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Legende: Video Sind Gegengeschäfte beim Kampfjet-Kauf sinnvoll? abspielen. Laufzeit 02:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.04.2019.
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Kauf von neuen Kampfjets US-Botschafter verspricht der Schweiz lukrative Gegengeschäfte

  • In Payerne testen Experten die «Super Hornet» des US-Herstellers Boeing.
  • US-Botschafter Edward McMullen höchstpersönlich beobachtet die Tests – und kündigt lukrative Geschäfte für die Schweizer Industrie an.
  • Verteidigungsministerin Viola Amherd lässt die Gegengeschäfte überprüfen.

Die F/A-18 «Super Hornet» ist einer von zwei US-Flugzeug-Typen, die in Payerne von Schweizer Experten auf Herz und Nieren getestet wird. Doch der Kampfjet-Kauf ist vor allem ein politisches Geschäft. Der amerikanische Botschafter besuchte den Flugplatz Payerne und versprach gute Gegengeschäfte für die Schweizer Industrie beim Kauf eines US-Jets.

Legende: Video Edward McMullen: «Jeder Geschäftsmann weiss, dass es wichtig ist, die Gesellschaft miteinzubeziehen» (engl.) abspielen. Laufzeit 00:13 Minuten.
Aus News-Clip vom 30.04.2019.

«Ich bin Geschäftsmann», sagt Botschafter Edward McMullen, und jeder Geschäftsmann wisse, dass er die ganze Gesellschaft bei einem Geschäft miteinbeziehen müsse. «So arbeitet Hersteller Boeing schon heute mit 80 Schweizer Unternehmen zusammen.»

Schätzungsweise sechs Milliarden Franken will der Bundesrat für neue Kampfjets ausgeben. Diese sechs Milliarden sollen in Form von Aufträgen an die Schweizer Industrie wieder zurück ins Land fliessen. Doch der Sprecher von Verteidigungsministerin Viola Amherd erklärt, dass man die Wirksamkeit dieser Kompensationsgeschäfte nun nochmals in einem Experten-Bericht untersuchen lasse.

Skeptische Sicherheitspolitikerin

«Man sagt, es bringe auch dem Werkplatz Schweiz sehr viel, aber solche Argumente wollen wir nochmals geprüft haben», erklärt VBS-Kommunikationschef Renato Kalbermatten.

Für SP-Sicherheitspolitikerin Priska-Seiler Graf ist es höchste Zeit, die Gegengeschäfte zu hinterfragen. Denn für die ausländischen Rüstungshersteller sei es kompliziert und wenig interessant, Aufträge an die Schweizer Industrie zu vergeben. «Diese Kompensationsgeschäfte verteuern einfach massiv, bis etwa 10 Prozent», erklärt Seiler-Graf.

McMullen reagiert gelassen auf Kritik

Die eidgenössische Finanzkontrolle kritisierte in einem Bericht 2007, bei den Gegengeschäften im Rüstungsbereich seien «effektiv nur rund 40 Prozent (…) und nicht wie angenommen 100 Prozent» in die Schweizer Industrie geflossen.

Auf solche Kritik reagiert US-Botschafter McMullen gelassen: «Ich bin kein Ökonom. Aber ich weiss, dass die Hersteller dafür sorgen werden, dass die Schweizer Industrie interessante Geschäfte machen kann.»

Den Expertenbericht über die Wirksamkeit von Gegengeschäften will Verteidigungsministerin Viola Amherd demnächst veröffentlichen.

Legende: Video SRF-Redaktor: «Bundesrat wird kaum auf solche Gegengeschäfte verzichten» abspielen. Laufzeit 01:31 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.04.2019.
Diese Kampfjets stehen in der engeren Auswahl
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51 Kommentare

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  • Kommentar von Jeanôt Cohen (Jeanot)
    Versprechen sind schön. Aber wie sehen die Verträge konkret aus?! Und wer nimmt die Verantwortung beim nicht einhalten dieser Verträge? Und welche Folgen hat es für die Amis, das nicht einhalten von Verträge? Frage eine Steuer bezahlende burgers.
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  • Kommentar von Edwin Schaltegger (Edwin Schaltegger)
    Technologisch sind die US Kampfjets F35 und FA18 Super Hornet sicherlich die besten.
    Wenn der US Botschafter seinen Chef als Vorbild nimmt, würde ich seine Aussagen kritisch hinterfragen.
    Nichts desto trotz ist die USA immer noch einer der lukrativsten Wirtschaftspartner für die CH. Nach meinen persönlichen internationalen Business Erfahrungen sind meisten "Amis" faire Verhandlungs- und Geschäftspartner. Primär die indirekten Gegengeschäfte haben ihren Preis und machen keinen Sinn.
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    1. Antwort von Paul Graber (PG)
      Herr Schaltegger - vor allem sind die Ami-Flugzeuge wunderbar aus den USA zu kontrollieren und abzustellen - ich bezweifle, dass wir als neutrales Land das zulassen können. Zudem - die USA torpediert seit vielen Jahren unser Land und unsere Wirtschaft und zum Dank dürfen wir dann auch noch diese völlig überteuerten Spionageflugzeuge kaufen? Wenn wir das machen, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn wir nicht mehr ernst genommen werden.
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    2. Antwort von Edwin Schaltegger (Edwin Schaltegger)
      @Paul Graber: Bitte, recherchieren sie zuerst bevor sie einen solchen unqualifizierten Kommentar schreiben! Die USA ist für die CH der 2. wichtigste Handelspartner mit einem Exportüberschuss zu Gunsten der CH mit über 15 Mia. CHF. Die CH erwirtschaftet übrigens mit den USA einen grösseren Überschuss im Waren- und Dienstleistungsverkehr als mit der EU. (Zahlen BFS) CH Unternehmen in den USA erbringen über 200'000 US-Arbeitsplätze. Übrigens aus welchem Land stammen unsere FA18 Kampfjets??.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Wenn wir einen Flieger aus einem EU-Land kaufen, dann verlangen wir, vertraglich abgesichert inkl. Strafen, von der EU das und das... Das Selbe gilt für einen US-Flieger. Und sich nicht auf irgendwelche Zusagen verlassen. Aber die CH ist mal wieder Käufer und Bittsteller gleichzeitig. So funktioniert das Business nicht, liebe Parlamentarier, sonst werdet ihr, wir, über den Tisch gezogen. Einmal mehr...
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