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Initiative zum Gletscherschutz Bürgerliche entdecken den Klimaschutz

Selbst bürgerliche Politiker sind für die Gletscher-Initiative, die Benzin und Öl verbieten will.

Legende: Video Weitgehende Forderungen zum Gletscherschutz abspielen. Laufzeit 01:13 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 30.01.2019.

Die Gletscherinitiative: Die Schweiz soll laut der Initiative die CO2-Emissionen bis 2050 neutralisieren. Eine neue Bürgerbewegung will dieses Ziel in der Bundesverfassung verankern.

Der Klimawandel ist etwas, das die ganze Welt betrifft. Die Initiative ist für die Innovation in der Schweiz und den Forschungsstandort eine Chance, nicht nur ein Problem.
Autor: Ruedi NoserStänderat FDP/ZH

Ein klassisches linkes Anliegen, würde der Politbeobachter sagen. Doch im Initiativkomitee sind auch bekannte bürgerliche Politiker vertreten: FDP-Ständerat Ruedi Noser, BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti, CVP-Ständerat Stefan Engler und Nationalrätin Isabelle Chevalley von der GLP.

«Der Klimawandel ist etwas, das die ganze Welt betrifft. Die Initiative ist für die Innovation in der Schweiz und den Forschungsstandort eine Chance, nicht nur ein Problem», sagt Ruedi Noser dem SRF. Deshalb stehe er dahinter.

Keine Öl-Heizungen, keine Benzin-Autos mehr

Es ist erstaunlich, dass bürgerliche Politiker für die Initiative sind. Denn die Gletscher-Initiative geht weit: Öl, Benzin und Gas dürften in der Schweiz nicht mehr gebraucht werden. Das heisst, man könnte 2050 nicht mehr mit Öl heizen, mit einem Benzin-Auto fahren. Auch beim CO2 und anderen Treibhausgasen müsste der Ausstoss neutralisiert werden. Das heisst, die Schweiz müsste das CO2 auf ein Minimum reduzieren und den Rest im Ausland kompensieren.

CVP-Ständerat Stefan Engler sagt zu den weitgehenden Forderungen im Initiativ-Text: «Initiativen haben immer eine gewisse Radikalität, damit sie auch gehört werden. Es geht jetzt um das politische Bekenntnis. Es geht darum, die Übereinkunft des Klimaabkommens von Paris auch umsetzen zu wollen und das soll im Wesentlichen in der Verfassung festgeschrieben werden.»

Laut dem Pariser Klimaabkommen müssen Industriestaaten beim Klimaschutz vorausgehen. Die Weltengemeinschaft will die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zu vorindustriellen Levels begrenzen. Auch die Schweiz hat sich verpflichtet, bei diesem Ziel mitzuarbeiten. Allerdings scheiterte ein erster Anlauf in der Wintersession, das CO2-Gesetz wurde versenkt.

«Die Politik in der Schweiz setzt das Ziel des Pariser Abkommens nicht um. Wir wollen mit der Initiative den politischen Prozess forcieren», sagt Marcel Hänggi vom Verein Klimaschutz Schweiz.

Sympathisanten auch bei der SVP

Hänggi ist stolz darauf, dass auch bürgerliche Prominenz im Initiativkomitee ist. «Gut möglich, dass auch noch jemand von der SVP zusagt. In der SVP haben wir zumindest inoffizielle Sympathisanten», so Hänggi. Mit der Unterschriftensammlung wollen die Initianten Ende April beginnen. Morgen ist der Auftakt vor der Presse.

Text der die Postergrafik beschreibt

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Laurenz Hüsler (Laurenz Hüsler)
    Mit Erneuerbaren ist das nicht zu erreichen. Die brauchen während 85% der Zeit Backup, und der ist fossil. Kernkraft produziert CO2-frei, aber das ist ja tabu. Da wird etwas verlangt, das gar nichts bringt.
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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Es ist egal, wer den Klimaschutz entdeckt, denn das Thema geht uns alle an. Wenn jetzt sogar die bürgerlichen merken, dass der Wohlstand durch den Klimawandel gefährdet ist, dann erwarte ich von ihnen, dass sie marktwirtschaftliche Instrumente vorschlagen. Die sind erwiesenermassen effizienter als Verbote.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Das radikale Umdenken wird leider erst kommen, wenn auch der Hinterletzte davon betroffen ist und ihm auch sein vieles Geld nichts mehr nützt, weil er sich damit von den dann bereits eingetroffenen Katastrophen nicht mehr loskaufen kann. Jene, die es nicht lernen, werden bis zum Untergang leider in der Mehrheit sein, fürchte ich.
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