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Unispital Zürich startet Antikörper-Studie
Aus Tagesschau vom 28.03.2020.
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Kampf gegen das Coronavirus Unispital Zürich startet Studie zu Antikörpern

Wie viele Menschen infizieren sich mit dem Coronavirus, ohne zu erkranken? Die Antwort darauf sollen Antikörper liefern.

Seit Wochen dominiert das Coronavirus unseren Alltag, hat das Leben von Milliarden Menschen rund um den Globus auf den Kopf gestellt. Nach wie vor sind aber noch viele Fragen ungeklärt – eine der wichtigsten davon: Wie viele Menschen sind mit dem Virus infiziert, ohne zu erkranken? Und ist man nach überstandener Krankheit immun?

Antworten darauf könnten helfen, besser mit der Pandemie umzugehen. Nach diesen Antworten wird jetzt auch in der Schweiz geforscht.

Im Labor von Professor Adriano Aguzzi am Universitätsspital Zürich schiebt das Personal derzeit Nachtschichten. Das Labor ist abgeschottet, die Angestellten arbeiten mit Schutzausrüstung. Hier startet eine Studie zu Antikörpern gegen das neuartige Coronavirus. SRF hat Aguzzi per Video-Telefon erreicht.

Antikörper zeigen frühe Infektion an

«Wir versuchen herauszufinden, welcher Prozentsatz unserer Bevölkerung infiziert sind. Ist es ein Prozent, sind es zehn Prozent? Das weiss niemand, aber es ist wahnsinnig wichtig.» Unabdingbar seien diese Informationen für die Planung der Spitäler, etwa, wenn es darum gehe, wie viele Betten in den nächsten Tagen und Wochen nötig sind. Das herauszufinden, sei das Ziel der Studie.

Die Antwort darauf liegt im Blut – denn hier zeigen sich nach einigen Tagen Antikörper. Mit ihnen wird also eine frühere Infektion nachgewiesen.

Ob sie auch gegen das Coronavirus immunisieren, ist noch offen. Mediziner Aguzzi hält es für zu 99 Prozent wahrscheinlich, «aber in diesen Dingen ist es besser, sicher zu sein».

Patienten erfahren das Ergebnis nicht

Deshalb werden am Universitätsspital Zürich nun alle Patientinnen und Patienten auf Antikörper getestet. Sie erhalten aber kein Resultat, die Studie ist anonymisiert.

Andere Schweizer Labors starten in diesen Tagen ebenfalls Bluttests auf Antikörper. Am Freitag erfolgten gemäss dem «Tages-Anzeiger» erste Lieferungen der neuen Tests in die Schweiz. Das bestätigte am Samstagnachmittag Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit. Es gebe aber noch keine Regelung, wer zuerst auf Antikörper getestet werde.

Tagesschau, 28.03.2020, 13:30 Uhr;

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Wir haben gut 14000 entdeckte Angesteckte und 300Tote, wieviele geheilte gibt es und warum werden die nicht gezählt???
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  • Kommentar von Daniel Liauw  (pipau)
    Endlich! Es ist doch ganz zentral, zu wissen, wie verbreitet das Virus gegenwärtig in der Bevölkerung ist. Aber müsste man dazu nicht stichprobenartig Tests mit Freiwilligen aus einem repräsentativen Segment der Bevölkerung machen? Wenn nur Menschen getestet werden, die ins Spital eingeliefert werden, sagt das dann etwas aus? Schliesslich kommen die meisten Infizierten ohne Hospitalisierung durch.
    Und ich verstehe auch nicht, wieso die Getesteten auch auf Verlangen das Resultat nicht erfahren.
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    1. Antwort von Daniel Liauw  (pipau)
      Das sind Fragen. Eine erklärende Antwort, vorzugsweise von jemandem, der drauskommt, wäre hilfreich. Zustimmung oder Ablehnung sagt mir hingegen in diesem Fall überhaupt nichts...
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    2. Antwort von Patrick Salonen  (Patrick Salonen)
      das sehe ich genau so. wenn wir nur von den bekannten zahlen ausgehen würden, wären wir bei ca. 1% der bevölkerung. 60% müssten anscheinend erreicht sein, damit sich covid-19 nicht weiter verbreiten kann. deshalb müsste unbedingt möglichst viele getestet werden.
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  • Kommentar von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
    Also ich denke, dass diese Tests bei uns primär mit der Risikogruppe durchgeführt werden, wenn ihre Zuverlässigkeit ausreichend hoch ist. Gespannt wäre ich auf die Verteilung in den Altersgruppen. Aus Moskau (Interfax) wird heute gemeldet, dass 40 % der auf Grund von Covid-19 intubierten Patienten jünger als 40 Jahre sind. denke aber nicht, dass diese Zahl auf die Schweiz übertragbar ist, da die Lebenserwartung in RU geringer ist, als bei uns. Aber trotzdem.
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