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Bund will sich unabhängig von Schutzmasken-Importen machen
Aus HeuteMorgen vom 26.03.2020.
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Knappheit in der Corona-Krise Schweiz produziert ab Mitte April eigene Schutzmasken

Um die Abhängigkeit von Lieferungen aus dem Ausland zu minimieren, stellt die Schweiz die Schutzmasken bald selbst her.

Atemschutzmasken werden in der aktuellen Coronakrise auch in der Schweiz täglich zu Tausenden gebraucht. Vor allem das Gesundheitspersonal ist auf sie angewiesen, um sich bei der Arbeit vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen. Diese Masken werden aber allmählich knapp.

Wie kam es zum Engpass?

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Fast alle Schutzmasken kommen heute aus chinesischen Fabriken. Nach der Ausbreitung des Coronavirus in China stieg der Bedarf und es wurde weniger produziert. In Europa blockierten Nachbarstaaten wie Frankreich und Deutschland Lieferungen in die Schweiz.

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) versuchte jahrelang ein Pflichtlager für Schutzmasken einzurichten. Aber die Pläne scheiterten. Nur wenige Importeure haben sich heute freiwillig verpflichtet, Masken für den Notfall zu lagern, insgesamt rund 180'000 der besonders schützenden FFP-2 Masken. Wie der Bund vor Jahren aber berechnet hat, bräuchte es in einer Pandemie 745'000 solcher Masken.

Damit die Schweiz nicht mehr von Lieferungen aus dem Ausland abhängig ist, steigt der Bund nun zusammen mit dem Kanton Zürich selbst in die Schutzmasken-Produktion ein. Es geht vor allem um Atemschutzmasken der Schutzklasse 2, die von Ärztinnen, Pflegerinnen und weiterem Gesundheitspersonal getragen werden.

Tiefer Preis für ein grosses Stück Freiheit

Zürichs Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli erklärte am Mittwochnachmittag vor den Medien, die Gesundheitsdirektion habe zusammen mit dem Bund zwei vollautomatische Maskenproduktionsmaschinen gekauft. Den Kauf initiiert habe Wirtschaftsminister Guy Parmelin – er sei auf den Kanton zugekommen.

Der Kostenpunkt pro Maschine liegt bei 740'000 Franken – ein tiefer Preis für ein grosses Stück Freiheit. Denn bisher habe die Schweiz keine Masken der Schutzklasse 2 produzieren können, sagt der Zürcher Kantonsapotheker Andreas Hintermann: «Wir sind vollständig von China und anderen Ländern abhängig. Der Kauf wird unsere Selbständigkeit stark erhöhen.»

64'000 Masken pro Tag

Die beiden Maschinen werden in Flawil SG postiert und können gemäss der Zürcher Gesundheitsdirektion insgesamt bis zu 64'000 Masken pro Tag produzieren.

Der Kanton Zürich sei selbstverständlich bereit, auch die anderen Kantone mit Schutzmasken zu versorgen, wenn Bedarf bestehe. Die beiden Maschinen werden in den nächsten Tagen geliefert und aufgebaut. Ab Mitte April soll die Produktion der ersten Schutzmasken Made in Switzerland beginnen.

Heute Morgen, 26.3.2020, 6 Uhr

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58 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Stauffer  (Pfefferschote)
    @Franz Giger. Vielleicht ist Ihnen entgangen, dass es sich hier beim von Ihnen titulierten "Schutzmaskenkindergarten" darum geht, in 1. Linie unersetzbare hilfeleistende Personen zu schützen. Personen wie Ärzte und Pflegepersonal die sich selbst bei der Behandlung von Erkrankten stets der Gefahr aussetzen selbst infiziert zu werden. Aber Vorsicht @Franz Giger. Man könnte plötzlich schneller als man denkt, selbst ein pflegebedürftiges Opfer im "Schutzmaskenkindergarten" werden.
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  • Kommentar von Franz Giger  (fjg)
    Helle Aufregung allenthalben über diesen Schutzmaskenkindergarten. Dies ist nur ein winzig kleines Detail des ganzen Desasters. In der grenzenlosen Globalisierungeuphorie und der beinahe schon krankhaften Wohlfühlanbindung an die EU hat man alles ins AAusland verscherbelt und sich grobfahrlässig in eine Abhängigkeit begeben, die einem nun tonnenschwer auf die Füsse fällt. Heute sind sogar wasserdichte Lieferverträge Schall und Rauch.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Franz Giger: Huawei hat heute die neueste Smartphone-Generation "P40" vorgestellt. Ein Land wie die Schweiz ist meilenweit von solchen Technologien entfernt. Dafür sind wir in anderen Bereichen wie Pharma bei den Weltspitzen. Es gäbe noch hunderte von Beispielen. Überlegen Sie mal nur, was in ihrem Haushalt noch Made in Switzerland ist. Vermutlich nicht einmal der Besen aus dem Landi. Die Spezialisierung durch international Arbeitsteilung erlaubt jedem Land zu fokussieren wo es am besten ist.
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  • Kommentar von Peter Stauffer  (Pfefferschote)
    Personen die nicht wissen, dass sie bereits infiziert sind würden beim Tragen einer Schutzmaske viel gegen die Weiterverbreitung des Erregers beitragen können. Beim, Husten, Niesen, Lachen usw. werden die Tröpfchen mit sehr hoher Geschwindigkeit herausgeschleudert. Die Erreger können lange in der Luft hängen bleiben. Ob dabei ein Abstand zwischen den Personen von 2 m ausreicht erachte ich als sehr fragwürdig.
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