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Tilman Heinz, 15: «Habe mich sofort für eine Impfung angemeldet»
Aus Rendez-vous vom 29.06.2021.
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Impfungen ab 12 Jahren Nachfrage nach Impfungen für Jugendliche ist hoch

In vielen Kantonen werden nun auch Jugendliche unter 16 Jahren geimpft. Manche Zentren sind schon tagelang ausgebucht.

Völlig cool tritt Tilman Heinz hinter dem Vorhang der Impfkabine hervor. Soeben hat der 15-Jährige im Impfzentrum in der Messe Zürich die erste Spritze gegen das Corona-Virus in den Oberarm erhalten, jetzt sagt er: «Isch voll gange. Ich habe weniger gespürt als bei anderen Impfungen.» Er hoffe jetzt einfach, dass die Nebenwirkungen nicht zu heftig würden.

Richtig Angst davor habe er aber nicht, und wichtiger sei sowieso etwas anderes: «In den Sommerferien möchte ich zu meinen Grosseltern nach Deutschland reisen – wenn ich geimpft bin, wird das einfacher».

Ich habe weniger gespürt als bei anderen Impfungen.
Autor: Tilman HeinzSchüler, 15-jährig

Die ganze Woche ist bereits ausgebucht

Seit Montag können sich in zahlreichen Kantonen Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren impfen lassen. So auch in Zürich: Die ersten Teenager unter 16 Jahren erhielten gestern in den Impfzentren Winterthur, Uster und Messe Zürich die erste Spritze. Die Nachfrage in der Messe Zürich ist gross: «Die Termine für diese Woche sind alle weg, die kommenden Wochen füllen sich ebenfalls zügig», sagt Jan Wildenheim, Organisationsverantwortlicher des Zentrums.

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Zürich: Die Hälfte der Impftermine für Teenager bereits vergeben
02:59 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 28.06.2021.
abspielen. Laufzeit 02:59 Minuten.

Insgesamt sollen in der Messe rund 3000 Teenager ihre beiden Impfungen erhalten. Der Betrieb ist den Schulzeiten angepasst, geimpft wird von 15 bis 20 Uhr und samstags.

Für die Jugendlichen ist ein eigener Teil mit grösseren Kabinen im Zentrum eingerichtet. Sie müssen von einer erziehungsberechtigten Person begleitet werden, das braucht mehr Platz und auch mehr Zeit: Zum Prozedere gehört ein ausführliches Aufklärungsgespräch, in dem die Teenager erklärt bekommen, was bei der Impfung passiert und was sie beachten müssen.

Ein Jugendlicher im Impzentrum Messe Zürich.
Legende: Der Sohn bekommt die Spritze, Mutter und Schwester schauen zu: Ein Jugendlicher im Impzentrum Messe Zürich. Keystone

Und, sagt Dietmar Mauer, medizinischer Leiter des Impfzentrums: «Wir fragen die Jugendlichen nochmals, ob sie sich impfen lassen wollen, auch wenn eine Zustimmung der Eltern vorliegt». Sie sollen nicht gedrängt werden.

Teenager wollen wieder reisen können

Für die Jugendlichen in der Messe Zürich ist aber klar: Sie wollen die Impfung. Zum Beispiel die 15-jährige Mireya, eine Schülerin aus der Stadt Zürich. «Ich will wieder einfacher reisen, Verwandte im Ausland besuchen, ohne die ganze Testerei die ganze Zeit», sagt sie. Ihre ganze Familie habe sich bereits impfen lassen, sie sei froh, dass sie als jüngste nun ebenfalls die Möglichkeit dazu habe.

Welche Jugendliche sich impfen lassen sollen

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Der Impfentscheid bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren soll nach einer individuellen Risiko- und Nutzenanalyse erfolgen, heisst es beim Bundesamt für Gesundheit, gestützt auf die Empfehlung der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF).

Impfempfehlung gilt besonders für Jugendliche:

  1. die wegen einer chronischen Erkrankung bereits stark beeinträchtigt sind, um möglichst jede zusätzliche Erkrankung oder Infektion zu verhindern.
  2. die enge Kontaktpersonen von besonders gefährdeten Personen sind, insbesonders von immundefizienten und immunsupprimierten Personen.

Auch für Tilman Heinz war immer klar, dass er sich gegen das Corona-Virus impfen lassen wollte; er habe sich sofort angemeldet, als Termine für Jugendliche freigeschaltet wurden. Auch in der Schule sei die Impfung ein Thema. «Es sind viele, die sich bereits angemeldet haben, andere warten lieber noch etwas zu», sagt er. «Und dann gibt es auch ein paar, die sind skeptisch und wollen sich nicht impfen lassen.»

Diese Skepsis teile er nicht: «Ich vertraue den Menschen, die diese Impfstoffe entwickelt haben, und hoffe, dass die Impfung etwas bringt. Dass die Pandemie endlich zu Ende geht und all die Einschränkungen nicht mehr nötig sind.» Und einen kleinen Lichtblick gebe es ja bereits: Seit dieser Woche müsse er in der Schule keine Maske mehr tragen.

