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CVP soll neuen Namen erhalten
Aus Tagesschau vom 04.09.2020.
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Neuer Name und neues Logo Die CVP soll neu «Die Mitte» heissen

  • Die Parteileitung der CVP Schweiz schlägt ihren Mitgliedern vor, die Partei in «Die Mitte» umzutaufen.
  • Das Logo soll eine orange Klammer sein.
  • Das letzte Wort werden die Parteimitglieder in einer Urabstimmung im Oktober haben.

Unter den neuen Namen setzt die Partei im Logo die Begriffe Freiheit, Solidarität und Verantwortung. Für diese drei Werte stehe die Partei, sagte Präsident Gerhard Pfister vor den Bundeshausmedien. Die orange Klammer im Logo halte zusammen, was zusammen gehöre.

Die CVP wolle sich für neue Wählerinnen und Wähler öffnen, die von einer Konsenspolitik überzeugt seien. «In einer Zeit, in der extreme Positionen zunehmen, geht es darum, die Mitte zu stärken», sagte Pfister.

Seit Jahren verliert die CVP Wähler. 1995 lag der Wähleranteil bei 16,8 Prozent, bei den letzten Wahlen bei 11,4 Prozent.

Weg vom C, um Wähleranteile zu gewinnen – vor allem in ländlichen CVP-Stammlanden hält man diese Strategie für verfehlt. «Man soll doch nicht vergessen, der Name CVP stiftet Identität, er hat Tradition, er hat Geschichte», so Franziska Biner, CVP-Präsidentin Oberwallis.

«Die Leute wissen, worauf sie bauen. Und jetzt eine Marke komplett wieder neu aufzubauen, bis sie genau gleich erkennbar ist, das dauert sehr lange. Es fragt sich, warum machen wir nicht zuerst etwas an den Inhalten und schauen dann, ob wir die Marke wechseln müssen.»

Auch Gerhard Pfister ist sich klar darüber, dass es mit einer Namensänderung nicht getan ist. «Nur mit der Änderung eines Namens haben wir keine Wähler gewonnen, sondern wir müssen zeigen, was wir wollen mit unserer Politik und was wir mit der Schweiz vorhaben.»

Urabstimmung entscheidet

Vizepräsidentin Ida Glanzmann sprach von einem «historischen Tag». Erstmals werde es unter allen Mitgliedern der CVP Schweiz eine Urabstimmung geben. Diese werden über die Namensänderung per brieflicher Abstimmung entscheiden können. Mit dem Resultat rechne die CVP Ende Oktober, sagte Glanzmann. Danach müsste auch noch die Delegiertenversammlung dem neuen Namen zustimmen.

Rechtlich bezieht sich die Urabstimmung ausschliesslich auf die nationale Partei. Die Kantonalparteien sind frei, den Namen zu übernehmen oder an CVP festzuhalten. Die nationale Parteileitung legt den Kantonalparteien allerdings nahe, in den nächsten vier Jahren den Namenswechsel zu vollziehen, sollte die Urabstimmung positiv ausfallen.

Bewegte Namensgeschichte: Vom «Ruswiler Verein» zur CVP

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CVP.
Legende: Ein Polo-Shirt zur Wahl 2015 - Mit dem CVP-Logo in den Landessprachen. Keystone

Am Anfang stand eine konservative Volksbewegung, die im Kanton Luzern der Liberalen Kantonsregierung entgegentreten wollte. 1840 wurde aus dieser Bewegung der «Ruswiler Verein» gegründet.

Bis 1912 waren vier Versuche gescheitert, aus dem Verein eine gesamtschweizerische Partei zu machen: 1874 die «Association conservatrice suisse», 1881 die «Konservative Union», ein Jahr später bei der Fraktionsbildung im Parlament und 1894 die «Katholische Volkspartei».

Erst am 22. April 1912 fand im Unionssaal in Luzern der Gründungskongress der gesamtschweizerischen Partei statt: Die «Schweizerische Konservative Volkspartei» oder kurz KVP war entstanden.

Die Partei wurde 1957 in «Konservativ-Christlichsoziale Volkspartei» oder kurz KCV umbenannt, da sich je nach Kanton konservative oder christlichsoziale Kantonalparteien gebildet hatten.

