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2 Duos kämpfen ums SP-Präsidium
Aus Tagesschau vom 26.01.2020.
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Kampf um SP-Präsidium Neuanfang oder weiter wie bisher bei den Sozialdemokraten?

Die Sozialdemokratie befinde sich in einer historischen Krise, nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa. Es brauche deshalb einen radikalen Neuanfang, wenn die SP wieder Wähler dazugewinnen wolle.

Gegenprojekt zum «linken Aufbruch»

Diese These von Mattea Meyer und Cédric Wermuth blieb in der SP über einen Monat lang unwidersprochen. Dabei fordern die beiden einen stark ideologisch, um nicht zu sagen: marxistisch geprägten «linken Aufbruch» für die Sozialdemokraten. In der Zwischenzeit hat sich Widerstand gegen diese Idee formiert, insbesondere in der Westschweiz.

Nun präsentieren die Zürcherin Priska Seiler Graf und der Walliser Mathias Reynard ein Gegenprojekt zum «linken Aufbruch» von Meyer/Wermuth. Vor allem Seiler Graf steht für eine pragmatischere Politik. Die SP müsse nicht den Kapitalismus abschaffen wollen, sondern weiterhin den Erfolg im Kompromiss suchen.

Kampf um wichtige Zürcher Stimmen

Im Unterschied zur Kandidatur Meyer/Wermuth ist das Ticket Seiler Graf/Reynard strategisch darauf ausgerichtet, ein möglichst breites Spektrum der Partei abzudecken. Die beiden repräsentieren die junge SP wie die etwas ältere, Frau und Mann, Stadt und Land, Deutschschweiz und Westschweiz, den linken wie den liberalen Parteiflügel. Und, nicht unwichtig, dank Priska Seiler Graf soll sich auch die mächtige Zürcher Kantonalpartei vom Ticket repräsentiert fühlen.

Damit wollen Seiler Graf/Reynard für mehr Ausgleich innerhalb der SP sorgen, so Reynard. Wermuth unterstellt den beiden, dass sie die Partei damit nicht einen, sondern in «verschiedene Sphären» zerlegten. Da zeichnet sich für die nächsten drei Monate ein harter Kampf um das SP-Präsidium ab.

Zwei unterschiedliche Konzepte

Das Konzept von Seiler Graf/Reynard ist weniger ideologisch geprägt als jenes von Meyer/Wermuth. Sie wollen eine Politik machen, die näher bei den Leuten ist. Was immer das auch heisst.

Tatsache ist aber, dass Reynard in der Westschweiz äusserst populär ist. Meyer/Wermuth müssten also in der Deutschschweiz einen Riesenvorsprung auf Seiler Graf/Reynard herausholen, um in der Endausmarchung eine Chance zu haben.

Meyer/Wermuth haben ein klares Konzept, wie sie die SP wieder zum Erfolg führen wollen. Ob es das richtige ist, sei dahingestellt. Bei Seiler Graf/Reynard ist das Konzept noch nicht so deutlich erkennbar. Dafür kann sich in ihrem Ticket praktisch jedes SP-Mitglied mit der einen oder anderen Person identifizieren. Das könnte am Ende wahlentscheidend sein.

Erwin Schmid

Erwin Schmid

Bundeshausredaktor, SRF

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Erwin Schmid ist Bundeshausredaktor von SRF. Er berichtet seit 2001 für das Unternehmen. Er war Korrespondent in Wien und in Barcelona. Zudem berichtete er als Sonderkorrespondent aus Krisen- und Konfliktregionen. Schmid studierte in Zürich und Wien Umweltnaturwissenschaften und Internationale Beziehungen.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Maier  (MaTo)
    um das Wegdriften der CH nach rechts in den letzten Jahren aus zu gleichen wäre aus Sicht der Mitte eine stärker links und massiv aggressiver agierende SP als Korrekturmassnahme durchaus sinnvoll.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Seiler Graf/Reynard für mehr Ausgleich innerhalb der SP. Wären zwei gute Kandidaten. Hoffe, die beiden machen das Rennen. Wermuth ist marxistisch geprägt, Ego bezogen. Kein guter Kandidat für die SP.
    1. Antwort von Allan Boss  (Europagspengstli)
      Der Marxismus hat der SP den Sprung ins Parlament gebracht, mit 23.5% als das Proporzwahlrecht von ihnen erkämpft wurde.
  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Muss man übrigens zwingend jahrelang Student an einer Hochschule gewesen sei, um das Schweizervolk als Politiker zu vertreten? Gilt auch für Glättli bei den Grünen.
    1. Antwort von Allan Boss  (Europagspengstli)
      Nein, das spricht aber für keine grössere Partei. Siehe Vogt, Mörgeli, Maeder, Schneiter-Schneiter etc.