Video
Impfstart für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren
Aus Schweiz aktuell vom 28.06.2021.
abspielen

Regionaljournal Zürich Schaffhausen 28.06.2021, 17:30 Uhr;

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Peter  (Byron)
    Überschriften auf der gleichen News Seite von SRF: 29.6. "Nachfrage nach Impfungen für Juhendliche ist hoch". 22.6.: "Kein Run auf Impftermine bei Jugendlichen". Da frage ich mich als Impfbefürworter: hat hier der Wind innerhalb von einer Woche gedreht ? Oder sind Jugendliche nicht gleich "Jugendliche" ? Wäre interessant, mehr darüber zu erfahren.
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Hans Peter Der Artikel vom 21.6. (kein Run) handelt von Bern und nennt Basel als Ausnahme. Der Artikel vom 29.6. (hohe Nachfrage) beschreibt den Sachverhalt im Kanton Zürich.
    2. Antwort von Hans Peter  (Byron)
      @SRF: vielen Dank für Ihre Präzisierung, das hatte ich nicht bemerkt. Dann hoffe ich, es entstehen nach dem mittlerweile wieder recht zugeschütteten Röstigraben nicht neu ein paar "Impfgräben"...
  • Kommentar von Pascal Giger  (PIGI)
    Diese Berichterstattung hat mir die Augen geöffnet - und habe mich entschieden - ich und meine Kinder werden nicht geiimpft!

    Warum? Wenn der grosse Tenor, den ich von diversen Leuten, auch hier im Bericht zu hören bekomme, dass sie impfen um einfacher reisen zu können, dann hat die Politik erreicht was sie wollte - die Leute auch unter Risiken sich impfen zu lassen, dass man die Freiheit zurückbekommt. Schämt euch - das hat nichts mit Verstand und Wohlüberlegung zu tun sondern ist naiv.
    1. Antwort von Olivier Wetli  ("nicht von dieser Welt")
      Her. Giger. Schämen?? Sie scheinen sich ihrer und ihrer Kinder Sache nicht besonders sicher zu sein, wenn erst dieser Bericht über die Motive eines Jugendlichen der seine Grosseltern besuchen möchte, Ihnen die Augen öffnet.
      Ich freue mich für den vernünftig argumentierenden Tilmann, dass er seine Grosseltern in D im August wieder besuchen kann.
    2. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      @Giger: Ihre Freie Entscheidung. Nur ist es so, dass jede Person mit Covid in Kontakt kommen wird. Beide Risiken, Infektion und Impfung, sind inzwischen recht gut bekannt. Die Frage ist also: Wollen Sie wirklich dass Ihre Kinder und Sie sich Infizieren, wenn es eine sichere Alternative gibt? Falls Ja, ok, ihr Recht. Aber rein Objektiv gibt es wenig Verständnis für ihren emotional getroffenen Entscheid.
    3. Antwort von Hans Peter  (Byron)
      @PIGI: wer als Hauptgrund für seine Impfung nicht vorwiegend mit dem Solidaritätsgedanken argumentiert sondern offen erklärt, er mache dies vorwiegend aus "egoistischen" Gründen (Reisen, keine Testpflicht etc.) ist mMn schlichtweg ehrlich. In meinem Umfeld machen dies recht viele Leute welche halt, vielleicht eine typisch schweizerische Eigenschaft, in ihrem Leben recht pragmatisch unterwegs sind. Und solange in der CH keine Impfpflicht herrscht bleibt der Entscheid ja frei.
    4. Antwort von Claudius Luethi  (@claude)
      Sehr gut entschieden!

      Die Kinder werden es
      Ihnen danken!
    5. Antwort von Marc Blaser  (PrCh)
      @Giger, finde ich auch gut entschieden! Es gibt keinen Grund sich von der Zeit und vor allem von der Gesellschaft stressen zu lassen.
      @Gasser, eine sichere Alternative? Darf ich fragen auf welcher Grundlage diese Aussage entstanden ist? Schauen Sie, weder Ärzte noch sonstige Experten haben eine Ahnung von diesem Virus. Es kommt wieder eine neue Variante und alles was man zu wissen glaubt, verliert wieder an Wert. Aber Hauptsache gleich alle schnell durchimpfen bevor man mehr weiss...
    6. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Herr Giger, bitte unterschreiben Sie für sich und ihre Kinder eine Verzichtserklärung bezügl. notfallmässiger Aufnahme bei einer Covid-Infektion und tragen Sie sie stets bei sich. Danke.
    7. Antwort von Katharina Bleuer  (Blk)
      Interessant, dass Ihre Enscheidung nicht auf eine Nutzen-Riskiko-Abwägung zwischen Impfung und Infektion basieren, sondern darauf, was andere Leute tun und sagen.
      Mich dünkt das weder sehr eigenverantwortlich noch sehr erwachsen. Und ich hoffe sehr, dass Sie Ihre Teenager selbst über ihren Körper entscheiden lassen, wie es ihr Recht ist, und sie ggf nicht gegen ihren Willen dem Risiko einer Infektion aussetzen.
  • Kommentar von Nunzio DiResta  (Nunzio)
    Impfen, eine Erfolgsgeschichte nimmt ihre Fortsetzung. So spektakulär wäre das eigentlich nicht, wenn man sich die Entwicklung der letzten 200 Jahre ansehen würde. Leider haben einige diese 200 Jahre Fortschritt verpasst.