Zum Inhalt springen

Header

Audio
Hinweise auf die Schutzmassnahmen bereits bei der Ankunft – nach Wengen kommt nun aber niemand mehr.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 15.01.2021.
abspielen. Laufzeit 04:26 Minuten.
Inhalt

Kanton Bern Massentests in Wengen könnten Vorbild für Grossanlässe werden

Das Ski-Dorf Wengen wird auf das Coronavirus durchgetestet. Es könnte als Modell für andere Grossveranstaltungen dienen.

In Wengen würde derzeit eigentlich eine grosse Ski-Party stattfinden – zwei Abfahrten und ein Slalom waren geplant. Die Lauberhornrennen von diesem Wochenende wurden wegen mehrerer Corona-Fälle aber abgesagt. Ein britischer Tourist steckte weitere Personen mit dem mutierten Virus an. Der Ausbruch habe eine spezielle Dynamik entwickelt, hiess es von den Berner Behörden.

Schild mit Maskenpflicht und leere Strassen
Legende: Überall wird auf die geltenden Schutzmassnahmen hingewiesen. Viele Leute sehen sie jedoch nicht, die Strassen sind praktisch leer. Matthias Baumer / SRF

Nach den Schlagzeilen über den angeblichen Corona-Hotspot ist das Dorf nun sich und den Virus-Testern überlassen. Die Geschäfte sind geschlossen, die Hotels leer. Wer anreist, wird von einer Stimme aus dem Lautsprecher empfangen, die auf geltende Regeln hinweist. Für viele heisst es hier: Warten.

«Ich warte mit einem komischen Gefühl auf mein Testresultat. Was passiert, wenn ich positiv bin?», sagt ein Wengener, der mit rund einem Dutzend Menschen – mit Abstand – im Schnee vor dem Testzentrum steht und wartet.

Frau vor Testzentrum
Legende: Eine Frau wartet vor dem Testzentrum auf ihr Resultat. Matthias Baumer / SRF

Immer wieder tritt ein Mann mit Schutzanzug, Schutzbrille und Gesichtsmaske aus dem Zelt, ruft Namen und deren Resultat auf: «Negativ.» Beim betroffenen Herrn löst sich die Anspannung. Es sei gut und richtig, wolle der Kanton Bern alle testen, sagt er. Und nach den schlechten Schlagzeilen über Wengen als Corona-Hotspot sei jeder negative Befund ein Segen. «Dass man etwas macht, um die Sache in den Griff zu bekommen, finde ich richtig», meint er.

Alle Wengener sollen getestet werden

Um die Situation in den Griff zu bekommen, arbeiten maskierte und bebrillte Menschen im Innern dieses Zeltes. Erst werden die Personen registriert, danach Abstriche gemacht. Tröpfchenweise kommen Frauen und Männer hinein. Von Hektik keine Spur.

Die Erkenntnisse werden wir bei künftigen Grossveranstaltungen einfliessen lassen.
Autor: Mischa SchoriLeiter Katastrophenmanagement Kantonsarztamt

Jeder solle mindestens einmal getestet werden, sagt Mischa Schori, Leiter Katastrophenmanagement des Kantonsarztamtes. «Wenn wir alle Wengener dazu bringen können, sich innerhalb von zehn Tagen ein- bis zweimal testen zu lassen, erhalten wir ein gutes Bild», meint Schori. Vor allem, wie fest sich das Virus tatsächlich in Wengen ausgebreitet hat.

Vorbild für künftige Rennen

Wengen soll aber auch als Modell für Fussballspiele oder ähnliche Wettkämpfe, wie die abgesagten Lauberhornrennen, dienen. «Die Erkenntnisse aus dieser Testaktion werden wir in künftige Bewilligungsverfahren von anderen Grossveranstaltungen einfliessen lassen», sagt der Leiter des Katastrophenmanagements.

Für Wengen selber habe die flächendeckende Testaktion auch hygienischen Charakter. Falls wie bisher praktisch alle Corona-negativ seien, «dann hätten die Organisatoren der Rennen, aber auch die Behörden und die Bevölkerung gute Arbeit geleistet mit ihrem Schutzkonzept.» Die Zahlen zeigen in diese Richtung: Am 13. und 14. Januar wurden insgesamt 567 Schnelltests durchgeführt. Davon waren 3 Schnelltests positiv. Von den 47 PCR-Tests stehen die Resultate noch aus.

Jetzt haben wir mehr Testkapazitäten als Leute im Dorf.
Autor: Bettina ZinnertHotelbetreiberin

Dass sie sich diesbezüglich nichts vorwerfen lassen müssten, wüssten sie bereits, erzählen die Leute draussen im Schnee. Als die Rennen abgesagt wurden, sei die Situation mit den Ansteckungen eigentlich unter Kontrolle gewesen. Der Kanton Bern habe aber kalte Füsse gekriegt.

Man hätte vorher eine derart grosse Testaktion machen müssen, sagt etwa Bettina Zinnert in ihrem geschlossenen Hotel: «Jetzt ist Wengen leer, jetzt haben wir mehr Testkapazitäten als Leute im Dorf.»

Video
Wengen: Corona-Hotspot statt Lauberhornrennen
Aus Schweiz aktuell vom 15.01.2021.
abspielen

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 15.01.2021, 06:31 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Maytee Thalmann  (M2020)
    Was nützen Massentests? Die Personen sind davor ja nicht einige Tage in Karantäne und somit sind die Tests nichtssagend. Personen können den Virus in sich tragen und weitere anstecken und der Test würde trotzdem negativ zeigen, weil er false negativ ist oder die Person zu wenig Bakterien für ein positives Resultat hat...
  • Kommentar von Esther Jordi  (ejejej)
    Versucht man jetzt, den unsinnigen Touristenaktionen in Wengen im Nachhinein noch irgendetwas Positives abzugewinnen?
  • Kommentar von markus ellenberger  (ELAL)
    Teste und testen und am Schluss ist nichts anders. Seit einem Jahr wir der gleiche weg gefahren ist eigentlich schade den in einem Geschäft werden Massnahmen ergriffen um Dinge zu verändern welche nicht mehr zeit gemäss sind. Wend die Massnahmen nicht den Gewünschten erfolg bringen wird eine neuer weg gesucht. Nur in dieser sogenanten Pandemie bleibt der Bundesrat immer gleich und das schon seit einem Jahr. Eigentlich schade weil in einem Geschäft würde diese nicht Funktionieren= Konkurs.