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Schweiz auf Kurs bei der Energiestrategie 2050
Aus Rendez-vous vom 26.11.2020.
abspielen. Laufzeit 33:42 Minuten.
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Klimapolitik Energiestrategie 2050: Unmöglich nicht – aber auch realistisch?

Der Bundesrat will weg von Öl, Gas, Benzin und – das kleinste Problem für uns – Kohle. Für den Klimaschutz. Und die Schweiz will auch raus aus der Atomenergie, abgesegnet vom Volk als Reaktion auf das Atomunglück im japanischen Fukushima. Beides zusammen zu erreichen ist darum eine Herausforderung, weil es für beides mehr und vor allem neuartige Stromproduktion braucht.

Was wegen der heruntergefahrenen Atomkraftwerke (AKW) an Strom fehlt, muss mit erneuerbaren Energien kompensiert werden, vor allem mit einem gigantischen Ausbau der Solarenergie. Verglichen mit heute sollen die Photovoltaik-Anlagen in der Schweiz in 30 Jahren 15 Mal mehr Strom erzeugen.

Positive Energieperspektive

Dazu kommt mehr Wasserkraft, soweit ein Ausbau noch möglich ist. Und es braucht weitere Speicherseen, damit der Ökostrom, der nicht so regelmässig anfällt wie die sogenannte Bandenergie aus den AKW, auch gespeichert werden kann.

Um klimaneutral zu werden, braucht es noch einmal mehr Strom. Weil auf den Strassen nicht mehr mit Benzin, sondern mit Strom gefahren werden soll. Das alles sei technisch möglich, ergeben die Berechnungen in der Studie, die der neuen Energieperspektive des Bundes zugrunde liegt.

Viele Bedingungen müssen erfüllt sein

Und zwar dann, wenn wir im Jahr 2050 (nur) etwa 11 Prozent mehr Strom brauchen als heute, weil wir dafür andernorts Strom sparen. Dann, wenn 2050 (nur) 3.6 Millionen Elektrofahrzeuge auf unseren Strassen unterwegs sind. Dann, wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien im nötigen Ausmass gelingt.

Dann, wenn die Widerstände gegen Stauseen den Ausbau der Wasserkraft nicht bremsen. Dann, wenn Parlament und Volk bereit sind, die Energiewende zu finanzieren – bis hin zu einer Lenkungsabgabe, die der Bundesrat erneut prüft, nachdem sie im Parlament schon einmal gescheitert ist. Es sind viele Bedingungen, die erfüllt sein müssen.

Wasserkraftprojekte könnten verzögert werden

Just am Tag, als das Bundesamt für Energie die Energiewende für machbar erklärt, erringen Umweltverbände vor Bundesgericht einen Teilsieg bei ihrem Kampf gegen die Erhöhung der Grimsel-Staumauer. Ein Urteil, das auch das Wasserkraftprojekt am nahegelegenen Triftgletscher verzögern oder gar verhindern könnte.

Man kann dieses zeitliche Zusammentreffen von Energiestrategie und Bundesgerichtsurteil «zufällig», «ironisch» oder auch ein «schlechtes Omen» nennen. Jedenfalls zeigt es sehr deutlich, wie gross der Unterschied zwischen technisch möglich und politisch machbar im Einzelfall sein kann.

Info3 am Abend, 26.11.2020, 17 Uhr

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Helmut Meier  (Helmu)
    Daniel Bucher: Nein wir brauchen keinen fossilen Strom, haben schon lange Vertrag mit EW für Solar- und Wasserstrom.
    Im Übrigen laden wir unsere Autos ca. zu 95% zu Hause mit Strom vom Dach.
    Eigenverbrauch für zwei Haushalte 2020, E-Autos und Haushalt ca. 30'000 kWh x 9 Rp. = 2700 Fr.
    Wie viel Benzin/Disel/Oel- und Stromkosten haben Sie ?

    Wer rechnen kann, die Energiewende ist machbar :-)
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  • Kommentar von Arthur Angst  (Grenzdörfli)
    An Noah Schmid :
    Mehr Solardächer sind nutzlos, solange der Strom nicht gespeichert werden kann. Und wer hat gerade jetzt die Erhöhung der Grimselstaumauer verhindert?
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  • Kommentar von Christoph Stadler  (stachri)
    Allein den Mehrverbrauch durch die jährliche Einwanderung in der Grösse der Stadt Biel zu kompensieren stellt eine Herkulesaufgabe dar!
    Warum fördert der Bund eigentlich keine Elektrofahrzeuge, so wie fast alle Westeuropäischen Länder? Ach ja: Förderung à là Suisse funktioniert - wie immer - mit höheren Abgaben für die Bevölkerung und nicht mit Gutschriften, so wie im Ausland üblich...
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