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Wie viele sind immun gegen Corona?
Aus Echo der Zeit vom 17.08.2021.
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Immun gegen das Coronavirus Sind genügend Menschen in der Schweiz immun?

Zentral für die Virusbekämpfung ist eine hohe Immunität. Doch wie viel ist genug? Und wie ist der aktuelle Stand?

Die Impfung habe sich sehr stark auf die Zahlen ausgewirkt, sagt Milo Puhan. Er ist Professor für Epidemiologie an der Universität Zürich und Leiter des Corona Immunitas Forschungsprogramms. «Wichtigste Erkenntnis ist, dass die Seroprävalenz, der Anteil der Bevölkerung mit Antikörpern gegenüber dem Coronavirus, sehr stark angestiegen ist, seit man impft.»

Bis zum Start der Impfkampagne hatten 20 bis 25 Prozent der Erwachsenen Antikörper wegen einer durchgemachten Infektion. Bei den über 65-Jährigen waren es gar deutlich unter 20 Prozent. Diese Werte stiegen bis heute stark an, sagt Milo Puhan.

Momentane Immunität reicht nicht

«Von den 65+ wissen wir, dass sie zu einem grossen Teil geimpft sind. Da sehen wir Seroprävalenzen von 90 Prozent, im Tessin sogar 96 Prozent.» Nicht jedoch bei den 20- bis 64-Jährigen, wo es 70 bis 75 Prozent seien.

90 Prozent der über 65-Jährigen haben also Antikörper. Bei den unter 65-jährigen Erwachsenen etwa drei von vier Personen. Das ist nicht wenig, aber offenbar auch nicht genug, um die Pandemie aufzuhalten. «Bei den unter 65-Jährigen reicht das sicher nicht, um diese Welle, die droht oder die schon begonnen hat, gut abzufangen.» Dabei gehe es vor allem um die Verhinderung von schweren Verläufen, die eine Hospitalisierung erfordern. 

Bei den unter 65-Jährigen reicht das sicher nicht, um diese Welle gut abzufangen.
Autor: Milo Puhan Epidemiologe

Die Hospitalisierungen wegen Covid-19 nehmen bei allen Altersgruppen zu. Die Zunahme der jüngeren Menschen ist aber besonders deutlich, weil sie sich im Moment oft anstecken. Das zieht sich hinunter bis zu den 20-Jährigen.

Auch Jugendliche und Kinder gibt es wieder mehr im Spital wegen Corona. Noch sind die Zahlen auf tiefem Niveau. 20 bis 30 Spitaleinweisungen sind es aktuell pro Tag. Doch die Tendenz ist im Moment stark steigend.

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Patrick Mathys: «Die Spitaleinweisungen haben sich verzehnfacht»
Aus News-Clip vom 17.08.2021.
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Zufrieden zeigt sich Milo Puhan über die Anzahl der über 65-Jährigen in der Schweiz, die Antikörper haben. «Da ist der Schutz gut. Man muss aber auch sagen, dass man sich auch nach einer Impfung infizieren kann. Vor allem, wenn die Zahlen hoch sind.»

Aber Spitaldaten aus der Schweiz und international würden zeigen, dass der Schweregrad viel geringer sei. «Es sind ziemlich wenige Hospitalisierungen nötig, wenn man geimpft wurde», so Puhan.

Video
Milo Puhan: «Der Schutz nach einer Impfung ist höher als nach einer Infektion»
Aus News-Clip vom 17.08.2021.
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Für die Spitäler könnte es also vor allem kritisch werden, wenn sich das eine Viertel der jüngeren Menschen ohne schützende Antikörper in rascher Folge ansteckt.

Echo der Zeit, 17.08.2021, 18 Uhr

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67 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies Artho  (marlies artho)
    Beim durchlesen fällt mir auf, dass einiges auf Vermutung und Unbestimmtheit läuft, da man schlicht weg noch zu wenig Erfahrungen gesammelt hat. Ob Geimpft oder nicht Geimpft, man könnte doch zumindest sich darüber Gedanken machen, wie die Sachlage wirklich ist. Denke man könnte die Sachlage der Ungewissheit wirklich auch in Betracht ziehen und ernst nehmen. Zukunft wird sicher aufzeigen, ob man nur noch lebensfähig ist mit diversen Impfungen, weil scheinbar Mutationen nie aufhören.
  • Kommentar von Halbeisen Charles  (chh)
    Gegenwärtig geistert durch die Medien, dass Leute mit durchgemachter Erkrankung eine schlechtere Immunität hätten. Wo sind die Beweise und wie gross ist der Unterschied quantitativ?
    1. Antwort von Martin Holm  (Marty)
      Dies ist auf jeden Fall falsch! Jeder Organismus reagiert individuell, dh auch Erkrankte bzw Genesene produzieren Antikörper. Im übrigen bildet das Immunsystem auch Antikörper nach einer Impfung, es ist immer das Immunsystem, es werden keine Antikörper gespritzt. Wenn du also ein gesundes Immunsystem hast, dann ist die Wahrscheinlickeit symptomlos zu bleiben sehr hoch, wenn du aber ein schwaches Immunsystem hast, evtl mit Vorerkrankungen, dann ist eine Impfung sinnvoll.
    2. Antwort von Michael Fuchs  (mfuchs)
      Quatsch, Herr Holm. Die Impfung ist in jedem Fall sinnvoll (ausser sehr wenige medizinische Ausnahmefälle wie starke Allergien). Wissen Sie da mehr als die Experten, oder wieso geben Sie anderslautende Impfempfehlungen ab?

      @Halbeisen Charles. Verschiedene Studien zeigen einen besseren Impfschutz aufgrund der Impfung (höhere Antikörpertiter, breiterer Schutz gegen Varianten). Z.B. "Vaccines recommended over natural immunity against COVID variants", smh.
    3. Antwort von Thomas Spirig  (lalelu)
      da "geistert" nichts. herr puhan hat halt gestern die resultate seiner untersuchung präsentiert. da zeigte sich vor allem, dass die bandbreite der immunantwort bei der infektion viel grösser ist als bei der impfung. die impfung zeigte ein viel einheitlicheres bild und lag ingesamt auf höherem niveau.
  • Kommentar von Heike Miller  (Heike Miller)
    Gestern wurde bereits an der Medienkonferenz mitgeteilt, dass man nicht vorhersagen kann. Was ist wenn eine Mutation im Umlauf ist, die den Impfstoff umgehen und bereits schon Angesteckte gibt? Ich denke, ob geimpft oder nicht; keiner darf sich sicher fühlen und hat das Recht gebucht.
    1. Antwort von Thomas Spirig  (lalelu)
      deshalb sequenzieren wir ja sinnige stichproben von positiven fällen um allfällige neue mutationen zu erkennen.