrechnen... so ein ICE wiegt knapp 800Tonnen, wenn der so mit 50km/h entgleist... . Dank viel Bremswirkung des Schotters wurden es "nur" 800m....
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    "Die Deutsche Bahn als Betreiberin teilt auf Anfrage von SRF mit, die Weiche sei von Experten überprüft und wieder freigegeben worden." Wieso ist die DB auf Schweizer Gebiet zuständig?
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    1. Antwort von Gerbrand Ronsmans (GRo)
      Dass heisst Grenzüberschreitende zusammenarbeit. Nix neues im, wird Weltweit und mit viel Erfolg angewandt in Grenzgebieten. Die Schweiz ist Trotzdem noch ein Souveräne Staat.
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    2. Antwort von Max Wyss (Pdfguru)
      Weil die Weiche immer noch im Hoheitsgebiet der Deutschen Bahn liegt. Die Grenze ist in einem Staatsvertrag zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Grossherzogtum Baden (1852), ergänzt durch einen weiteren Vertrag zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland (1953) festgelegt, und sie liegt in der Gegend der Rheinbrücke (man müsste nachschauen, bei welchem Signal).
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    3. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Helmers: Gemäss Staatsvertrag von 1852 ist der Badische Bahnhof in Basel in Deutschem Staatsbesitz (wie der Bhf Riehen auch) und wird demzufolge auch von der DB betrieben. War übrigens auch im 2. Weltkrieg (damals Reichsbahn) so. Die Betriebsgrenze zwischen DB und SBB ist kurz vor der Rheinbrücke. Die SBB besitzt und betreibt auch Bahnhöfe und Strecken in Deutschland, etwa die Linie Eglisau - Schaffhausen mit den Bahnhöfen Jestetten und Lottstetten auf Deutschem Boden (Staatsvertrag von 1875).
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  • Kommentar von Peter Madörin (Peter Madörin)
    Ich erinnere mich, diesen "Trick" mit der Modelleisenbahn "gespielt" zu haben, in der nunmehr sich als irrig herausstellenden Annahme, dass sowas bei der "richtigen" Bahn unmöglich wäre. Es gibt nichts, das es nicht gibt...
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