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Renzo Cicillini, Standortleiter Lonza Visp: «Wir freuen uns natürlich sehr»
Aus Nachrichten vom 16.11.2020.
abspielen. Laufzeit 02:28 Minuten.
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Impfstoffproduktion im Wallis Lonza-Standortleiter: «Bald kommen Impfdosen aus dem Wallis»

Mehrere Firmen arbeiten zurzeit an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Im Rennen dabei ist der US-Konzern Moderna. Der Wirkstoff weist laut Studien eine Wirksamkeit von 94.5 Prozent auf.

Herstellen soll den Wirkstoff der Schweizer Pharmazulieferer Lonza. Eine Produktionslinie in Visp ist im Aufbau, Lonza will dort mit der Herstellung noch in diesem Jahr beginnen. Entsprechend erfreut über die neusten Entwicklungen ist der Visper Standortleiter der Lonza, Renzo Cicillini.

Renzo Cicillini

Renzo Cicillini

Standortleiter Lonza Visp

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Renzo Cicillini ist Marketingfachmann und Betriebswirt, seit 2012 arbeitet er für die Lonza in Visp. Ab 1. Mai 2019 ist er Standortleiter, vorher war er Leiter Kommunikation und Standortmarketing.

SRF News: Was bedeuten die am Montag präsentierten positiven Testergebnisse von Moderna für die Lonza in Visp?

Renzo Cicillini: Wir begrüssen diese Nachricht natürlich sehr, das freut uns. Wir sind allerdings nicht in den Prozess der klinischen Studien oder in die Gespräche mit den Aufsichtsbehörden involviert – das ist wirklich Sache des Herstellers.

Wir wollen in Visp noch vor Jahresende Impfdosen herstellen.

Aber wir arbeiten unsererseits weiterhin mit Hochdruck an der Fertigstellung der Anlagen. Unser Ziel bleibt nach wie vor, wie geplant, bereits vor Jahresende die ersten Impfstoffdosen in Visp herstellen zu können.

Der Wirkstoff von Moderna

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Das Moderna-Präparat ist ein sogenannter RNA-Impfstoff. Er enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiss herstellt. Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.

Schneller Prozess

Der Impfstoff habe eine Wirksamkeit von 94.5 Prozent, hiess es in einer Mitteilung von Moderna am Montag. Die Schweizer Heilmittelbehörde Swissmedic hat das Zulassungsgesuch für den Moderna-Impfstoff bereits letzte Woche erhalten und ein rollendes Zulassungsverfahren (Rolling-Review-Verfahren) eingeleitet.

Wie lange die Überprüfung jeweils dauern wird, ist unklar. Der Moderna-Impfstoff mRNA-1273 soll den Körper wie die anderen Präparate auch möglichst in die Lage versetzen, eine Infektion mit dem Coronavirus abzuwehren, zumindest aber schwere Verläufe von Covid-19 möglichst gut verhindern.

Bevor der Impfstoff zugelassen wird, muss Swissmedic ihn noch patentieren.

Ja und deshalb haben wir natürlich schon auch Kontakt zu Behörden. Weil wir Produzent des Impfstoffs sind und entsprechende Produktionsanlagen bauen. Diese Anlagen werden von den Behörden begutachtet. Es wird also geschaut, ob wir alles richtig und korrekt machen.

Dieses Ziel, bereits vor Jahresende Dosen zu produzieren, ist ehrgeizig. Weshalb sind Sie so zuversichtlich, dass das gelingt?

Im Moment zeigen uns die Rahmenbedingungen, dass es gut vorwärtsgeht. Die klinischen Phasen sind abgeschlossen, die Aufsichtsbehörden schauen sich jetzt das Ganze an. Natürlich hängt unser Tempo davon ab, was die Aufsichtsbehörden sagen.

Im Moment sind wir auf Kurs.

In Visp sind wir auf Kurs mit dem Aufbau der Produktionsanlagen, aber es gibt selbstverständlich Rahmenbedingungen, die uns vom Kurs abbringen könnten: das Coronavirus oder die Verfügbarkeit von Rohmaterialien. Teilweise ist es zum Beispiel schwierig, Spezialisten aus dem Ausland ins Wallis zu holen. Wir haben nur ein Ziel im Auge: Die Anlage in Betrieb zu nehmen. Dadurch sind wir sehr fokussiert.

Produktionsanlage in Visp.
Legende: In Visp wurde ein Teil der Anlage angepasst, damit 300 Millionen Impfdosen pro Jahr hergestellt werden können. Keystone

Wie weit fortgeschritten ist der Bau der Anlage?

Noch vor ein paar Wochen war der Rohbau fertig. Jetzt konnten einige Teile der Anlage bereits einrichten. Aber meistens ist es so, dass eine Anlage erst in den letzten Wochen richtig Form annimmt. Das ist fast wie bei einem Einfamilienhaus: Erst wenn die Böden und eine Küche drin sind und eingerichtet wird, dann nimmt es sichtbar Form an.

Das Gespräch führte Silvia Graber.

Nachrichten, 16:00 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Nic Saladin  (Bangobongo)
    Und wenn sie aus meinem eigenen Elternhaus kämen, spritzen könnt ihr euch das Zeug selber. Keine einzige Langzeitstudie, keine Ahnung ob das Zeug für Wochen/Monate/Jahre wirkt, Nebenwirkungen bei Menschen mit Vorerkrankungen und Allergien so gut wie null erforscht. Bitte impft euch gegen etwas, was ihr so oder so überstanden hättet.
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  • Kommentar von Cédric Kleeb  (saveourwinters)
    Sie werden so viel daran verdienen dass es ja wohl hoffentlich dafür reicht, diesen Katalysator einzubauen, welcher verhindern würde, dass LONZA MEHR ALS 1% DER SCHWEIZER TREIBHAUSGAS-EMISSIONEN rauspustet. Kann doch nicht so schwer sein
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  • Kommentar von Martin Lehmann  (Herr Lehmann)
    nett, wenn endlich alle kranken und alten eine einigermassen vertretbare impfung haben. ich werde aber mit ihr noch sicher ein bis zwei jahre warten, wie es mit jeder neuen impfung getan werden sollte. ich bin jung, gesund und habe keine altlasten wie rauchen oder fettleibigkeit. so ein risiko gehe ich nicht ein, bis eine wirklich sichere impfung auf dem markt ist. meinen gross-/eltern werde ich es empfehlen, gesunden freunden aber nicht.
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