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Legende: Video Unsaubere Eiswürfel: Bakterien im Getränk abspielen. Laufzeit 09:07 Minuten.
Aus Kassensturz vom 20.08.2019.
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«Kassensturz»-Stichprobe Unhygienische Eiswürfel in Restaurants

  • In der «Kassensturz»-Stichprobe hatte es in jedem zehnten Restaurant-Eis Keime.
  • Die Ursachen: ungenügend gereinigte Eismaschinen, aber auch die Handhabung durch das Personal.
  • Läden verkaufen ganze Säcke mit Eis: Eine von 5 Proben war nicht hygienisch.

Eiswürfel im Eistee? Ja, gerne! An einem heissen Tag ist die Kühlung willkommen. Und im Apérol Spritz geht es gar nicht ohne. Nur: Eiswürfel und Crushed Ice haben ein Hygieneproblem.

Das zeigt sich in der «Kassensturz»-Stichprobe: In 3 von 25 Proben aus dem Restaurant stecken Keime – jeder zehnte Eiswürfel ist belastet. Es waren das Landhuus in Witterswil (SO), das Familienrestaurant Seegarten in Münchenstein (BL) und das Alte Tramdepot in Bern, deren Eis nicht den Hygienevorschriften entsprach.

Nulltoleranz bei «Speiseeis»

Für die Stichprobe hat «Kassensturz» in 25 Restaurants in der Schweiz separat Eiswürfel bestellt (siehe Tabelle), sie ohne Berührung in sterile Säckchen verpackt und ins Lebensmittel-Labor Biolytix in Witterswil (SO) gebracht. Das Labor untersuchte die Proben auf drei Keime: Pseudomonas aeruginosa, Enterokokken und E.coli-Bakterien.

In Eis «als Zusatz zu Speisen und Lebensmitteln» dürfen diese Keime nicht enthalten sein. Sie weisen auf eine mangelhafte Hygiene bei der Herstellung oder beim Umgang hin. Sobald das Eis schmilzt, vermehren sie sich rasant.

Bakterien überleben im Gefrierfach locker

Der verbreitete Glaube, dass Bakterien bei Minustemperaturen absterben, ist ein Irrtum. «Bakterien vermehren sich zwar im Eis nicht, sobald das Eis in ein Süssgetränk gegeben wird, wird es warm und sie vermehren sich rasch», erklärt Biolytix-Laborleiter Ralf Seyfarth. «Sogar bei minus 80 Grad können Bakterien überleben.» Wenig Vertrauen erweckt, dass «Kassensturz» bei der Recherche von Wirten zu hören bekam, Bakterien würden bei minus 5 Grad absterben.

Hoher Putzaufwand

Die Herausforderungen im Umgang mit Eis sind für alle Restaurants dieselben. Eine eigene Eismaschine muss keimfrei gehalten werden. Das bedeutet, regelmässig sorgfältig putzen, bei Hochbetrieb besonders oft. Im Umgang mit dem Eis – auch mit eingekauftem Eis aus Säcken - muss das Personal die Hygiene im Griff haben, das heisst: saubere Hände oder saubere Handschuhe, alle Werkzeuge und Gefässe vor Gebrauch desinfizieren.

Der Aufwand ist gross. Es gibt deshalb auch Restaurants, die gar kein Eis mit Getränken servieren. «Kassensturz» blitzte denn auch bei den besuchten Restaurants von Migros, Coop oder Manor mit der Bitte um Eis ab.

Säcke mit Eiswürfeln oder Crushed Ice vom Laden

Tankstellen und Läden bieten Eis in Säcken an. Das muss unter absolut hygienischen Bedingungen hergestellt und abgepackt sein. Dennoch fand das Labor in einem der Säcke eine einzige Enterokokke. Der Hersteller «Ice Factory, Switzerland» schreibt «Kassensturz», dass er eigene Nachtests durchgeführt habe und diese Proben «zu 100 Prozent den gesetzlichen Anforderungen» entsprochen hätten. Die Verunreinigung müsse nach Verlassen der Fabrik in das Eis gelangt sein. Das ist plausibel: Durch Löchlein in den Eissäcken können Keime in das Eis gelangen. Es lohnt sich also, vor dem Kauf zu prüfen, ob die Verpackung unversehrt ist.

Alle Tests

Alle Tests

Alle Tests, Degustationen und Testsieger von «Kassensturz» auf «Tests» oder von A bis Z.

Die Stellungnahmen der Restaurants

Die Restaurants «Altes Tramdepot» und «Seegarten» betonen in Ihrer Stellungnahme, dass bisher die unangemeldeten Hygienekontrollen einwandfrei gewesen seien. Man habe jetzt sofort die Abläufe überprüft, die Reinigungsintervalle erhöht und werde das Personal noch intensiver schulen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    Etwas überrascht, dass der Kassensturz die Namen der Restaurants mit unsauberen Eiswürfel freigibt? Ich darf annehmen, dass nur ein kleiner Prozentsatz getestet wurde und so Gäste diese Restaurants meiden und in ein nicht getestete wechseln. Etwas unfair denke ich. Solche Tests sollten dem Kantonschemiker unterstehen, welcher alle Restaurants testen und wenn nötig korrigieren muss und daher eine fairere Statistik in der Hand hat, wenn man schon Namen nennen will.
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