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Martin Schwab kandidiert für SP-Präsidium
Aus Rendez-vous vom 02.09.2020.
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Klimapolitiker SP-Präsidium: Martin Schwab – konsequent, vegan, chancenlos

Er lebt ohne Heizung, ist aber Feuer und Flamme für die Klimapolitik: Martin Schwab aus Nidau will an die SP-Spitze.

Der Zentralplatz in Biel sei ein wichtiger Ort für ihn, sagt Martin Schwab, der im Nachbarort Nidau wohnt. In Biel hat er die Klimademos von «Fridays for Future» initiiert. Die Klimapolitik sei sein wichtigstes politisches Anliegen und habe ihn politisiert, sagt er: «Die jüngsten Erkenntnisse der Klimaforschung und das Umfeld haben mich dazu bewegt. Aber auch die eigene Überzeugung, dass ich die Verantwortung und die Ressourcen habe und mich deshalb politisch einbringen muss.»

Jungpolitiker lebt vegan und heizt nicht

Der 26-jährige gelernte Elektroinstallateur ist seit drei Jahren Mitglied der SP. Bisher hat er noch kein politisches Amt. Er will vorleben, was er verlangt: So heizt er seine Wohnung nicht, isst vegan und das meist noch roh, damit es keine Energie braucht, um etwas aufzuwärmen.

Als Präsident oder Präsidentin ganz besonders hat man eine Vorbildfunktion.
Autor: Martin SchwabKandidat für das SP-Präsidium

Auch die SP müsse da mehr zu Vorbild werden, fordert er. Die Zeit von Fleisch an Apéros sei vorbei. Die Partei müsse innovativ genug sein und neue Schritte gehen, so Schwab: «Schauen, ob man etwas auf den Teller bringen kann, das an Lebensmitteln gerettet und lokal hergestellt wurde. Da gibt es noch viel zu tun.»

Mit gutem Vorbild voran

Da sieht Schwab auch viel Potenzial in sich, als Parteipräsident: «Als Präsident oder Präsidentin hat man ganz besonders eine Vorbildfunktion.» Vor allem jemand, der wie er kein Auto besitze, in der Region lebe und keine Ferien ausserhalb des Kantons gemacht habe. Das Weiteste sei die Stadt Bern gewesen.

So etwas habe Signalwirkung: «Wenn man das noch ein bisschen mehr in die Parteipolitik einbinden kann, dann haben wir ein riesiges Potenzial, das wir auch erschliessen können.»

Mehr Nichtstudierte sollen in die Politik

Laut Schwab wird auch die Basis der SP viel zu wenig eingebunden. Menschen wie er, ohne Studium, müssten eine grössere Rolle in der Partei spielen: «Die Vertretung von Menschen ohne tertiäre Ausbildung ist marginal. Da muss auch gesamtschweizerisch viel mehr passieren. Deshalb ist es mir wichtig, dass die SP innovativ ganz vorne mitmischt und Menschen wie mir und vielen anderen die Gelegenheit gibt, sich aktiv in politischen Ämtern zu engagieren.»

Weiter geht es in das «Haus pour Bienne», ein Begegnungsort und eine Drehscheibe für freiwilliges Engagement. Dies ist ein weiteres Anliegen von Schwab: Alle Menschen sollen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten engagieren.

Geld macht mich überhaupt nicht glücklich. Das ist Mittel zum Zweck.
Autor: Martin SchwabKandidat für das SP-Präsidium

Er arbeitet zu 60 Prozent und verdient damit netto 2500 Franken: «Geld macht mich überhaupt nicht glücklich. Das ist Mittel zum Zweck, um meine Rechnungen, Miete und Essen zu bezahlen. Was mich wirklich erfüllt, ist den Menschen zu helfen, mich zu engagieren und dass ich die freie Zeit geniessen kann.»

Martin Schwab.
Legende: Martin Schwab im «Haus pour Bienne». Noch bis Mittwochabend können sich Genossinnen und Genossen fürs Parteipräsidium bewerben. Schon jetzt scheint klar: Es müsste ein Wunder geschehen, wenn nicht das Duo Cédric Wermuth und Mattea Meyer gewählt wird. SRF

Schwab ist klar, dass seine Chancen auf das Präsidium der SP verschwindend klein sind. Aber sie seien da und er könne sich präsentieren: «Es ist eine Gelegenheit, mich einbringen zu können. Und um zu zeigen, dass es noch andere Menschen gibt, die etwas für die Partei tun können.»

Es ist eine Gelegenheit, mich einbringen zu können. Und um zu zeigen, dass es noch andere Menschen gibt, die etwas für die Partei tun können.
Autor: Martin SchwabKandidat für das SP-Präsidium

Sollte es mit dem SP-Präsidium nicht klappen, will Schwab nächstes Jahr für das Gemeindeparlament von Nidau kandidieren. Da wird er wohl sein politisches Wirkungsfeld ausweiten müssen. Denn dieses beschränkt sich bislang auf die Klimapolitik. Er ist sich dessen bewusst. Doch nach seiner Meinung müssen im Moment alle anderen Themen der Klimafrage untergeordnet werden.

Rendez-vous, 02.09.2020, 12:30 Uhr

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Moral ist nicht Unversalgültig und solche Leute wie Schwab empfinde ich als Gefährlich. Wenn die eigenen Moral- und Wertevorstellung so dermassen als Allgemeingültig gesehen werden, und diese auch für alle anderen gelten sollen, beginnt für mich Extremismus und Intoleranz. Er kann gerne ohne Heizung, vegan leben. Nur soll er nicht erwarten, dass anere diesen Lebenswandel positiv Bewerten. Genau das und nicht weniger Verlangt Schwab aber. Andere Meinungen sind für Ihn falsch und weniger wert.
  • Kommentar von Jimmy Rüedi  (JimmyRu)
    Mir gefällt seine Einstellung zum Thema "Menschen ohne Tertiäre Bildzng in der Politik" der Rest ist nicht mehrheitsfähig.
    Immerhin missioniert er nicht nur damit, er lebt es auch vor. Ich hoffe nur für den Vermieter, dass die Bausubstanz nicht darunter zu leiden hat (falls Herr Schwab zur Miete in einem Mehrfamilienhaus wohnt)
  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Nettolohn 2500 pro Monat. Das wird mal eine tiefe AHV Rente und eine noch tiefere BVG Rente geben. Damit wird der Sozialist im Alter sicher Ergänzungsleistungen, wleche von der arbeitsamen Bevölkerung finanziert wurde, beziehen. Das ist auch ein Lebensmodell - allerdings nicht sehr nachhaltig. Schliesslich basiert es auf den Leistungen der Anderen.
    1. Antwort von Domi Becker  (die etwas andere Sichtweise)
      Da haben Sie vielleicht nicht ganz unrecht. Aber wir wissen ja nicht, was er mit 65 macht, vielleicht wandert er ja aus oder arbeitet bis zum Umfallen, also bitte nicht das Haar in der Suppe suchen. Es geht nur um diese eine Person.
      Was aber ganz sicher asozial ist:
      Viele Arbeitgeber, grosse, hochprofitable stellen schon seit Jahren gezielt nur Teilzeiter ein, um den Arbeitgeberanteil in der PK zu sparen. Da geht es um Abertausende, die schenken dannn richtig ein. Das wird nie angeprangert.