In den 1960er-Jahren fand eine Anpassung an den Wandel in der Gesellschaft statt. Die KCV vollzog eine pragmatische Öffnung, welche schliesslich zu den Parteireformen in den Jahren 1970 und 1971 führte. Damit war auch ein neuer Name gesucht. Zu den Vorschlägen zählten «Christlichdemokratische Union» und «Schweizerische Volkspartei» – dieser Name wurde jedoch ein Jahr später von der damaligen BGB angenommen, der heutigen SVP.

Am 12. Dezember 1970 entschieden sich die Delegierten in Solothurn dann am Parteitag für «Christlichdemokratische Volkspartei» – die heutige CVP war geboren.

Mit BDP abgesprochen

Die BDP habe sich mit dem neuen Namen einverstanden erklärt, sagte Pfister auf die Frage eines Journalisten. Die CVP hatte Anfang Mai mit der BDP offizielle Gespräche zur möglichen Bildung einer neuen Partei aufgenommen. Ein Entscheid über eine Fusion soll bis spätestens Ende Jahr fallen.

Am Samstag findet die Delegiertenversammlung der CVP Schweiz statt. Die Namensänderung ist dabei kein Traktandum, dürfte unter den Delegierten aber trotzdem für Gesprächsstoff sorgen.

Tagesschau, 04.09.2020, 18 Uhr;

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45 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Dass die BDP mit im Boot ist bzw. jetzt zur CVP gehört passt mir gar. CVP nicht mehr wählbar. Ohne C würde es mich nicht stören - obwohl die "Mitte" nichts sagend ist.
  • Kommentar von Willi Fetzer  (wi)
    Und was bedeutet für die CVP die MITTE ? Die Mitte vom Durchschnitt des Vermögens und Einkommens ? Dann bleibt ALLES beim ALTEN wie schon gehabt! Und die Bürger werden weiter vernachlässigt und gemolken!
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Ich bedauere es sehr, dass das "Christilich" gestrichen wird.Viele Menschen haben sich ohne Not vom "Miteinander-Teilen" wegbewegt. Teilen ist nicht mehr in, vielmehr ein "Gartenhaagdasein", ein Individualismus, der an sich nicht schlecht wäre, wenn er nicht mehr und mehr in einen ausgesprägten Egozentrismus ausarten würde. Die Kirche machte z. T. den Fehler, zu viel Moralin ins kirchliche Leben zu bringen. Christlich heisst aber: Das Leben ist ein Geschenk, daraus kommt der Dank zum Teilen.
    1. Antwort von Francis Waeber  (Francis Waeber)
      @Ueli von Känel - was "christlich" mit "teilen" zu tun haben soll, leuchtet nicht ein. Die CVP streicht das "C", weil das "Christentum" - völlig zurecht - nicht mehr en vouge ist, und erkennt nicht dass der "Schuss" - ebenfalls zurecht - nach hinten los gehen wird.... ;-))
    2. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Waeber: teilen ist eine Tätigkeit, vielleicht eine Haltung die ausschliesslich in Religionen vorkommt. Bedingsloses teilen. Das Teilen das wir heute erleben ist immer an Bedingungen geknüpft: Ruhm, Ehre, Achtung, höherer Wohlstand und Macht, viel Macht und natürlich die Selbstdarstellung.
    3. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Zu Teilen ist nicht nur für Christen typisch, gehört aber zum Selbstverständnis eines gläubigen Christen. Dass es auch bei christlichen Würdenträger schlimme Straftaten gab und Leider noch gibt lässt sich nicht wegdiskutieren aber macht man es nicht besser wenn man deswegen eine ganze Religion verteufelt.
    4. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Waeber: Sie haben in dem Sinn recht, dass auf Papier Christ sein und die Umsetzung oder eben die Nichumsetzung christlicher Werte zwei Paar Schuhe geworden sind. Denn Miteinander-Teilen ist unzweifelhaft ein christlicher Wert. In dem Sinn lade ich Sie ein,mal einen Blick ins Lukasevangelium zu werfen:Spätestens in Lukas2 ist festzustellen, dass die Weihnachtsbotschaft zuerst an Taglöhner,an die Hirten, ergangen ist.In der Folge haben wir das Evangelium der Armen vor uns. Teilen mit diesen!