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Legende: Audio Heks und «Brot für alle» schliessen sich zusammen abspielen. Laufzeit 03:27 Minuten.
03:27 min, aus Rendez-vous vom 12.04.2019.
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Konkurrenzkampf nimmt zu Schweizer Hilfswerke gehen gemeinsam in die Zukunft

Das Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz und «Brot für alle» fusionieren. Die Hoffnung: Gemeinsam stärker sein.

2018 war ein schwieriges Jahr für das das Hilfswerk der evangelischen Kirchen der Schweiz (Heks). Die Spenden sind spürbar zurückgegangen – mit der Konsequenz, dass die Organisation sechs Mitarbeiter entlassen muss. Ausserdem wird das Hilfswerk seine Projekte in Moldawien und Simbabwe beenden.

Deshalb wurden jetzt die Weichen gestellt für eine Fusion mit «Brot für alle» (BFA). Peter Merz, der Direktor des Heks, sagt dazu: «Unser Anliegen ist, dass wir unsere Spendegelder möglichst effektiv einsetzen. In den Gesprächen mit BFA wurde klar: Gemeinsam können wir das besser machen.» Eine grössere Organisation dürfte mehr potenzielle Spenderinnen und Spender ansprechen – so die Erwartung.

Gegenseitig ergänzen

Beim Zusammenschluss von Heks und BFA gehe es aber nicht nur um die Spendengelder, betonen die beiden Organisationen, die beide ihre Wurzeln bei der reformierten Kirche haben. Auch inhaltlich sei die Fusion sinnvoll, unterstreicht Bernard DuPasquier, der Geschäftsleiter von BFA. «Wir kommen zur Erkenntnis, dass sich unsere Organisationen gut gegenseitig ergänzen.»

Denn während das Heks konkrete Hilfs- und Entwicklungsprojekte in über 30 Ländern betreibt und auch in der Schweiz sozial Bedürftigen und Asylbewerbern zur Seite steht, ist BFA eher eine entwicklungspolitische Organisation. So macht BFA Kampagnen zu Themen wie fairem Handel, der Problematik des Palmöl-Anbaus oder umstrittenen Geschäften von Schweizer Banken in der Dritten Welt.

Druck aus Politik ist stärker geworden

Die Verantwortlichen von Heks und BFA erhoffen sich eine grössere Wirkung, wenn sie in zwei Jahren zu einer Organisation zusammengeschlossen sind. Bei der Fusion der beiden Hilfswerke wird es zu einem gewissen Stellenabbau kommen. Dieser soll aber möglichst durch Abgänge stattfinden – und nicht durch Entlassungen. Wie die neue Organisation, nach der Fusion von Heks und BFA heissen soll, ist noch offen. «Wir werden in einem ersten Schritt beide Marken behalten, weil sie bekannt sind und getragen werden.»

Aber klar ist: Es ist einiges in Bewegung bei den Schweizer Entwicklungsorganisationen. Denn neben dem Kampf um Spenderinnen und Spender ist auch der Druck aus der Politik stärker geworden. Der Bundesrat will seine Entwicklungszusammenarbeit mehr an den wirtschaftlichen und migrationspolitischen Interessen der Schweiz orientieren.

Auch im Parlament gibt es immer wieder Vorstösse, die öffentliche Entwicklungshilfe zu kürzen. Davon wären auch die Nicht-Regierungs-Organisationen betroffen. Denn diese erhalten für ihre Projekte eben auch Geld aus den staatlichen Töpfen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Solange in dieses Hilfswerken Leute mit satten Salären Unterschlupf finden, muss man sich nicht wundern, wenn die Spenden zurückgehen.
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler, alias Rollstuhlrocker)
    Das Problem in der Schweiz ist wie an anderen Orten auch , der " Honig fliest nicht
    mehr so üppig wie früher von den Bäumen. Man kann nur soviel ausgeben wie
    herein kommt und dies hat auch Gültigkeit in der Schweiz, nur einige haben dies
    noch nicht erkannt in der Schweiz.
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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Ich bin nicht sicher ob eine "Wachstumsstrategie" besser ist. Je grösser ein Betrieb ist, desto unflexibler wird er in der Regel. ob das einen Vorteil ist und mehr Spendengelder erzeugt weis ich nicht.
    In der Wirtschaft profitieren bei Grossfusionen oft die kleinen, lokalen Konkurrenzanbieter da sie näher bei ihrer Kundschaft sind. Das dürfte im "Hilfsgeschäft" nicht wesentlich anders sein. Einzig der Lobbydruck im Parlament wird evtl. wirkungsvoller und die Kleinen haben dann das Nachsehen.
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