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Inside SVP – Hinter den Kulissen des Wahlkampfs
Aus Reporter vom 27.10.2019.
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Klare Worte des SVP-Urgesteins «Die Berner Mentalität hat Einzug gehalten»

So könne es nicht weitergehen, sagt Toni Bortoluzzi, Vizepräsident der SVP Zürich, nach der Wahlschlappe. Die Partei sei «behäbig» geworden. Und die SVP müsse sich auch fragen, ob es Albert Rösti als Präsidenten noch «verträgt».

Die SVP ist die grosse Verliererin der Eidgenössischen Wahlen 2019. Sie brach um 3.8 Prozent ein, im Nationalrat hat die Partei zwölf Sitze eingebüsst. Eine schallende Ohrfeige für die erfolgsverwöhnte SVP.

Präsident Albert Rösti sagte, mit diesem Ergebnis könne und dürfe man nicht zufrieden sein. Gleichzeitig wurden sowohl er als auch SVP-Wahlkampfleiter Adrian Amstutz nicht müde zu betonen, dass ihre Partei nach wie vor die stärkste Kraft im Land sei.

Ist die SVP einfach Opfer eines «Hypes» rund ums Klima geworden, wie Amstutz erklärte? Oder gehen die Probleme der Partei viel tiefer?

Klima-Thema traf SVP «völlig unvorbereitet»

Die SVP habe sich in den vergangenen vier Jahren auf ihrem Rekordergebnis von 2015 ausgeruht, sagt Toni Bortoluzzi, Vizepräsident der Zürcher Kantonalpartei, alt Nationalrat und langjähriger Wegbegleiter und Vertrauter von Christoph Blocher.

Für ihn war schon vor der Wahlschlappe klar: Die Volkspartei muss grundlegende Probleme lösen, wenn sie zurück auf die Siegerstrasse will. «Die Berner Mentalität hat Einzug gehalten», konstatiert Bortoluzzi. Die Partei sei «behäbig» geworden. Es werde nicht mehr mit «Power» gearbeitet. «Man muss wieder pointierter auftreten, nicht einfach den Erfolg verwalten, das reicht nicht in der Politik.»

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Toni Bortoluzzi zur «Berner Behäbigkeit» der SVP
Aus News-Clip vom 23.10.2019.
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Die nötige Grundlagenarbeit im Hintergrund sei in den vergangenen vier Jahren vernachlässigt worden. Exemplarisch für die diesbezüglichen Versäumnisse der SVP sei der Umgang mit dem Klima-Thema.

Die ganze Schweiz redete im Wahljahr über den Klimawandel. Die links-grünen Parteien rieben sich die Hände. Und von der nationalen SVP kam dazu lange nichts. Dieses Thema habe die SVP auf dem falschen Fuss erwischt, man sei «völlig unvorbereitet» gewesen, sagt Bortoluzzi.

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Toni Bortoluzzi: «SVP war in Sachen Klima unvorbereitet»
Aus News-Clip vom 23.10.2019.
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Ist Albert Rösti noch der richtige Präsident?

Die Krise der SVP wurde bereits im Frühling offensichtlich. Die Zürcher Kantonsratswahlen endeten in einem Desaster für die Partei – und kosteten Konrad Langhart, den damaligen Präsidenten der SVP Zürich, den Kopf. Albert Rösti, der Präsident der SVP Schweiz, bedauerte das Ergebnis der Eidgenössischen Wahlen, schloss seinen Rücktritt aber aus.

Das enttäuschende Ergebnis zeige klar, dass es nicht so weitergehen könne, findet Bortoluzzi. Die Zürcher SVP müsse national wieder mehr Einfluss nehmen, Zürcher SVPler müssten «ein Stück weit die Führung» der SVP Schweiz übernehmen und «helfen, die nötigen Korrekturen in die Wege zu leiten.»

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Toni Bortoluzzi: Zürcher SVPler sollten «mehr Gewicht bekommen»
Aus News-Clip vom 23.10.2019.
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Auf die Frage, wie lange sich Albert Rösti noch als Präsident halten könne, antwortet Bortoluzzi, es sei nicht an der Zürcher SVP, das zu entscheiden, aber: «Da muss man natürlich über die Bücher gehen: Ob es noch einen Präsidenten verträgt, der so viele Wähleranteile verloren hat. Oder ob man sagt: Es braucht eine grundsätzliche Erneuerung der Parteistrukturen.»

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Toni Bortoluzzi stellt SVP-Präsident Rösti infrage
Aus News-Clip vom 23.10.2019.
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Sendebezug: SRF 4 News, 23.10.19, 8:30 Uhr

Sendungshinweis Reporter

Sendungshinweis Reporter

Mehr zum Thema erfahren Sie in der Sendung «Reporter» am 27. Oktober, 22:20 Uhr, SRF 1, «Inside SVP – Hinter den Kulissen des Wahlkampfes».

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81 Kommentare

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  • Kommentar von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
    Ach, Herr Bortoluzzi, der aggressive Zürcher Kurs mag zwar mehr Wählerstimmen bringen, er führt aber auch dazu, dass eine Mehrheit der Wähler die SVP nicht nur nicht wählen, sondern sogar explizit gegen die SVP sind. So spaltet man nicht nur die Bevölkerung und sogar die eigene Partei (breit wählbare werden ausgeschlossen oder treten aus), sondern hat bei Personenwahlen (zB. Ständerat) eine Mehrheit der Bevölkerung gegen sich. Und im Nationalrat bringt man trotz knapp 30% keine Geschäfte durch.
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  • Kommentar von Adrian Weber  (Pöbel)
    "Völlig unvorbereitet" - kein Wunder, wenn die Parteiführung die Klimaerhitzung noch nicht verstanden hat bzw. diesen weiterhin leugnet. Vorbereitung heisst, die Fakten verstehen und einordnen, und diese lassen nur einen Schluss zu: Reduktion der Klimaschädlichen Treibhausgase.
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    1. Antwort von L. Leuenberger  (L.L.)
      Alles schön und recht. Aber erklären Sie mir bitte, wie das mit einer 10 Mio Schweiz zu bewältigen sein wird...? Oder mit 11 Mio, wenn es so weiter geht....?
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  • Kommentar von Junior Cruz  (Fagg_U)
    Ich sehe das eher anders. Vielleicht hatten die Wähler einfach genug von Dauer-Kampf-Modus der SVP! Begriffe wie Linke und Grüne seien, Sozialisten, Kommunisten, Öco-Terror und alle Würmer in Äpfeln. Wir befinden uns nicht im Krieg gegen Linke und Grüne und überhaupt gegen alle, die nicht so handeln wie es die SVP gerne hätte. Hört auf euren Parteikollegen Giezendanner, der sagte, die SVP-Spitze müsse wieder anständiger werden. Da liegt das Problem und nicht bei Rösti!
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    1. Antwort von L. Leuenberger  (L.L.)
      Und hoffe auf mehr Respekt der Linken und der Grünen Andersdenkenden gegenüber. Probleme schönreden bringt nichts. Genauso jeden Andersdenkenden in die falsche Ecke stellen. Mit dieser Mentalität laufen immer mehr SP-ler zu den Grünen, und spätestens dann, wenn den Worten keine Taten folgen, ist es auch für die Grünen wieder mal aus. 10 Mio CH wird sich noch schlimmer anfühlen und dagegen unternehmen weder die SP-ler noch die Grünen etwas. Es ist 5 vor 12:00!
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