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Lonza rüstet auf für Grossauftrag
Aus Echo der Zeit vom 06.10.2020.
abspielen. Laufzeit 04:10 Minuten.
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Impfstoff aus der Schweiz Hier will die Lonza den Coronavirus-Impfstoff produzieren

  • Im Wallis soll schon bald ein Impfstoff gegen das Coronavirus produziert werden.
  • Dies im Auftrag des amerikanischen Impfstoffherstellers Moderna.
  • Schon bevor klar ist, ob tatsächlich der amerikanische Konzern im Wettlauf mit der Zeit das Rennen macht, werden im Wallis riesige Produktionsanlagen installiert.

Die neue Halle heisst Ibex. Ibex bezeichnet in der Wissenschaft das Tier Steinbock. Der Name sei sorgfältig gewählt, heisst es von der Lonza: «Die Produktionsstätte ist so anpassungsfähig wie der Steinbock in den Walliser Bergen.»

Erst im Aufbau

Renzo Cicillini, Standortleiter Lonza in Visp.
Legende: Keystone

Im Moment wird fleissig am Innenleben des Gebäudes gearbeitet. Es wird gebohrt und gehämmert, Tag und Nacht. 600 Leute sind im Einsatz – jetzt muss es schnell gehen. Die Lonza will bereit sein, wenn klar ist, wer den Impfstoff gegen das Coronavirus produzieren darf. «In einigen Monaten beginnen wir mit der Produktion», so der Standortleiter der Lonza in Visp, Renzo Cicillini.

Das Rennen um den Impfstoff

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Im Moment läuft weltweit ein beispielloses Rennen um einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO listet fast 200 Impfstoffkandidaten, von denen eine gute Handvoll bereits in grossen klinischen Studien am Menschen getestet werden.

Auch der US-Konzern Moderna macht mit und hat eine aussichtsreiche Position. Die Schweiz hat mit der Firma bereits einen Vertrag abgeschlossen.

Summe unklar

Die finanziellen Details des Deals bleiben im Dunkeln. Wie viel Geld in die USA fliesst für den Impfstoff, den es noch nicht gibt, und ob ein Teil der Summe sofort fliesst – kein Kommentar: «Da hat der Bund zusammen mit der Firma Stillschweigen vereinbart», sagt Mark Witschi, Leiter der Sektion Impfempfehlungen und Bekämpfungsmassnahmen beim Bundesamt für Gesundheit.

Für den Fall, dass Moderna das Rennen macht und die Lonza den Wirkstoff für den Impfstoff produzieren darf, hat der Bund bereits vorgesorgt: 4.5 Millionen Dosen sind bestellt.

Teure moderne Technik

Ein Mann arbeitet in einem Labor.
Legende: Keystone

Innerhalb von acht Monaten wurde in Visp ein Teil der Anlage angepasst, damit 300 Millionen Impfdosen pro Jahr hergestellt werden können. Das Projekt kostet 210 Millionen Franken, 140 davon werden von Moderna bezahlt, 70 von Lonza.

Der Wirkstoff macht sich gut im Portfolio der Lonza.
Autor: Renzo CicilliniStandortleiter Lonza Visp

«Für uns ist das ein Auftrag von vielen», sagt Cicillini, «aber natürlich ist es ein grosser Auftrag.» Rund 200 Arbeitsplätze will die Lonza dafür schaffen. «Wir können zeigen, dass wir hier in Visp Hightech produzieren.»

Über 50 Nationen arbeiten mit

Der neue Komplex von aussen.
Legende: Keystone

Um den Auftrag von Moderna zu erfüllen, braucht es Mitarbeitende mit speziellem Fachwissen. Die werde man auch ausserhalb der Schweiz rekrutieren, so Cicillini.

Wenn die US-Firma Moderna schlussendlich das weltweite Rennen um den Corona-Impfstoff verlieren sollte, könnte die Anlage umgebaut und für ein anderes Medikament oder einen anderen Wirkstoff genutzt werden, erklärt Cicillini auf der Baustelle, auf welcher emsig gearbeitet wird.

Wettlauf gegen die Zeit

Einer von rund 600 Arbeitern.
Legende: Keystone

«Unsere grösste Herausforderung ist die Zeit», so der Produktionschef von Ibex, Thorsten Schmidt. Drei Monate bleiben übrig – im Dezember soll die Produktion anlaufen.

Wie wird ein Impfstoff entwickelt?

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Wie wird ein Impfstoff entwickelt?
Legende: Keystone

Die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus treibt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Höchstleistungen an. Es gibt drei Phasen, die ein Impfstoff durchlaufen muss, von der Idee bis zur Produktion:

  • In Phase 1 wird der Impfstoff zuerst an einer kleinen Gruppe Freiwilliger getestet. Da wird geprüft, ob der Stoff verträglich ist.
  • In Phase 2 hat man bis zu ein paar hundert Probanden. Da geht es vor allem darum, die Dosierung besser herauszufinden.
  • Phase 3 ist die letzte Phase mit Tausenden von Probanden. In der Regel verabreicht man den einen Probanden den Impfstoff und der anderen Gruppe ein Placebo. Damit will man herausfinden, wie Wirksamkeit, Qualität und Sicherheit des Impfstoff-Kandidaten sind.
  • Moderna befindet sich in der Phase 3 der Impfstoffentwicklung. Das heisst, er wird derzeit an Hunderten oder sogar Tausenden Menschen getestet.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr;

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Renato Longa  (Nusstortenbäcker)
    Die Schweiz fest in der Hand des Pharmalobbing. Merkwürdig, dass die Fallzahlen just in dem Moment in die Höhe schiessen, wo das erste Zulassungsgesuch für einen Impstoff (mit verkürztem Verfahren) eingereicht wird. Vor zwei Wochen waren die Fallzahlen noch beruhigend fallend. Herr Berset scheint von der Idee besessen zu sein, dass einzig eine Impfung das Problem lösen kann. Wo ist Plan B, Herr Bundesrat, wenn das mit der Impfung in die Hosen geht?
  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    @Everett. "Wir erkranken nicht mehr an Kinderlähmung, Pocken, Röteln, Masern, Keuchhusten, Hepatitis A, B, C usw. Die Pest kann man mit einem einfach Antibiotikum beherrschen, ebenso Lepra..."
    Da haben sich gleich verschiedene Fehler eingeschlichen: Gegen Hepatitis C gibt es derzeit keine Impfung. Antibiotika sind bald nicht mehr verfügbar, denn viele weisen Resistenzen auf. Leider hat die privatisierte Forschung es zu lange versäumt, daran zu forschen - wegen zu geringer Gewinnaussichten.
  • Kommentar von Bruno Schelker  (4435Lord)
    Bravo Lonza. Ein Impfstoff der in der Schweiz produziert wird ist von der Arbeit gesehen sehr wertvoll. Gut ausgebildete Chemiearbeiter hat die Schweiz auch. Viel Erfolg !