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Genf: Mietpreis-Index um das 17-fache gestiegen
Aus Schweiz aktuell vom 20.04.2021.
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Kanton Genf Die Mieten in Genf vervielfachen sich

Trotz starker kantonaler Kontrolle: Die Genfer Mieten sind in den letzten Jahrzehnten massiv angestiegen.

Dass es in Zürich oder Genf schwierig ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist bekannt. Eine neue Statistik des kantonalen Statistikamtes in Genf zeigt nun jedoch, dass der Mietindex in der Stadt Genf seit 1940 um das 17-fache gestiegen ist.

Das besagt der Mietindex

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Der Mietpreisindex, den das Bundesamt für Statistik (BFS, Link öffnet in einem neuen Fenster) im Rahmen des Landesindex für Konsumentenpreise (LIK) erstellt, zeigt die Entwicklung der Mieten bezogen auf ein Basisjahr. Für das Basisjahr wird ein Indexwert von 100 festgelegt. Steigen die Mieten im darauffolgenden Jahr beispielsweise um 2 Prozent, so steigt der Indexwert auf 102.

Natürlich stiegen mit den Jahren auch die Qualitätsansprüche und der Ausbaustandard einer Wohnung, was einen Teil dieser massiven Erhöhung erklärt. Dennoch liegt Genf mit dieser Vervielfachung weit über dem Schweizer Durchschnitt und positioniert sich noch vor anderen teuren Städten wie Zürich oder Basel.

Dass Genf so obenaus schwingt, habe vor allem mit dem knappen Bauland zu tun, erklärt der Genfer Immobilienexperte Hervé Froideveaux. «Das bebaubare Land ist im Kanton Genf begrenzt. Die Nähe zu Frankreich, die Berge des Juras und der See – all das macht das Ganze eng. Ausserdem gab es eine starke Migration. Das steigerte die Nachfrage.»

Die Nachfrage liess die Mieten über die letzten Jahre steigen. Und die Wartelisten bei den Immobilienverwaltungen sind lang. Die Immobilienmaklerinnen und Makler haben selbst bei hohen monatlichen Mieten zwischen 2000 und 3000 Franken eine grosse Auswahl an potenziellen Mieterinnen und Mietern.

Versagt die kantonale Kontrolle?

Seit Jahrzehnten bekämpft der Kanton Genf mit Gesetzen und Vorschriften die hohen Mieten in der Stadt. So wird bei Neubauten in gewissen Gebieten klar festgelegt, wie viele Wohnungen subventioniert sein müssen oder dass ein Mietzins beispielsweise während zehn Jahren nicht ansteigen darf. Beim Kanton ist man von diesem «Kontroll-Modell» überzeugt. Dennoch konnte man den massiven Anstieg der Mieten in den letzten Jahren nicht bremsen.

Man kann nicht alle Mieten kontrollieren.
Autor: Marie-Christine DulonGeneraldirektorin Amt für Wohnungswesen Genf

Marie-Christine Dulon, Generaldirektorin des kantonalen Amtes für Wohnungswesen, kontert: «Das System funktioniert. Man kann jedoch nicht alle Mieten kontrollieren, gerade in der Innenstadt ist das schwierig. Kommt hinzu: Über die letzten Jahre hat man zu wenig gebaut, dafür bezahlen wir nun den Preis.» Dulon ist überzeugt, dass ohne die kantonale Kontrolle noch viel mehr Leute in der Stadt keine passende bezahlbare Wohnung gefunden hätten.

Situation entspannt sich

Die hohe Nachfrage und das knappe Angebot trieben die Mieten in die Höhe. Doch nun zeichnet sich im umkämpften Genfer Immobilienmarkt Entspannung ab. In verschiedenen sogenannten Entwicklungszonen wird kräftig gebaut. Jährlich kommen derzeit rund 2000 neue Wohnungen auf den Markt. Viele von ihnen sind ebenfalls kantonal kontrolliert.

Das entspanne die Situation so Hervé Froideveaux, Experte beim Immobilienberater WüestPartner. «Die Mieten werden nach unten gehen und die Mieterinnen und Mieter profitieren». Gute Aussichten also für die Wohnungssuchenden. Dennoch bleibt die Suche – zumindest in der Innenstadt – eine Knacknuss. Beziehungen, etwas Glück und das nötige Kleingeld bleiben sicherlich von Vorteil.

Schweiz aktuell, 20.04.2021, 19:00 Uhr

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Der Kanton Genf hat immer noch die gleiche Fläche wie 1939 aber 3x mehr Einwohner als 1939. Zusätzlich hat sich die Wohnfläche pro Einwohner erhöht und auch der Flächenverbrauch für Infrastrukturanlagen ist geradezu explodiert. Da ist es kein Wunder, wenn die Mietzinsen nur eine Richtung kennen. Man müsste ins nahegelegene Frankreich ausweichen, um eine gewisse Dämpfung des Anstiegs der Mietzinsen zu erhalten.
  • Kommentar von Peter Hintermann  (Gauding)
    Weniger Wachstum der Wirtschaft und der UNO würden sicher helfen.
  • Kommentar von Bosshard Matthias  (Bosshard Matthias)
    Es sind einige Punkte die dafür schuld sind;
    - Immer mehr Bevölkerung Angebot und nachfrage bestimmt den Preis mit.
    - Selbstverständlich sollte die WG auf dem neusten Stand sein man gönnt sich gerne das beste Altbau ist verpöhnt man macht keine Kompromisse.
    - all die Auflagen, Umweltschutz, Lärmschutz und vieles mehr wollten die Abstimmenden nun gut das gibt es aber nicht gratis bauen in der CH kostet extrem viel extra schon alleine all die Bauauflagen sind ein Albtraum.