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Zentralschweizer Parteiverteter wollen den Namen CVP ungern aus der Hand geben.
Aus Rendez-vous vom 14.04.2021.
abspielen. Laufzeit 03:39 Minuten.
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Kantonalparteien im Clinch «Die Mitte» und das Hadern mit dem neuen Parteinamen

In der Zentralschweiz führt der neue Parteiname zu Kontroversen. Soll «CVP» im Parteinamen bleiben oder nicht?

Die einstige «CVP Schweiz» heisst auf nationaler Ebene neu «Die Mitte». Wie sich die Partei auf kantonaler Ebene künftig nennen soll, will die nationale Parteileitung den Kantonalparteien überlassen. In der Zentralschweiz, da wo die CVP einst gegründet wurde, wird nun heftig diskutiert. Es gibt verschiedene Bezeichnungen, die infrage kommen: «CVP», «CVP – Die Mitte» – oder einfach «Die Mitte».

In den Zentralschweizer Kantonen finden sich bereits verschiedene Varianten. In Nidwalden hat die Partei erst kürzlich an einer Abstimmung beschlossen, die Bezeichnung CVP wegzulassen und sich in Zukunft «Die Mitte Nidwalden» zu nennen; der Entscheid fiel allerdings knapp aus. Und im Nachbarkanton Obwalden tauft sich die einstige CVP auf den Namen «CVP Obwalden – die Mitte».

Luzerner Parteileitung will keine Kompromisslösung

Eine Lösung wie in Obwalden wünschen sich auch einige CVP-Vertreterinnen und -Vertreter im Kanton Luzern.

Wenn wir nur noch «Die Mitte» heissen, dann sind wir überall und nirgends.
Autor: Albert SchwarzenbachCVP Luzern

Zum Beispiel Albert Schwarzenbach. Gemeinsam mit einem Komitee setzt er sich für das christliche «C» im Namen der Kantonalpartei ein: «Wenn wir nur noch «Die Mitte» heissen, dann sind wir überall und nirgends. Wenn wir aber CVP in irgendeiner Form im Namen haben, dann haben wir eine Aussage – eine Verpflichtung.»

Doch hier macht die Luzerner Parteileitung nicht mit. Sie lässt keine Kompromisslösung zu: Entweder nur «CVP» oder «Die Mitte». Parteipräsident Christian Ineichen macht keinen Hehl daraus, dass er eine schweizweite Lösung bevorzugt: «Wenn sich die Bundespartei mit einem ganz deutlichen Ergebnis für diesen Schritt entschieden hat und die Kantonalparteien nicht nachziehen, dann wird es schwierig.» Die «CVP Luzern» sei hier in einer besonderen Verantwortung.

Wenn sich die Bundespartei mit einem ganz deutlichen Ergebnis für diesen Schritt entschieden hat und die Kantonalparteien nicht nachziehen, dann wird es schwierig.
Autor: Christian IneichenPräsident CVP Luzern

Der Entscheid im Kanton Luzern fällt erst an einer Delegiertenversammlung im Herbst. Aktuell läuft die Umfrage unter den rund 17'000 Mitgliedern der Kantonalpartei, ob diese künftig «Die Mitte» oder weiterhin «CVP Luzern» heissen soll. Die Namensdiskussion wird sehr emotional geführt. Die Leserbriefspalten in den Zeitungen sind voll und der ehemalige Luzerner Nationalrat Pius Segmüller ist aus Ärger über die Haltung der Luzerner CVP-Spitze aus der Partei ausgetreten.

Das Tempo überrascht

Der nationale Parteipräsident Gerhard Pfister begrüsst, dass die Debatte innerhalb der CVP-Kantonalparteien teilweise kontrovers geführt wird.

Ich glaube, wir müssen uns alle etwas Zeit geben. Das wird sich einspielen.
Autor: Gerhard PfisterParteipräsident «Die Mitte» Schweiz

Dass künftig kein einheitlicher Name für seine Partei existiert, findet er kein Problem. «CVP» sei ein etablierter und bekannter Name und «Die Mitte» beschreibe den Kurs, den seine Partei führe. «Ich glaube, wir müssen uns alle etwas Zeit geben. Das wird sich einspielen. Das sind Übergangsformen, die unproblematisch sind», sagt Gerhard Pfister.

Überrascht ist Pfister allerdings vom Tempo, welches die Kantonalparteien bei der Namensdiskussion an den Tag legen. Schliesslich hätten diese für einen Entscheid bis ins Jahr 2025 Zeit.

Rendez-vous, 14.04, 12:30 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Bobby Senn  (Hardcorehansi)
    die namesänderung und die übername der bdp haben meines erachtens das ziel wieder 4 stärkste politische kraft zu werden! schaffen sie das nicht werden sie über kurz oder lang den br-sitz an die grünen abgeben müssen. wir leben in einer zeit, in der immer weniger menschen sich als gläubig bezeichnen! ob sich die partei nun cvp oder die mitte nennt, ändert nichts an der ideologie in den köpfen! das macht sie nach wie vor für eine gewisse wählerschicht unwählbar!
  • Kommentar von Hannes Zubler  (Zubi)
    Beim Namen "Die Mitte" fällt mir der Versuch eines US Amerikaners ein, mir ihr Wahlverständnis zu erklären.
    "Man stelle sich vor auf einer befahrenen Strasse zu sein und müsse sich für eine Strassenseite entscheiden. Denn, wer in der Mitte stehen bleibe, werde überfahren."
    Naja, das Zweiparteiensystem ist nicht mein Favorit, aber es allen Rechtmachen wollen braucht Energie, Zeit und Willen. Hat das "Die Mitte"?
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    „Die Mitte“ wird eine katholisch geprägte Partei bleiben.
    Die treue Gefolgschaft vieler CVP-Mitglieder zu ihrer katholischen Kirche und deren Vertretern ist halt immer noch ein grosses Handicap für viele Aussenstehende, dieser Partei beizutreten, auch wenn sie nun "Die Mitte" heisst. Das Politprogramm der BDP wird mit diesem Schritt ganz untergehen.