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Unia macht am Frauentag männliche Strassennamen weiblich
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Internationaler Frauentag Frauen gehen für ihre Rechte auf die Strasse

  • In der Schweiz ist der Weltfrauentag auf unterschiedliche Weise begangen worden.
  • Feministinnen in Zürich und Sion «verweiblichten» zahlreiche männliche Strassennamen.
  • In Lausanne fand mit 1500 Demonstrantinnen die grösste Kundgebung statt. Auch in anderen Städten demonstrierten Aktivistinnen für Solidarität.

Die Gewerkschaft Unia machte in Zürich über Nacht «männliche» Strassenschilder zu «weiblichen». Die Josefstrasse zum Beispiel wurde zur «Mariastrasse», die Erismannstrasse zur «Erisfraustrasse».

Von den 447 Zürcher Strassen mit Namen von Prominenten trügen nur 54 die Namen von Frauen, teilte Unia mit. Das sei ein typisches Zeichen dafür, dass Frauen in der Öffentlichkeit weniger sichtbar seien als Männer. Um Frauen hervorzuheben, überklebten Aktivistinnen und Aktivisten über 100 Strassenschilder.

Auch in der Walliser Hauptstadt Sion erhielten mehrere Strassen Namen von Frauen, darunter jene von Bundesrätin Viola Amherd und der früheren Skirennfahrerin Chantal Bournissen. Die neuen Namen blieben aber nicht lange bestehen, weil die Polizei die unbewilligten Plakätchen wieder abriss, wie Medien berichteten.

Die Juso hängten in mehreren Städten Statuen von Männern Schürzen um. Sie wollten damit auf die Bedeutung von nicht bezahlter Arbeit oder der Arbeit im Haushalt aufmerksam machen. Laut dem Bundesamt für Statistik kümmerten sich bei 70 Prozent der Paare die Frauen allein um den Haushalt, argumentierte die Juso.

Gegen Gewalt im Internet

In Lausanne kamen nach Polizeiangaben am frühen Abend über 1500 Personen zu einer Kundgebung zusammen, davon ein gutes Drittel Männer. In Genf nahmen rund 200 Frauen an einer Kundgebung teil. Auf einem riesigen Transparent wurde zur Teilnahme am Frauenstreik vom 14. Juni aufgerufen.

In Bern marschierten rund hundert Aktivistinnen hinter einem violetten Transparent mit dem Slogan «Solidarität für Frauen – Solidarität unter Frauen» in Richtung Bundeshaus.

Demonstrantinnen
Legende: Rund 100 Aktivistinnen zogen am Freitagnachmittag in Bern bei strömenden Regen auf die Bundesterrasse. Keystone

Die feministische Friedensorganisation cfd lancierte eine Aktion in sozialen Medien gegen Gewalt an Frauen und Mädchen im Internet. Wer sich öffentlich politisch äussere und positioniere, werde bedroht und belästigt.

Weniger Mehrwertsteuer auf Tampons

Unterschriften wurden ebenfalls gesammelt: «Bloody Unfair - Runter mit der Tampon-Steuer»: Unter diesem Titel fordert eine Petition den tieferen Mehrwertsteuersatz für Damen-Hygieneprodukte. Dahinter steht die Kampagnen-Organisation Campax.

Die Bittschrift verlangt, Hygieneprodukte für Frauen dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 2.5 Prozent für Güter des täglichen Bedarfs zu unterstellen und eine Petition von Nationalrat Jacques-André Maire (SP/NE) zu unterstützen.

Tampons und Binden werden heute mit dem Normalsatz von 7.7 Prozent besteuert. Beim Bundesrat stiess das Anliegen von Maire auf offene Ohren: Er beantragt dem Parlament, den Vorstoss anzunehmen.

Forscherinnen untervertreten

30 junge Frauen reisten zudem auf Einladung der drei amtierenden Bundesrätinnen nach Bern. Im Bundeshaus trafen sie Simonetta Sommaruga, Viola Amherd und Karin Keller-Sutter zu einem angeregten Austausch.

Nach wie vor besetzten Frauen in der Schweiz weniger einflussreiche Positionen als Männer, sei es im Bereich der Wirtschaft oder der Wissenschaft, heisst es in einer Mitteilung des Uvek. Auch in der Politik seien die Frauen untervertreten. Im persönlichen Austausch hätten die Bundesrätinnen auf diesen Umstand hingewiesen und mit ihnen ihre Erfahrungen als Politikerinnen geteilt.

Die drei Bundesrätinnen seien beeindruckt von der Eigeninitiative, dem Interesse und dem Engagement der jungen Frauen. Sie werteten es als positives Signal für das Jahr 2019, in dem mit den eidgenössischen Wahlen die Weichen für eine stärkere Mitbestimmung der Frauen gestellt werden könnten.

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38 Kommentare

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  • Kommentar von Steven Hill  (LevelsHint)
    Wow. Einfach nur wow. Da gehen Frauen extra auf die Strasse, um für Gleichberechtigung zu demonstrieren und hier in den Kommentaren wird dünn verhüllte mysoginistische Rhetorik herumgeworfen. Ironisch, dass genau diese Leute dann verstehen, wieso es die Demos braucht.
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  • Kommentar von Dani Lindenmann  (Dani Lindenmann)
    Ursache und Wirkung bunt gemischt. Aus meiner Sicht sind Frauen in der Schweiz DE JURE absolut gleichberechtigt ev. besser gestellt. DE FACTO hapert es in vielen Bereichen an der Umsetzung. Die Insel Schweiz (die Bewohnenden/Stimmberechtigten) war allerdings noch nie besonders schnell / innovativ im Vergleich zu Europa (Frauenstimmrecht, Gesundheits/Bildungswesen, Kantönligeist uvm.). Dieses pseudo intellektuelle, verbale Einprügeln auf alle Männer, alles "männliche" ist kaum zielführend.
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    1. Antwort von Dölf Meier  (Meier Dölf)
      Frauen und Männer leben um zu überleben. Aufgrund der bevorstehenden finanziellen Zusammenbrüche in mery old Europe wird das dolce vita ein Ende haben.
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  • Kommentar von Patrik Christmann  (Politik für die Schweizer)
    Mann & Frau dürfen bei der Jobbewerbung den Lohnwunsch äussern. Akzeptiert der Arbeitgeber den gewünschten Lohn nicht, muss der Arbeitsvertrag nicht unterschrieben werden. Ein Arbeitgeber der Frauen bei der Einstellung generell viel weniger Lohn anbietet, hat ein Risiko wegen Diskriminierung verklagt zu werden, oder findet keine qualifizierten Frauen für tiefe Löhne. Der Lohn muss Verhandlungssache bleiben, sonst führen wir in Raten den Kommunismus nach UDSSR ein. Frauen verlangt mehr Lohn!!!
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